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Berührungsängste abbauen, Sensibilität aufbauen

von Medienteam KFV Heilbronn

„Wenn es darum geht, wie man Men­schen mit Behin­de­rungen retten kann, dann ist es wichtig, diese in einem Kon­zept auch im Blick zu haben“, erklärte Kirsten Bruhn, mehr­fache Para­lympic-Sie­gerin im Schwimmen, in ihrem Impuls­vor­trag beim Forum Feu­er­wehr und Men­schen mit Behin­de­rungen. Bruhn plädierte dafür, Berührungsängste abzu­bauen und des­halb auch beson­dere Lagen mit behin­derten Men­schen zu üben. „Man sollte sich in eine der­ar­tige Situa­tion hin­ein­ver­setzen. Der Helfer sollte sich einmal in einen Roll­stuhl setzen – viel­leicht sogar daran fes­seln lassen – und sich dann retten lassen. Damit man ver­steht, was es heißt, im Roll­stuhl getragen oder sogar mit­tels Dreh­leiter aus dem Hoch­haus gerettet zu werden. Das ist etwas ganz anderes, als wenn man Hände und Füße benutzen kann“, setzte sich die Red­nerin für Sen­si­bilität gegenüber den Bedürfnissen von Men­schen mit Han­dicap ein.

Das Ver­an­stal­tungs­format wurde erst­mals vom Gemein­samen Aus­schuss Brand­schutz­er­zie­hung und -aufklärung des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bandes (DFV) und der Ver­ei­ni­gung zur Förde­rung des deut­schen Brand­schutzes (vfdb) durchgeführt. Rund 100 Teil­neh­me­rinnen und Teil­nehmer – dar­unter auch Men­schen mit Behin­de­rungen – nahmen das Infor­ma­tions- und Wei­ter­bil­dungs­an­gebot wahr.

Die Tages­ver­an­stal­tung glie­derte sich in vier Module: Neben Basis­in­for­ma­tionen über die Dif­fe­ren­zie­rung von Behin­de­rungen (Helmut Hülsken, haupt­amt­li­cher Brand­schutz­er­zieher und -aufklärer bei der Feu­er­wehr Bocholt) wurden der Bau­liche Brand­schutz und Eva­ku­ie­rungs­kon­zepte in Ein­rich­tungen für Men­schen mit Behin­de­rungen (Ralf Höhmann, stell­ver­tre­tender vfdb-Fach­aus­schuss­vor­sit­zender und stellv. Wehrführer im hes­si­schen Fried­berg) vor­ge­stellt. Anschließend ging es spe­ziell um Brand­schutz­er­zie­hung und -aufklärung bei Men­schen mit Behin­de­rungen sowie Inte­gra­ti­ons­ein­rich­tungen (Karl­heinz Ladwig). Das Thema Räumungsübungen bei Men­schen mit Behin­de­rungen und die Schu­lung von Mit­ar­bei­tern in Wohn- und Pfle­ge­heimen (Willi Deml) run­deten das Pro­gramm ab.

DFV-Vizepräsident Karl-Heinz Knorr wies auf die Kom­plexität des vor­beu­genden Brand­schutzes in Ein­rich­tungen für behin­derte Men­schen hin: „Auf­grund der unter­schied­li­chen körper­li­chen und psy­chi­schen Ein­schränkungen der Bewohner dieser Ein­rich­tungen kann es keine Stan­dard-Ant­worten für den vor­beu­genden und abweh­renden Brand­schutz geben.“ Das Pro­gramm des Forums zeige, dass man den unter­schied­li­chen Pro­blem­stel­lungen Rech­nungen tragen wolle.

„Auch mit einer Behin­de­rung ist ein erfolg­rei­ches Leben möglich!“, erklärte Kirsten Bruhn in ihrem beein­dru­ckenden Impuls­vor­trag: Sie ver­deut­lichte anhand ihrer Lebens­ge­schichte, dass man allen Wider­nissen zum Trotz nie den Mut ver­lieren sollte: „Ent­schei­dend ist, was man aus einer Behin­de­rung macht!“ Beein­druckt zeigten sich die Teil­neh­me­rinnen und Teil­nehmer des Forums auch vom Bei­trag der „Lebens­hilfe Hanau e.V.“: Hier präsen­tierten Men­schen mit Behin­de­rung eine „Feu­er­wehr-Moden­schau“, auf die sie sich mit großer Begeis­te­rung vor­be­reitet hatten – für den aus­drucks­starken Auf­tritt gab es ste­hende Ova­tionen.

Quelle: Deut­scher Feu­er­wehr­ver­band