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Verbandsversammlung der Feuerwehren

von Medienteam KFV Heilbronn

„Wir - und damit meine ich alle, die im Feu­er­wehr­be­reich Ver­ant­wor­tung tragen - müssen die not­wen­digen Rah­men­be­din­gungen anpassen, um Ehrenamt im Feu­er­wehr­dienst auch zukünftig zu ermögli­chen.“ Das sagte Innen­mi­nister Rein­hold Gall am Samstag, 18. Juli 2015, bei der Ver­bands­ver­samm­lung des Lan­des­feu­er­wehr­ver­bandes in Böblingen. In seiner Rede trat er für den Erhalt des Ehren­amtes als tra­gende Säule eines flächen­de­ckenden Brand­schutzes im Lande ein. „Wir dürfen nicht den Fehler machen, Frei­wil­ligen Feu­er­wehr­angehörigen immer mehr aufzubürden, sie zu über­for­dern und sie dafür mit Geld abzu­speisen“, unter­strich der Minister.

„Wir müssen das Ehrenamt, wo immer möglich, vor unnötigen Auf­gaben bewahren und es von belas­tendem Bei­werk befreien. Das Ehrenamt muss an ent­schei­dender Stelle - bei­spiels­weise durch haupt­amt­li­ches Per­sonal - ent­lastet werden“, lau­tete seine Bot­schaft an die Städte, Gemeinden und Land­kreise. Rein­hold Gall, selbst aktiver Feu­er­wehr­mann in seiner Hei­mat­ge­meinde Ober­sulm, for­derte: „Unsere Ehren­amt­li­chen müssen sich auf ihren originären Auf­trag kon­zen­trieren können. Aus­bil­dung und Ein­satz stehen im Mit­tel­punkt ehren­amt­li­chen Han­delns.“

Gleich­zeitig ver­wies der Minister auf den vom Lan­des­ka­bi­nett zur Anhörung frei­ge­ge­benen Ent­wurf zur Ände­rung des Feu­er­wehr­ge­setzes. „Darin bieten wir künftig die Möglich­keit an, auch inner­halb einer Feu­er­wehr die Arbeits- und Auf­ga­ben­tei­lung nach Kom­pe­tenzen und Leis­tungs­vermögen zu opti­mieren“, erklärte Rein­hold Gall. Die Feu­er­wehr könne sich auf diese Weise für Men­schen öffnen, die bei­spiels­weise vor einem Atem­schutz­ein­satz Respekt haben, die sich aber als EDV-affine Bürger in der Kom-muni­ka­ti­ons­technik ein­bringen und etwa Auf­gaben im IuK-Bereich bei Einsätzen und Übungen über­nehmen wollten.

Par­allel dazu solle enga­gierten Feu­er­wehr­angehörigen in Lebens­phasen, in denen wenig Zeit für Hobbys und ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment vor­handen sei, eine Per­spek­tive zum Ver­bleib in der Ein­satz­ab­tei­lung geboten werden. Es müsse in den Abtei­lungen ver­hin­dert werden, dass zu viele gut aus­ge­bil­dete Feu­er­wehr­angehörige mit großer Lebens- und Berufs­er­fah­rung die Frei­wil­ligen Feu­er­wehren viel zu früh ver­lassen.

Um die Attrak­tivität des Feu­er­wehr­dienstes noch besser dar­stellen zu können, stellte der Innen­mi­nister die neue Image­broschüre „WIR LEBEN RETTEN“ vor. „Ich meine, dass wir mit dieser Image­broschüre bun­des­weit erst­mals einen Wer­beträger geschaffen haben, der die Wehren umfas­send beschreibt!“, stellte Minister Gall fest.

Mit ein­drucks­vollen Bil­dern und Texten stellt die Broschüre auf 32 Seiten die Feu­er­wehr in Baden-Württem­berg vor. Persönlich­keiten wie der Frei­burger Erz­bi­schof Burger, der Come­dian Bülent Ceylan, Gene­ral­inspek­teur a.D. Wolf­gang Schnei­derhan oder Bun­des­trainer Jogi Löw melden sich zu Wort und bekennen sich zu IHRER Feu­er­wehr.

Der Innen­mi­nister ver­wies auch auf den Neubau und die Wei­ter­ent­wick­lung der Lan­des­feu­er­wehr­schule in Bruchsal. Mit Blick auf kom­plexe Scha­den­sze­na­rien müssten die Feu­er­wehren, die Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen, das THW, die Bun­des­wehr und die Ver­wal­tung im Ein­satz eng, pro­fes­sio­nell und ein­ge­spielt zusam­men­ar­beiten und könnten sich dort vor­be­reiten.

Um diese Zusam­men­ar­beit weiter vor­an­zu­treiben, werde an der Lan­des­feu­er­wehr­schule eine Aka­demie zur Gefah­ren­ab­wehr auf­ge­baut und damit ins­be­son­dere die Führungs­aus­bil­dung aller Mit­wir­kenden im Bevölke­rungs­schutz ver­zahnt, ver­deut­lichte der Minister. Die Lan­des­feu­er­wehr­schule werde damit auch künftig das zen­trale Steue­rungs- und Kom­pe­tenz­zen­trum für ein erfolg­rei­ches Wirken der Feu­er­wehren bleiben – kein Lehr­gangs­platz für Feu­er­wehr­angehörige ginge dadurch ver­loren.

Minister Gall ging in seiner Rede auch auf die gesetz­li­chen Neu­re­ge­lungen für die Aus­bil­dung und Prüfung der feu­er­wehr­tech­ni­schen Beamten ein. Auch die Rückführung der Son­der­al­ters­grenze von 62 auf 60 Jahre für die haupt­amt­li­chen Ein­satzkräfte sei auf den Weg gebracht. „Ich gehe davon aus, dass wir noch im Laufe dieses Jahres das Geset­zes­vor­haben abschließen können“, kündigte er an.

Schließlich teilte der Minister mit, „dass in den kom­menden Jahren so viel Geld wie nie zuvor für Feu­er­wehr­zwecke im Lan­des­haus­halt zur Verfügung steht.“ Kon­kret bedeutet dies: In 2015 und 2016 werden jeweils etwa 57 Mil­lionen Euro an Mit­teln aus der Feu­er­schutz­steuer bereit­stehen - ohne Decke­lung für andere Zwecke oder für den all­ge­meinen Haus­halt. Aller­dings stehe dem ein erhöhtes Antrags­vo­lumen gegenüber. Des­halb könne keine hun­dert­pro­zen­tige Förder­quote erreicht werden.

Der Minister bekräftigte seine Aner­ken­nung und seinen Respekt vor der Leis­tung der baden-württem­ber­gi­schen Feu­er­wehren. „Sie leisten einen vor­bild­li­chen Dienst, mit viel Enga­ge­ment und persönli­chem Ein­satz. Sie geben den Men­schen im Land das Gefühl von Sicher­heit. Wir alle wissen“, lobte er, „dass wir im Not­fall auf Sie bauen können. Er sei sich sicher, dass die Feu­er­wehren auch die Her­aus­for­de­rungen der kom­menden Jahre bewältigen würden.“

Quelle: Innen­mi­nis­te­rium Baden-Württem­berg