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Absturz zeigt: Freiwillige Feuerwehren unverzichtbar

"Die Flug­zeug-Kata­strophe am Bodensee zeigt einmal mehr, dass die flächen­de­ckende Gefah­ren­ab­wehr durch unsere Feu­er­wehren unver­zichtbar ist. Ins­be­son­dere den Frei­wil­ligen Feu­er­wehren kommt hier hohe Bedeu­tung zu. Sie garan­tieren schnelle Hilfe an jedem Ort zu jeder Zeit - des­halb muss dieses System auch in der Zukunft leis­tungs­stark erhalten werden. Nur durch dieses System standen überall im 30 Qua­drat­ki­lo­meter großen Ein­satz­ge­biet in kurzer Zeit qua­li­fi­zierte und ange­messen aus­ge­stat­tete Ein­satzkräfte zur Verfügung", sagt Gerald Schäuble, Präsident des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bandes (DFV) aus Radolf­zell am Bodensee. Der DFV ver­tritt alle 1,3 Mil­lionen Feu­er­wehr­angehörigen in Deutsch­land.

An den Lösch- und Ber­gungs­ar­beiten nach dem Flug­zeug-Zusam­menstoß waren zeit­gleich bis zu 250 Ein­satzkräfte aus 13 Feu­er­wehren betei­ligt. Die Ein­satzkräfte kamen aus dem Boden­see­kreis, aber auch aus den benach­barten Land­kreisen. Die Feu­er­wehren stellten damit auf Anhieb das größte ehren­amt­liche Hel­fer­po­ten­zial. Deutsch­lands Gefah­ren­ab­wehr fußt auf 24 700 Frei­wil­ligen, 99 Berufs- und 900 Werk­feu­er­wehren. Durch dieses Netz ist fast überall effek­tive Hilfe in maximal zehn Minuten nach einem Not­fall möglich.

Nach dem 11. Sep­tember zeige das fol­gen­schwere Flug­unglück einmal mehr, dass der Kata­stro­phen­schutz gestärkt und der Selbst­schutz der Bevölke­rung wieder ernst genommen werden müsse, sagt der DFV-Präsident. Schäuble: "Bei dem Unglück ist die Stadt Über­lingen nur knapp einer Kata­strophe mit unab­seh­baren Folgen ent­gangen. Dies belegt: Es ist not­wendig, überall leis­tungs­starke Struk­turen im Kata­stro­phen­schutz vor­zu­halten. Auch der Selbst­schutz der Bevölke­rung hat seine Berech­ti­gung und muss wieder auf­ge­baut werden. Er wurde nach dem Ende des Kalten Krieges völlig ver­nachlässigt."

Der Spit­zen­ver­band des Feu­er­wehr­we­sens sieht sich in seinen Aktivitäten bestärkt. Schäuble: "Wir haben uns nach dem 11. Sep­tember erfolg­reich für Inves­ti­tionen des Bundes in zwei­stel­liger Mil­lio­nenhöhe stark gemacht. Die Neu­aus­rich­tung des Kata­stro­phen­schutzes ist auf dem rich­tigen Weg. Aktuell planen wir mit dem Bun­des­mi­nis­te­rium des Innern, die Bevölke­rung über Infor­ma­tionen und Ver­hal­tens­re­geln verstärkt an Selbst­hil­femaßnahmen heran zu führen. Dazu gehören ins­be­son­dere der Aufbau eines Warn- und Infor­ma­ti­ons­sys­tems, die Brand­schutz­aufklärung und die Erste-Hilfe-Aus­bil­dung. Darüber dürfe aber das bestehende System der Gefah­ren­ab­wehr durch Feu­er­wehren nicht ver­nachlässigt werden. Der Rückgang der Hel­fer­zahlen sowie Inves­ti­ti­ons­staus und die Sparbemühungen der Kom­munen seien die Her­aus­for­de­rungen der Zukunft, dieses System zu erhalten". Schäuble: "Die Men­schen in Deutsch­land müssen sich auch künftig auf eine schnelle, kom­pe­tente und zuverlässige Gefah­ren­ab­wehr ver­lassen können."

Wei­tere Infor­ma­tionen finden Sie im Internet: www.dfv.org

3. Juli 2002 Sönke Jacobs, Presse- und Öffent­lich­keits­ar­beit

Deut­scher Feu­er­wehr­ver­band­Ver­tre­tung der deut­schen Feu­er­wehren in Ber­lin­Unter den Linden 42, 10117 Ber­lin­Te­lefon (030) 20 67 48 04Telefax (030) 20 67 48 05