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Bietigheimer fahren im Porsche zum Löschen

von Joachim Rüeck, HSt

Wirt­schafts­krise? Leere Kassen? Finanznot der Gemeinden? In Zeiten der Depres­sion setzt Bie­tig­heim-Bis­singen ein Zei­chen: Die Flo­ri­ansjünger der Stadt werden künftig im Por­sche zum Ein­satz fahren. Die Kom­mune stellt ihrem ehren­amt­li­chen Feu­er­wehr­kom­man­danten einen knall­roten Cayenne mit Blau­licht zur Verfügung.Beginnt damit ein Auto-Wettrüsten finanz­starker Kom­munen? Fahren die Mon­teure der Neckar­sulmer Stadt­werke bald im A 8 zum Kunden? Bekommt der Neckar­west­heimer Bauhof einen oran­ge­far­benen Dienst-Fer­rari? Nein, der Gelände­wagen ist laut Angaben aus Bie­tig­heim-Bis­singen ein echtes Schnäppchen. „Wir haben das Auto zu Son­der­kon­di­tionen bekommen“, meinte ges­tern eine Rat­haus-Spre­cherin. 60 000 Euro „hätten wir für jedes andere Kom­man­do­fahr­zeug auch aus­geben müssen“.

Warum also keinen Por­sche? Der Hin­ter­grund: In der 41 000-Ein­wohner-Stadt zwi­schen Stutt­gart und Heil­bronn wohnt der Por­sche-Vor­stands­vor­sit­zende Wen­delin Wie­deking. In diesem Jahr wurde in Bie­tig­heim zudem ein großes Fir­men­zen­trum des Unter­neh­mens eröffnet. Die Kon­takte zwi­schen dem Stutt­garter Auto­her­steller und dem Rat­haus der Fach­werk­stadt sind also aus­ge­zeichnet.Der exklu­sive Dienst­wagen wird zur­zeit von einer Brett­ener Spe­zi­al­firma umgerüstet.

Telefon, Funk, Atem­schutz­ausrüstung, All­rad­an­trieb, 240 PS, 250 Stun­den­ki­lo­meter - das wohl welt­weit erste Dienst­fahr­zeug dieser Art ist für den Ein­satz­leiter der Wehr kein geringer Auf­stieg: Bisher ging es nämlich im Opel Kombi zum Brandlöschen.