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Grenfell-Tower: vfdb und DFV zum Bericht des Grenfell Inquiry

von Medienteam KFV Heilbronn

Mit Unverständnis haben die Ver­ei­ni­gung zur Förde­rung des Deut­schen Brand­schutzes (vfdb) und der Deut­sche Feu­er­wehr­ver­band auf die Vor­ver­ur­tei­lung der Lon­doner Feu­er­wehr im Zusam­men­hang mit dem Brand des Gren­fell Towers in London reagiert. Bei der Kata­strophe waren vor zwei Jahren 72 Men­schen ums Leben gekommen. In zahl­rei­chen Berichten wurde der Feu­er­wehr wegen angeb­lich schwer­wie­gender Fehler „sys­te­ma­ti­scher Natur“ unter Beru­fung auf den vorab bekannt gewor­denen Unter­su­chungs­be­richt Mit­schuld am Tod zahl­rei­cher Men­schen gegeben. „Es ist kaum zu glauben, dass man ange­sichts der schlimmen Baumängel an und in dem Gebäude zu einem sol­chen Schluss kommen kann“, kom­men­tierte vfdb-Vizepräsidentin Dr. Anja Hof­mann-Bölling­haus den Bericht.

In der zitierten Unter­su­chung werde zwar eingeräumt, dass sich das Feuer an dem Gebäude wegen einer Fas­sa­den­ver­klei­dung aus leicht entzündli­chem Mate­rial so rasch habe aus­breiten können. Den­noch werde der Feu­er­wehr eine Mit­schuld an der Kata­strophe gegeben und kri­ti­siert, dass die Feu­er­wehr auf eine solche Kata­strophe nicht vor­be­reitet gewesen sei. „Es erscheint gera­dezu absurd, für ein sol­ches, nicht vor­her­seh­bares Unglück im Nach­hinein die Feu­er­wehr mit­ver­ant­wort­lich zu machen“, betonte Anja Hof­mann-Bölling­haus. „Statt­dessen sollte gefragt werden, welche Behörden schon lange vorher von den ekla­tanten Baumängeln gewusst und nichts unter­nommen haben. In den letzten Jahr­zehnten ist staat­liche Kon­trolle auch in Großbri­tan­nien weit­ge­hend pri­va­ti­siert worden. In diesem Zuge mussten auch Feu­er­wehren Auf­gaben abgeben – diese poli­ti­schen Ent­schei­dungen kann man aber jetzt nicht im Nach­hinein den Feu­er­wehren zur Last legen.“

Auch DFV-Präsident Hartmut Ziebs äußerte sich befremdet über das Medi­en­echo auf den Unter­su­chungs­be­richt, der erst am (heu­tigen) Mitt­woch offi­ziell bekannt­ge­geben wurde. „Unsere volle Soli­darität gilt den Lon­doner Feu­er­wehr­ka­me­raden“, erklärte Ziebs. „Selbst­verständlich ist es zulässig und auch not­wendig, Feu­er­wehr­einsätze zu kri­ti­sieren, um gege­be­nen­falls Schlüsse für künftige Einsätze zu ziehen. Hier jedoch wird der Ein­druck erweckt, von den wirk­li­chen Feh­lern und den Schul­digen an dem schreck­li­chen Unglück ablenken zu wollen.“

Über die vfdb:
Die Ver­ei­ni­gung zur Förde­rung des Deut­schen Brand­schutzes e.V. (vfdb) ver­steht sich als das Exper­ten­netz­werk für Schutz, Ret­tung und Sicher­heit. Sie zählt mehr als 3.000 Mit­glieder. Ziel des gemeinnützigen Ver­eins ist die Förde­rung der wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Wei­ter­ent­wick­lung der Gefah­ren­ab­wehr. Das gilt für den Brand­schutz ebenso wie für die tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung, den Umwelt­schutz, den Ret­tungs­dienst und den Kata­stro­phen­schutz. Die vfdb bietet fach­liche Unterstützung und ein breites, pro­fes­sio­nelles Netz­werk. Anwender wie die Feu­er­wehren und die Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen sind mit wis­sen­schaft­li­chen Insti­tu­tionen und Leis­tungs­er­brin­gern aus der Indus­trie und dem Dienst­leis­tungs­sektor ver­eint.

Über den DFV: Rund 1,3 Mil­lionen Angehörige in Frei­wil­ligen, Jugend-, Berufs- und Werk­feu­er­wehren in bun­des­weit 32.000 Feu­er­wa­chen und Gerätehäusern – damit sind die Feu­er­wehren eine starke Gemein­schaft und ein verlässli­cher Partner für Sicher­heit. Der Deut­sche Feu­er­wehr­ver­band arbeitet für zukunftsfähige Rah­men­be­din­gungen, um ein verlässli­ches System schneller und kom­pe­tenter Hilfe in Deutsch­land zu sichern. Er bildet als natio­naler Dach­ver­band das Netz­werk, in dem er die Kom­pe­tenzen seiner Mit­glieder bündelt und kom­mu­ni­ziert.

Quelle: Deut­scher Feu­er­we­ehr­ver­band