QR-Code zur Seite

Feuerwehr auf Augenhöhe schützen

Feu­er­wehr­leute sollen künftig besser und genau so gut wie Poli­zei­be­amte vor Gewalt geschützt werden. Dafür hat sich der Deut­sche Feu­er­wehr­ver­band (DFV) bei einer Anhörung im Rechts­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­tages aus­ge­spro­chen. Dr. Jan Hei­nisch, Jurist und Vor­sit­zender des Ver­bandes der Feu­er­wehren in Nord­rhein-West­falen, ver­trat dort als DFV-Experte die Inter­essen der haupt- und ehren­amt­li­chen Ein­satzkräfte. Wir wollen einen Sys­tem­wechsel, damit Täter nicht länger bevor­zugt werden, betont Hei­nisch.

Der Spit­zen­ver­band der Feu­er­wehren hatte mehr Sicher­heit gefor­dert, weil Ein­satzkräfte immer häufiger beschimpft, tätlich ange­griffen oder mit Gegenständen beworfen werden. Die Bun­des­re­gie­rung hat einen Gesetz­ent­wurf in den Bun­destag ein­ge­bracht (Druck­sache 17/4143), mit dem unter anderem die Feu­er­wehren besser straf­recht­lich gegen Angriffe geschützt werden sollen. Dies gilt sowohl für Fahr­zeuge und Geräte als auch für die Ein­satzkräfte selbst.

Wir stellen in unserer Ein­satz­praxis eine veränderte gesell­schaft­liche Realität fest. Im Zen­trum stehen dabei nicht mehr nur die­je­nigen, die sich aktiv und alko­ho­li­siert gegen Ein­satzkräfte zur Wehr setzen, son­dern maro­die­rende Gruppen, die Einsätze absicht­lich behin­dern oder Feu­er­wehr­leute angreifen, häufig auch im rückwärtigen Bereich einer Ein­satz­stelle, sagt Hei­nisch.

Feu­er­wehr, Kata­stro­phen­schutz und Ret­tungs­dienste sollen des­halb auch unter den Schutz des § 113 Straf­ge­setz­buch (StGB, Wider­stand gegen Voll­stre­ckungs­be­amte) gestellt werden. Danach werden bis­lang nur die Polizei und wei­tere Amtsträger bei der Vor­nahme von Voll­stre­ckungs­hand­lungen geschützt. Hei­nisch: Bestraft wird, wer zum Bei­spiel bei seiner Fest­nahme gegen die Voll­stre­ckungs­hand­lung Wider­stand leistet oder die Ein­satzkräfte angreift. Nach bis­he­riger Rechts­lage führt eine Tat gegenüber der Feu­er­wehr indes immer zu einer Inter­es­senabwägung, die im Zweifel dem Täter nützt. Wir spre­chen uns daher dafür aus, jede Diensttätig­keit kon­se­quent unter den Schutz des § 113 StGB zu stellen.

Nach dem Gesetz­ent­wurf soll auch der § 305a StGB geändert werden, der bis­lang nur Fahr­zeuge der Polizei und der Bun­des­wehr beson­ders schützt. Wer solche Fahr­zeuge zerstört oder beschädigt, wird dem­nach härter bestraft als bei einer klas­si­schen Sach­beschädigung. Künftig sollen auch Fahr­zeuge von Feu­er­wehr, Kata­stro­phen­schutz und Ret­tungs­diensten sowie wesent­liche tech­ni­sche Arbeits­mittel von dieser Straf­verschärfung erfasst werden.

Hei­nisch ist nach der Anhörung und einem persönli­chen Gespräch mit dem Vor­sit­zenden des Rechts­aus­schusses, MdB Sieg­fried Kauder, zuver­sicht­lich: Wir konnten die Realitäten im Ein­satz­alltag dar­stellen. Ihnen wollen die Abge­ord­neten nach meinem Ein­druck mit der Neu­re­ge­lung bestmöglich gerecht werden. Mit einer Gesetzesände­rung können wir wirk­lich etwas errei­chen. Dann sind alle Feu­er­wehr­angehörigen, alle Fahr­zeuge und die Geräte beson­ders geschützt.

Quelle: Deut­scher Feu­er­wehr­ver­band