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Das St.-Florians-Prinzip wird hier bestimmt nicht praktiziert

Bad Rappenauvon Thomas Senger, HSt

Nach­wuchs­sorgen - das Wort kennt man auch in Bad Rap­penau. Aber anders als in anderen Orga­ni­sa­tionen brau­chen sich die Ver­ant­wort­li­chen der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr darüber keine großen Sorgen zu machen. 94 Mit­glieder hat die Jugend­wehr der Gesamt­stadt und ist damit die größte im Land­kreis Heil­bronn - weit vor Eppingen mit 58 Jungen und Mädchen.

Klar, bei neun Stadt­teilen ist ein größeres Poten­zial vor­handen als in klei­neren Kom­munen. "Aber nur mit roten Autos holen wir heut­zu­tage keinen Jugend­li­chen mehr hinter der Play-Sta­tion hervor", hebt Markus Hees hervor. Der 23-Jährige ist Jugend­wart in der Kur­stadt-Wehr und Mit­glied der Lan­des­ju­gend­lei­tung der Jugend­feu­er­wehr Baden-Württem­berg.

Natürlich steht das aktive Lernen im Mit­tel­punkt, wenn sich die Jugend­li­chen der Kern­stadt­wehr einmal in der Woche treffen. Löschen ist mehr, als ein­fach nur Hek­to­liter weise Wasser zu ver­spritzen. Was scherz­haft als "Dosenöffner" bezeichnet wird, ist ein hoch ent­wi­ckeltes hydrau­li­sches Gerät, gemeinhin "Sche­ren­spreizer" genannt, dessen Umgang geübt sein will.

Spie­le­ri­scher Umgang hilft, um dann im Alter von 17 Jahren die Feu­er­wehr-Grund­aus­bil­dung absol­vieren zu können. Wer das schafft, der wird mit 18 zum aktiven Dienst ver­pflichtet. Sechs Jahre Jugend­feu­er­wehr hat dann der junge Feu­er­wehr­mann oder die Feu­er­wehr­frau absol­viert.

"Denn zwölf ist das rich­tige Ein­stiegs­alter", weiß Markus Hees aus Erfah­rung, "aber bei einem Elfjährigen sagen wir auch nicht Nein ". Sechs Jahre Jugend­feu­er­wehr, das ist aber nicht nur Jugend­ar­beit: "Wir haben eine Menge mehr zu bieten", betont Hees: " Schlauch­boot­rennen auf dem Neckar, India­ka­tur­niere . . . Natürlich darf die obli­ga­to­ri­sche Was­ser­schlacht dabei nicht fehlen."

Auch Stadt­ju­gend­feu­er­wehr­wart Harald Last kann zufrieden sein. Jede Teil­ort­wehr von Bad Rap­penau hat ihre eigene Jugend­gruppe mit eigenen Betreuern. Regelmäßig treffen sich die Jugend­gruppen der Stadt zu gemein­samen Übungen und Unter­neh­mungen. Brand­meister Ralf Schneider ergänzt: "Später müssen sie auch alle zusam­men­ar­beiten.

Wenn es um Men­schen­leben geht, funk­tio­niert das nur im Team."" Ein­zelkämpfertum ist hier wirk­lich fehl am Platz", weiß sein Bruder Klaus Schneider, eben­falls Jugend­wart. Alle drei sind seit über zehn Jahren in der Jugend­ar­beit der Feu­er­wehr aktiv, haben Grund-, Aufbau- und Führungs­lehrgänge besucht und geben ihr Wissen an die jungen Leute weiter - mit Erfolg, wie Markus Hees her­vor­hebt:

Bei fast jeder Haupt­ver­samm­lung werde ein Mit­glied der Jugend­feu­er­wehr zum Feu­er­wehr­mann ernannt - oder immer häufiger zur Feu­er­wehr­frau. Auch in der Ver­bands­ar­beit sind die jungen Frauen aktiv. So ver­tritt Chris­tiane Ott nun im Vor­stand der Kreis­ju­gend­feu­er­wehr die Inter­essen Bad Rap­penaus.

Markus Hees wird sich der Aus­bil­dung von Führungskräften in der Jugend­feu­er­wehr widmen. Sein Motto: "Nur wer selber brennt, kann andere ent­flammen."

Info: Die Jugend­feu­er­wehr der Kern­stadt-Abtei­lung von Bad Rap­penau trifft sich jeden Mitt­woch­abend um 18.30 Uhr im Feu­er­wehrgerätehaus in der Raiff­ei­sen­straße. Schnup­pergäste sind will­kommen.