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Flammenhölle ohne Risiko

von Markus Kreß, HSt

In Zeiten immer strenger wer­denden Umwelt­schutz­auf­lagen darf die realitätsbe­zo­gene Aus­bil­dung der Feu­er­wehren nicht ver­nachlässigt werden. Neuenstädter, Fried­richs­haller und Lan­gen­bret­ta­cher Flo­ri­ansjünger trai­nierten effek­tive Brandbekämpfung.

Die Nie­der­las­sung Süd der Firma "National Fire Trai­ning Sys­tems " mit Sitz in Bretz­feld-Schwab­bach (Hohen­lo­he­kreis) bot anlässlich der Bretz­felder Gewer­be­schau Feu­er­wehr­angehörigen aus Nah und Fern eine wirk­lich­keits­nahe Möglich­keit, um das rich­tige Ver­halten bei Brand­einsätzen zu erlernen.

Schon bei der Anfahrt zum Übungsgelände in Schwab­bach wurde anhand der Kenn­zei­chen auf den Feu­er­wehr­autos eines schnell klar: Aus weiten Teilen Baden-Württem­bergs waren Flo­ri­ansjünger ange­reist, um sich in sicherer und effek­tiver Brandbekämpfung zu schulen.

Während auf Stand­ort­ebene eine realitätsnahe Aus­bil­dung durch Auf­lagen zum Schutz der Umwelt heute fast unmöglich ist, stellt der in Schwab­bach vor­ge­stellte und fleißig benutzte Sat­tel­auf­lieger mit über 13 Meter Länge das Optimum dar.

Feu­er­wehr­angehörige werden hier unter Beach­tung des Umwelt­schutzes und der Sicher­heit beim Löschen von Scha­dens­feuern effektiv aus­ge­bildet.

Atem­schutzgeräteträger, ausgerüstet mit zeitgemäßer Ein­satz­klei­dung, zusätzlich bepackt mit rund 18 Kilo schweren Atem­schutzgeräten, erwar­tete im Simu­la­ti­ons­con­tainer ins­ge­samt acht ver­schie­dene Brand­stellen, welche mit Flüssiggas befeuert wurden.

Bei einer Raum­luft­tem­pe­ratur von 150 Grad und Tem­pe­ra­turen an den Brand­stellen von bis zu 350 Grad lernten die Teil­nehmer die Vorzüge ihrer modernen Schutz­klei­dung schnell zu schätzen.

Schnell wurde auch klar: Nicht das blinde Ver­spritzen von Löschwasser bringt den Erfolg, son­dern die dosierte und kon­trol­lierte Was­ser­ab­gabe mit­tels Sprühstrahl, um die Flammen zu ersti­cken.Fehler werden schnell bestraft. Wer zu leicht­fertig eine Tür zu einem bren­nenden Raum öffnet, den erwartet ein "Flash-over", die schlag­ar­tige Durchzündung von Schwel­gasen.

Hierin liegt der grundsätzliche Sinn dieses Trai­nings: unter kon­trol­lierten Bedin­gungen die Gefahren von Feuer erleben und durch "lear­ning by doing" zukünftig Risiken mini­mieren.

Apropos Kon­trolle: Die Übung wird von außen ständig über­wacht. Die Anlage kann sowohl von außen als auch von innen durch die Teil­nehmer selbst in Sekun­den­schnelle abge­schaltet werden.

Aus dem Land­kreis Heil­bronn waren unter anderem Mit­glieder der Feu­er­wehren aus Bad Fried­richs­hall, Bad Rap­penau, Flein, Güglingen und Lan­gen­bret­tach Nutzer dieser Anlage.

Vier Übungs­con­tainer ver­schie­dener Größe und Innen­aus­stat­tung stehen momentan bei der Firma DFW, der süddeut­schen Gebiets­ver­tre­tung von National Fire Trai­ning Sys­tems zum Gebrauch bereit, ein Fünfter ist zur­zeit in Zusam­men­ar­beit mit der baden-württem­ber­gi­schen Lan­des­feu­er­wehr­schule in Bruchsal in Pla­nung.

Vor­teile gegenüber der ein­zigen sta­tionären Anlage im Land, dem so genannten "Brand­haus" in Bruchsal, sieht Fried­rich Wagner, neben Dieter Friede einer der zwei Geschäftsführer von DFW in der Mobilität der Anlagen und kurzen War­te­zeiten.

So können die Sat­tel­auf­lieger mit den Simu­la­toren von den Feu­er­wehren tage­weise, über ein Wochen­ende oder auch für Abend­trai­nings ange­mietet werden.

Und was sagen die Feu­er­wehr­angehörigen, die ver­schwitzt, vom Löschwasser durch­weicht und außer Atem die Übungs­an­lage ver­lassen?

"Absolut wirk­lich­keitsnah und in nor­malen Übungen nicht zu ver­mit­teln", sagt Oliver Wie­land aus Nie­dern­hall nach dem Ver­lassen der Anlage, und Marc Stiefel aus Lan­gen­bret­tach findet: "Das ist not­wendig, um Feu­er­wehr­leute auf dem aktu­ellen Stand zu halten und Fehler aus­zu­schalten."