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Feuerwehr von innen öffnen, Vertrauen schaffen

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Kreisfeuerwehrverband Heilbronn

Wir wollen die Feu­er­wehr von innen öffnen, um Ver­trauen zu schaffen!, hat Orhan Bekyigit, Fach­be­rater Migra­tion des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bandes (DFV), beim Auf­takt des DFV-Pro­jekts Deine Feu­er­wehr Unsere Feu­er­wehr! Für ein offenes Mit­ein­ander in Berlin erklärt. Mehr als 70 Feu­er­wehr-Führungskräfte, Feu­er­wehr­angehörige mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund sowie Mul­ti­pli­ka­toren trafen sich zum Pro­jekt­start in der Lan­des­ver­tre­tung Rhein­land-Pfalz.

Mit dem Pro­jekt Deine Feu­er­wehr Unsere Feu­er­wehr! Für ein offenes Mit­ein­ander will der DFV auf­zeigen, wie jede ein­zelne Feu­er­wehr Vor­teile aus einer guten Inte­gra­ti­ons­ar­beit ziehen kann. Hierzu werden ver­schie­dene bun­des­weite Aktionen als Mosa­ik­steine gesetzt, die gemeinsam das bunte Bild des Mit­ein­an­ders ergeben: Gleich­be­rech­tigt, welt­offen und enga­giert.

Der Deut­sche Feu­er­wehr­ver­band hat hier den rich­tigen Ansatz gewählt: Er sieht Migranten als Berei­che­rung für die Feu­er­wehr, nicht als Objekte, die man von oben herab betrachtet, lobte Dr. Man­fred Schmidt, Präsident des Bun­des­amtes für Migra­tion und Flücht­linge. Es gibt bereits einige gute Ideen vor Ort, die wir in dem neu geknüpften Netz­werk aus­tau­schen wollen, erklärte DFV-Vizepräsident Ulrich Beh­rendt.

Im Rahmen der Auf­takt­ver­an­stal­tung wurden ver­schie­dene As¬pekte der Inte­gra­tion beleuchtet. So warf Kenan Kolat, Bun­des­vor­sit­zender der Türki­schen Gemeinde in Deutsch­land, einen Blick von außen auf die Insti­tu­tion Feu­er­wehr: Verände­rungen in der Feu­er­wehr sind nicht ein­fach her­beizuführen aber dieses Pro­jekt ist schon ein Erfolg, der wei­ter­ge­tragen werden muss! Er riet dazu, den Pro­zess der Inter­kul­tu­rellen Öffnung als Per­sonal- und Qualitätse­nt­wick­lung zu kon­zi­pieren. Der Dialog ist das Wich­tigste mit­ein­ander spre­chen, nicht überein­ander, erläuterte Kolat.

Meh­rere Feu­er­wehr­angehörige mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund berich­teten über ihre Erfah­rungen als Men­schen zwi­schen zwei Welten: In Ita­lien war die Feu­er­wehr militärisch orga­ni­siert da mein Vater dachte, dies sei auch in Deutsch­land so, war er gegen meinen Ein­tritt in die Jugend­feu­er­wehr, erin­nerte sich Marco Gabri­elli, der mitt­ler­weile Lan­des­ju­gend­feu­er­wehr­wart in Bremen ist. Für die im Togo gebo­rene Fozyatou N'Toman, die gerade aus der Jugend­feu­er­wehr in die Ein­satz­ab­tei­lung im hes­si­schen Binsförth über­ge­treten ist, ist es wichtig, dass die Viel­falt der Feu­er­wehr­angehörigen sichtbar wird: Damit kann man Men­schen die Angst nehmen, wegen ihrer Haut­farbe oder ihrer Her­kunft bei der Feu­er­wehr weg­ge­schickt zu werden.

Orhan Bekyigit, seit der Jugend ehren­amt­lich in der Feu­er­wehr aktiv und mitt­ler­weile haupt­be­ruf­lich Leiter einer Werk­feu­er­wehr in Wies­loch (Baden-Württem­berg), erzählte davon, dass sich das Enga­ge­ment in der Feu­er­wehr schnell in der türki­schen Gemeinde her­um­ge­spro­chen habe: Die Feu­er­wehr begleitet Men­schen auch außerhalb von Übung und Ein­satz mit persönli­chen Kon­takten und Gemein­schaftsgefühl. Daher kann sie den Feu­er­wehr­angehörigen auch im Alltag helfen so etwa bei der Suche nach einem Aus­bil­dungs­platz.

Wie Verständnis und Offen­heit auch in schwie­rigsten Ein­satz­lagen ange­wendet werden können, erläuterten Frank Bohm und Murat Isik (Berufs­feu­er­wehr Lud­wigs­hafen) anhand des tra­gi­schen Brandes mit neun türkischstämmigen Todes­op­fern.

Im Rahmen des Pro­jekts werden ein Leit­faden zur Inter­kul­tu­rellen Öffnung erstellt, Schu­lungen für Feu­er­wehr­angehörige und Mul­ti­pli­ka­toren ange­boten, ein Leit­bild für die Feu­er­wehren ent­wi­ckelt, Netz­werke geknüpft und Ideen für eine Feu­er­wehr-Jah­res­ak­tion als Ver­trau­en­s­kam­pagne gesam­melt. Das Pro­jekt wird aus Mit­teln des Europäischen Inte­gra­ti­ons­fonds kofi­nan­ziert. Wei­tere Infor­ma­tionen gibt es online: www.feuerwehrverband.de/miteinander .

Quelle: Deut­scher Feu­er­wehr­ver­band