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Gehen der Freiwilligen Feuerwehr die jungen Fahrer aus?

Leingartenvon Josef Staudinger, HSt

50 Pro­zent Zuschuss bis zu einem Höchst­be­trag von 1000 Euro gibt es künftig für die­je­nigen Mit­glieder der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Lein­garten, die den LKW-Führer­schein machen. Im Gegenzug muss sich der Führer­schein­in­haber zum fünfjährigen Feu­er­wehr­dienst ver­pflichten. Mehr gestand der Gemein­derat nicht zu. Volle Kos­ten­be­tei­li­gung hatte die Lei­tung der örtli­chen Feu­er­wehr gefor­dert.

Die Brandbekämpfer sehen Pro­bleme durch die neue staat­liche Führer­schein­re­ge­lung: Für die beiden Löschfahr­zeuge "LF8", die jeweils ein Gesamt­ge­wicht von 7,5 Tonnen haben, muss nun min­des­tens die Führer­schein­klasse "C1" erworben werden.

Die Klasse "B" (früher Klasse 3) erlaubt nur das Führen eines Pkw bis zu 3,5 Tonnen Gesamt­ge­wicht. Auch zum Fahren des neuen TLF 16/25-Löschfahr­zeugs wird künftig min­des­tens die Klasse "C" (vorher Klasse 2) benötigt.

Im Klar­text: "Wird ein neues Feu­er­wehr­mit­glied mit voll­endetem 18. Lebens­jahr in die aktive Wehr auf­ge­nommen und besitzt den Führer­schein Klasse B, darf er keines der Löschfahr­zeuge mehr fahren."

Kom­man­dant André Göbl und sein Stell­ver­treter Roland Gräsle haben erheb­liche Zweifel, ob die Ein­satzfähig­keit der Feu­er­wehr auch wei­terhin gewährleistet sein wird.

Der eine oder andere werde es sich mögli­cher­weise genau über­legen, ob er die Fahr­erlaubnis auf eigene Kosten erwerbe, wenn er diese nur für die Feu­er­wehr benötige, geben sie zu bedenken. Der Führer­schein koste immerhin rund 2500 Euro.

Die Feu­er­wehr­lei­tung hatte ihren Antrag nach Dienst­jahren gestaf­felt. So müsste ein Mit­glied, dessen Führer­schein gespon­sert wird, die vollen Kosten zurücker­statten, falls es den Feu­er­wehr­dienst inner­halb eines Jahres beendet.

Inner­halb von fünf Jahren müssten immerhin 20 Pro­zent zurück gezahlt werden. FWV-Spre­cher Hans-Hugo Schlemmer hält es für sinn­voll, der Feu­er­wehr eine bestimmte Summe zur Verfügung zu stellen, aus der der Führer­schein-Erwerb finan­ziert werden kann.

"Ich weiß es aus eigener Erfah­rung, dass tagsüber eigent­lich nie genügend Fahrer zur Verfügung standen", berich­tete der langjährige Lein­gar­tener Kom­man­dant Martin Klar von der CDU-Frak­tion. Eine Bezu­schus­sung halte er für ange­messen.

Mit dem Gemein­de­rats­be­schluss ist die Feu­er­wehr nicht ganz glücklich. Sie befürchtet, dass in ein bis zwei Jahren kaum noch einer die ent­spre­chende Fahr­erlaubnis besitzt. 1500 Euro aus eigener Tasche zu bezahlen, sei schließlich kein Pap­pen­stiel.