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Gegenseitige Hilfe ist besser als EU-Zentralismus

von Medienteam KFV Heilbronn

Zen­trale Kata­stro­phen­schutz­ein­heiten der EU werden starken und schwa­chen Mit­glieds­staaten glei­chermaßen nicht gerecht, sind sich Baden-Württem­bergs Innen­mi­nister Rein­hold Gall und Feu­er­wehr-Präsident Hans-Peter Kröger einig. Bei einem Gespräch in der Bun­des­geschäfts­stelle des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bandes (DFV) erörterten beide ausführlich die Pläne zur Ein­rich­tung eines Europäischen Kata­stro­phen­schutz­sys­tems. Der­zeit sind die Vor­schläge von Par­la­ment und Euro­parat Gegen­stand von Über­le­gungen in den Mit­glieds­staaten.

Der DFV setzt darauf, dass alle EU-Staaten eigene leis­tungsfähige Struk­turen schaffen. Bei beson­deren Lagen ist gegen­sei­tige Hilfe eine Selbst­verständlich­keit. Wir wollen aber nicht dop­pelt zahlen und im Ernst­fall dann zum Befehls­empfänger vom grünen Tisch in Brüssel werden, erläutert DFV-Präsident Kröger.

Minister Gall hat ernst­hafte Zweifel, dass eine zen­trale Kata­stro­phen­schutz­truppe der EU in der Praxis funk­tio­niert: Dies könne sich zu einer Zwangsmaßnahme für aktive Mit­glied­staaten und einem sicheren Ruhe­kissen für weniger aktive Mit­glied­staaten ent­wi­ckeln. In Deutsch­land hat es sich bewährt, den Kata­stro­phen­schutz dezen­tral vor Ort zu orga­ni­sieren, sagt der Innen­mi­nister.

Gesprächs­themen von Gall und Kröger waren auch ein stärkerer fach­li­cher Aus­tausch der Feu­er­wehren mit Brüssel und die Ehren­amts­dis­kus­sion um die EU-Arbeits­zeit­richt­linie.

Im Ret­tungs­dienst sprach sich der Minister für ein erwei­tertes Berufs­bild aus, das mit der Einführung des soge­nannten Not­fall­sanitäters geplant ist. Dies sei wichtig für qua­li­fi­zierte, schnelle Hilfe ange­sichts einer stetig stei­genden Zahl von Ret­tungs­dienst­einsätzen. Gall und Kröger sind sich einig, dass das neue Berufs­bild aber nicht zu Mehr­kosten führen darf, etwa durch eine völlige Aka­de­mi­sie­rung der Aus­bil­dung.

Bild: Baden-Württem­bergs Innen­mi­nister Rein­hold Gall (l.) und DFV-Präsident Hans-Peter Kröger erörterten aktu­elle Themen des Bevölke­rungs­schutzes in der Bun­des­geschäfts­stelle des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bandes in Berlin.

Quelle: Deut­scher Feu­er­wehr­ver­band