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Genügend Leute, zu wenig Geld

Leingartenvon Thomas Dorn, HSt

Nein, an Per­sonal fehlt es den Frei­wil­ligen Feu­er­wehren im Land­kreis Heil­bronn (noch) nicht. Ent­gegen dem Bundes- und Lan­des­trend gab es bei den aktiven Flo­ri­ansjüngern wie bei den Jugend­li­chen im Jahr 2002 Zuwächse. Dafür klemmt es beim Geld.

23 Förder­anträge wurden im ver­gan­genen Jahre gestellt, doch nur in elf Fällen, so machte Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann bei der Kom­man­danten-Dienst­ver­samm­lung in der Lein­gar­tener Fest­halle deut­lich, gab es tatsächlich Zuschüsse vom Land. Ange­sichts leerer Kassen muss auch dort gespart werden.

Immerhin: Für die Beschaf­fung von acht neuen Fahr­zeugen und drei Baumaßnahmen - Pro­jekte im Umfang von 4,9 Mil­lionen Euro - gab es Zuwen­dungen in Höhe von 887 000 Euro. Zusätzlich wurden 43 000 Euro für den Kauf von Funkgeräten bewil­ligt.

Auch Landrat Klaus Czer­nuska wollte gar nichts beschönigen. „Die Förder­si­tua­tion im Land­kreis Heil­bronn ist negativ“, stellte er fest. Und eine Bes­se­rung sei ange­sichts der schwie­rigen Finanz­si­tua­tion nicht zu erwarten: „Auch 2003 werden die meisten Anträge nicht erfüllt werden können.“

Ob der Land­kreis, der im ver­gan­genen Jahr rund 220 000 Euro für das Feu­er­wehr­wesen aus­ge­geben und zudem für 196 000 Euro den Mobilen Großven­ti­lator zur Bekämpfung von Tun­nelbränden ange­schafft hat, auch künftig Leis­tungen in dieser Höhe erbringen kann, hängt laut Czer­nuska von der wei­teren Haus­halts­ent­wick­lung ab.

Wobei ihm klar ist, dass „mit jeder Kürzung auf lange Sicht auch eine Qualitätsmin­de­rung einher geht“. Und viel­leicht auch eine Min­de­rung der Moti­va­tion bei den Feu­er­wehr­angehörigen. Doch deren Enga­ge­ment ist unver­zichtbar. „Sie erfüllen eine der wich­tigsten ehren­amt­li­chen Auf­gaben in unserem Land­kreis“, beschei­nigte ihnen Czer­nuska.

Dass die Wehr­leute zur Fort­bil­dung bereit sind, unter­strich Hans-Wil­helm Hans­mann. Jedes Jahr nimmt etwa ein Fünftel an Schu­lungen teil. „ Wir haben unser sehr gutes Aus­bil­dungs­ni­veau gehalten“, so der Kreis­brand­meister. Auf Kreis­ebene wurden erneut fast 800 Lehr­gangs­teil­nehmer gezählt.

Und 40 Gruppen betei­ligten sich an den Leis­tungsprüfungen. Eher unbe­frie­di­gend ist die Situa­tion an der Lan­des­feu­er­wehr­schule: Für die Gruppen- und Zugführer­lehrgänge gibt es zu wenige Plätze und außerdem War­te­zeiten bis zu zwei Jahren.

Dass die Zahl der Feu­er­wehr­einsätze im Kreis­ge­biet 2002 um etwa 19 Pro­zent auf 2032 gestiegen ist, hat vor allem mit dem Hoch­wasser zu tun. Die tech­ni­schen Hil­fe­leis­tungen (1246) nahmen um 39 Pro­zent zu, während es bei den Bränden (430) ein Minus von vier Pro­zent gab.

Die blinden und böswil­ligen Alarme (229) gingen um elf Pro­zent zurück. 6456 Men­schen zählen sich zu den die Wehren im Kreis, dar­unter sind 3943 Aktive (+53) und 1092 Jugend­liche (+117). Mit 99 weib­li­chen Feu­er­wehr­angehörigen liegt der Frau­en­an­teil der­zeit bei 2,5 Pro­zent.