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Eppingen ist neuer Notarzt-Standort

Eppingenvon Peter Boxheimer, HSt

Die sie­ben­mo­na­tige Test­phase ist zu Ende, der Modell­ver­such war erfolg­reich. Der Bereichs­aus­schuss für den Ret­tungs­dienst hat den neuen Not­arzt-Standort Eppingen geneh­migt. Er bringt den Bürgern schnel­lere Hilfe.

Das so genannte Eppinger Modell bindet zwei Sys­teme zusammen: den Bereit­schafts­dienst, also die Ver­tre­tung des Haus­arztes in den sprech­stun­den­freien Zeiten, und den Not­arzt.

Eine wirt­schaft­liche Kom­bi­na­tion, wie Dr. Chris­toph Dor­schner betont. Der Leiter des Ärzt­li­chen Not­fall­diensts Eppingen: "Das ist der Grund, warum die Kran­ken­kassen mit­spielen."

Die Zahlen spre­chen Bände, das Angebot wird ange­nommen. Seit Sep­tember wurden in der Not­fall­praxis im Eppinger Kran­ken­haus 5484 Pati­enten ver­sorgt.

Sie kommen nicht nur aus der Fach­werk­stadt und den Nach­bar­ge­meinden Gem­mingen, Itt­lingen, Kirchardt und Sulz­feld, son­dern auch aus dem Leintal - ein Ein­zugs­ge­biet von 63 000 Ein­woh­nern. Im selben Zeit­raum hat Dor­schner 1180 Haus­be­suche notiert.

Der Not­arzt kam in sie­ben­ein­halb Monaten auf 484 Einsätze, durch­schnitt­lich zwei pro Tag. Vom Zug­unglück über Ver­kehrsunfälle und Herz­in­farkte bis zu Ver­let­zungen beim Rasenmähen reichte die Palette der Hil­fe­rufe.

"Ich bin erstaunt, wie viele schlimme Dinge hier pas­sieren", sagt Dor­schner. Abge­sehen von Kapi­tal­ver­bre­chen, unter­scheide sich der Raum Eppingen hier nicht von einer Großstadt.

In über 98 Pro­zent der Fälle war der Not­arzt in der gesetz­lich fest­ge­legten Hilfs­frist von 15 Minuten vor Ort. Er verfügt über ein Spe­zi­al­fahr­zeug, das mit modernsten medi­zi­ni­schen und tech­ni­schen Geräten wie einem Defi­bril­lator und Satel­liten-Navi­ga­tion aus­ge­stattet ist.

Das 70 000 Euro teure Auto legt im Jahr 50 000 Kilo­meter zurück. Es ist vor­wie­gend im Ver­wal­tungs­raum Eppingen inklu­sive Kirchardt unter­wegs.

Immer öfter wird der Wagen auch in benach­barte Ein­satz­ge­biete wie Bad Rap­penau, Sins­heim oder Bra­cken­heim gerufen, wenn es dort Engpässe gibt.

"Ich bin gut aus­ge­lastet", unter­streicht Dor­schner. Unter der Woche fährt er das Fahr­zeug selbst. Ein Ein­satz dauert min­des­tens zwei Stunden.

Daneben fällt beim Not­fall­dienst ein beträcht­li­cher Packen Ver­wal­tungs­ar­beit an. Dass die Ein­rich­tung immer mehr posi­tive Rückmel­dungen bekommt, moti­viert ihren Chef: "Die Bevölke­rung schätzt dies sehr."

Trotzdem hält Dor­schner es für wichtig, dass der Ärzt­liche Not­fall­dienst seinen Bekannt­heits­grad weiter erhöht. "Noch wissen nicht alle Leute, was wir bieten", argu­men­tiert er. Des­halb geht der Not­arzt gerne zu den Ver­einen und infor­miert die Leute durch Vorträge.

Info: Der Not­fall­dienst in Eppingen ist mitt­wochs, am Wochen­ende und an Fei­er­tagen unter Telefon 07262/924766 erreichbar. Bei lebens­be­droh­li­chen Situa­tionen kann der Not­arzt rund um die Uhr über die DRK-Ret­tungs­leit­stelle, Ruf­nummer 19222, ange­for­dert werden.