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Brandklasse F in die DIN EN 2 (Brandklassen) aufgenommen

von LFS - Bruchsal

Mit Erscheinen der DIN EN 2 (Brand­klassen) jetzt im Januar 2005 ist neben den bisher bekannten Brand­klassen A, B, C und D auch die Brand­klasse F auf­ge­nommen worden. Die Brand­klasse F betrifft Brände von Speiseölen/-fetten (pflanz­liche oder tie­ri­sche Öle und Fette) in Frit­tier- und Fett­backgeräten und anderen Küchen­ein­rich­tungen.

Ein offi­zi­elles Pik­to­gramm für die Brand­klasse F gibt es auf CEN-Ebene noch nicht. Pik­to­gramme für die Brand­klassen werden in EN 3-7 behan­delt. Der­zeit ist ein Ände­rungs­ent­wurf A1 zu EN 3-7 in CEN/TC 70/WG 5 in Arbeit, der neben den anderen bereits eingeführten Pik­to­grammen für die Brand­klassen A,B,C und D auch das hier abge­bil­dete Brand­klas­sen­pik­to­gramm F enthält. Es ent­spricht dem welt­weit genormten Brand­klas­sen­pik­to­gramm F in ISO 7195:1999/Amd 1:2004.

Quelle: Nor­men­aus­schuss Feu­er­wehr­wesen (FNFW) im DIN e.V.

Hin­ter­grund
Prin­zi­piell gehören Fette der Brand­klasse B an, jedoch werden Fettbrände wegen ihrer beson­deren Gefahren und Eigen­heiten ab sofort einer geson­derten Brand­klasse F zuge­rechnet.
Beson­ders pro­ble­ma­tisch sind Fettbrände des­halb, weil Löschver­suche mit Wasser fast zwangsläufig zur Fett­ex­plo­sion führen. Ursache dafür ist der so genannte Sie­de­verzug zu dem es kommt, wenn ein flüssiges wässriges Löschmittel ins heiße Fett ein­ge­bracht wird und in diesem absinken kann. Daher ver­bieten sich Wasser- und auch nor­male Schaumlöscher, da dort meist ein maßgeb­li­cher Teil des Löschmit­tels, wohl durch die Art der Düse (Sprühschaumdüse), flüssig abge­geben wird.
Bren­nende Fette und Öle ver­halten sich im hoch erhitzten Zustand quasi wie selbst­entzündliche Flüssig­keiten. Daher sind auch Pulver- und CO2-Löscher nicht sinn­voll zu ver­wenden, da nach Abnahme der Löschmit­tel­kon­zen­tra­tion das Brandgut meist wieder Feuer fängt; vom Löschmit­tel­schaden durch das Pulver einmal ganz abge­sehen.
Nach neueren Erkennt­nissen sind Löschde­cken zum Löschen von Fettbränden - dafür wurden sie in der Ver­gan­gen­heit in Küchen häufig vor­ge­halten - nicht geeignet. Dabei wurde fest­ge­stellt, dass die Feuerlöschde­cken (Wolle, Baum­wolle, Glas-, Nomex- und Kev­lar­ge­webe) nicht geeignet sind, da sie durch das hohe „Hit­ze­po­ten­tial“ durch­brennen. Ver­mut­lich kon­den­sierten in den Decken die heißen Fettdämpfe und sorgten für eine Entzündung der Decken (Docht­ef­fekt).
Als sim­pelste Lösung - bei Fri­teusen meis­tens nicht möglich - bietet sich ein tro­ckener Topf­de­ckel an. Nach Abstellen der Ener­gie­zu­fuhr zur Koch­stelle lässt sich ein Fett­brand damit effektiv ersti­cken. Vor­sicht vor Kon­dens­wasser an benutzten Koch­de­ckeln, das abtrop­fende Wasser kann bereits zu einer Fett­ex­plo­sion mit schweren Ver­let­zungen und Schäden führen!
Auf Grund der ganzen vorher genannten Gründe, gibt es seit einiger Zeit auch spe­zi­elle Fett­brandlöscher, die über eine beson­dere Düse und unter Umständen auch über ein spe­zi­elles Löschmittel verfügen; die Eig­nung für Fettbrände ist auf dem Löscher ange­geben.