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Arbeit bei Feuer und Sommerhitze

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Medienteam KFV Heilbronn

Wie können Feu­er­wehr­leute Gesund­heits­ri­siken min­dern?

Arbeiten in großer Hitze ist für Feu­er­wehr­leute Teil ihres All­tags. Trotzdem birgt die aktu­elle Som­mer­hitze auch für sie zusätzliche Gefahren. Ein körper­lich anstren­gender Ein­satz in mehr­la­giger Schutz­klei­dung treibt den Schweiß und führt schnell zu extremem Flüssig­keits­ver­lust. Wie kann man sol­chen Gesund­heits­ri­siken begegnen und den Hit­ze­stress redu­zieren? Die gesetz­liche Unfall­ver­si­che­rung und der Deut­sche Feu­er­wehr­ver­band geben Hin­weise, wie die Gesund­heits­ri­siken beim Feu­er­wehr­ein­satz in großer Hitze gemin­dert werden können.

„Bei Tem­pe­ra­turen über 30 Grad kann es gerade bei großer körper­li­cher Anstren­gung zum Bei­spiel zu einer Hit­ze­erschöpfung oder gar einem Hitz­schlag kommen“, warnt Tim Pelzl, Leiter des Fach­be­reichs „Feu­er­wehren, Hil­fe­leis­tungen, Brand­schutz“ der DGUV: Auch die hohe Ozon­be­las­tung kann zu gesund­heit­li­chen Pro­blemen führen. „Die ver­ant­wort­li­chen Führungskräfte müssen all diese Fak­toren momentan bei der Ein­satz­vor­be­rei­tung und -durchführung beachten“, sagt Klaus Fried­rich, Bun­des­feu­er­wehr­arzt des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bandes (DFV). „Treten Kopf­schmerz, Schwindel, Übel­keit, Bewusst­seinsverände­rungen oder Krampfanfälle auf, sollte medi­zi­ni­sche Hilfe ange­for­dert werden.“

Zwar können Feu­er­wehr­leute die Arbeit bei großer Hitze nicht ver­meiden, aber mit einigen Vor­sichtsmaßnahmen lassen sich die Risiken zumin­dest min­dern:

  • Achten Sie bei allen Einsätzen auf einen kon­se­quenten Son­nen­schutz. Kopf und Körper sollten bedeckt sein, die Augen even­tuell mit einer Son­nen­brille geschützt. Machen Sie wann immer möglich Pausen im Schatten.
  • Grundsätzlich sollten körper­liche Belas­tungen redu­ziert werden. Halten Sie Ein­satzübungen des­halb kurz, ver­schieben Sie Tätig­keiten, die nicht unbe­dingt not­wendig sind, auf kühlere Tages­zeiten. Von sport­li­chen Aktivitäten ist abzu­raten.
  • Es ist wichtig, auf eine großzügige Flüssig­keits­zu­fuhr zu achten. Die tägliche Trink­menge sollte bei gesunden Ein­satzkräften min­des­tens drei Liter betragen. Die Getränke sollten in kleinen Por­tionen, aber dafür kon­ti­nu­ier­lich ein­ge­nommen werden. Nach einem Ein­satz mit Press­luft­at­mern (PA) oder Che­mi­ka­li­en­schutzanzügen (CSA) sollte die Trink­menge um wei­tere 1,5 Liter auf­ge­stockt werden. Nicht ver­gessen: Bereits im Ein­satz­fahr­zeug und an der Ein­satz­stelle müssen aus­rei­chend Getränke bereit­stehen.
  • Nutzen Sie jede Möglich­keit zum Abkühlen – auch den Sprühstrahl des Löschfahr­zeugs.
  • Die Einsätze sollten so geplant werden, dass nicht ein Feu­er­wehr­mann oder eine Feu­er­wehr­frau meh­rere anstren­gende Einsätze, zum Bei­spiel mit umluft­unabhängigem Atem­schutz, hin­ter­ein­ander absol­vieren muss. Das heißt: Recht­zeitig an Ablösungen denken und nach­alar­mieren.
  • Mehr­la­gige Ein­satz­klei­dung zur Gebäude­brandbekämpfung, zum Bei­spiel nach DIN EN 469 bzw. HUPF Teil 1 und 4, belasten die Ein­satzkräfte bei der Hitze extrem. Wann immer es tak­tisch und sicher­heits­tech­nisch möglich ist, sollte auf leich­tere, weniger iso­lie­rende Ein­satz­klei­dung aus­ge­wi­chen werden. Zum Bei­spiel bei der tech­ni­schen Hil­fe­leis­tung oder der Brandbekämpfung im Freien.

Wei­tere Hin­weise zu akuten Hit­ze­er­kran­kungen: http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/204-037.pdf

Wei­tere Infor­ma­tionen des Bun­des­feu­er­wehr­arztes zum Thema gibt es hier:
http://www.feuerwehrverband.de/fileadmin/Inhalt/PRESSE/Pressedienst/18…_Bundesfeuerwehrarzt.pdf

Quelle: Deut­scher Feu­er­wehr­ver­band