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Eine neue Fahne schmückt das Jubiläumsjahr

Eppingenvon Thomas Senger, HSt

125 Jahre - so alt wird die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Rohr­bach a. G. in diesem Jahr. Zum Festakt am heu­tigen Sams­tag­abend um 20 Uhr gibt es eine Beson­der­heit: Zum ersten Mal wird für die Rohr­ba­cher eine Fahne geweiht.

Ein Rot, das Königen gerecht würde, ziert die eine Seite des prächtigen Sei­den­ge­webes. Die andere Seite ist in sattem, leuch­tendem Blau gehalten und zeigt die Schule und die Kirche des Ortes.

Jene Insti­tu­tionen also, die schon seit jeher identitätsstif­tend für eine Gemeinde sind - neben den vielen Ver­einen, von denen ins­be­son­dere der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr eine her­aus­ra­gende Bedeu­tung zukommt. Denn neben dem Gemein­schaftsgefühl - vor 125 Jahren hieß das noch Kame­rad­schaft - ist es vor allem anderen das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein, das eine Gruppe zusam­men­schweißt und viele Frei­wil­lige unzählige ehren­amt­liche Stunden ableisten lässt: Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr.

Nach der Abtei­lung Eppingen bilden die Rohr­ba­cher die zweitälteste Wehr in der Gesamt­stadt. Und in diesen 125 Jahren hatte sie einige Male Gele­gen­heit, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Gefahr­voll war der Ein­satz am 10. Sep­tember 1999, als Explo­sionen die nächt­li­chen Löschar­beiten während des Wohn­haus­brandes in der Bruch­saler Straße erschwerten. Zwei Feu­er­wehrmänner wurden ver­letzt.

Fast genau 20 Jahre ist es mitt­ler­weile her, als am 16. Juli 1982 der Geflügelhof Heit­linger brannte. Zusammen mit der Eppinger Stützpunkt­wehr und der Heil­bronner Berufs­feu­er­wehr wurde ein Aus­breiten des Feuers von den Stal­lungen auf angren­zende Gebäude ver­hin­dert. Doch für mehr als 5000 Hühner gab es keine Ret­tung.

Feuer. Segen für die Mensch­heit und oft genug deren Fluch. Und so war es nur zwin­gend und not­wendig, dass sich am 16. Dezember des Jahres 1876 wackere Rohr­ba­cher vor dem Gemein­derat ein­fanden, um die Feu­er­wehr des Ortes ins Leben zu rufen. So sind es meh­rere Jubiläen, die in diesem Jahr im Ort gefeiert werden: Kol­ping und Katho­li­sche Land­ju­gend­be­we­gung wurden 50 Jahre alt.

Und vor 750 Jahren wurde Rohr­bach am Gießhübel zum ersten Mal urkund­lich erwähnt. So alt wird das his­to­ri­sche Gerät nicht sein, das die Feu­er­wehr­leute aus Mühlbach am mor­gigen Sonntag ab 11 Uhr bei ihrer Schauübung zeigen. Zuvor findet um zehn Uhr ein ökume­ni­scher Got­tes­dienst statt.

Um 14 Uhr beginnt der große Festzug durch den Ort. Für 20 Uhr ist der große Dorf­abend ange­sagt, an dem sich die Ver­eine des Ortes betei­ligen. Auch diese Ver­an­stal­tung findet wie bereits das Fest­ban­kett in der Dresch­halle in der Insel­straße statt.

125 Jahre sind ein wahr­haft statt­li­ches Alter, und doch ist die Abtei­lung Rohr­bach eine junge Abtei­lung, legt man die Mit­glie­der­zahl der Jugend­ab­tei­lung zugrunde. 19 Mit­glieder sind es, die sich auf den aktiven Feu­er­wehr­dienst vor­be­reiten - die höchste Zahl in der Gesamt­stadt. Die Aus­bilder werden sich auch wei­terhin bemühen, den Nach­wuchs bei der neuen Fahne zu halten.

Info Wegen des Fest­um­zugs am mor­gigen Sonntag, 7. Juli, ist die Orts­durch­fahrt von Rohr­bach von 14 bis 15 Uhr gesperrt.