QR-Code zur Seite

Jugendfeuerwehr Bad Rappenau unternimmt informative Tour an den Bodensee

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Weil Wasser nicht nur zum Löschen da ist

Auf großer Fahrt waren 54 Mit­glieder der Jugend­feu­er­wehr der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau am ver­gan­genen Wochen­ende. Auf dem Pro­gramm stand ein zweitägiger Aus­flug an den Bodensee mit dem Besuch des Was­ser­werks auf dem Sipp­linger Berg. „Wasser ist ein kost­bares Gut“, erklärt Kom­man­dant Felix Mann, „des­halb freuen wir uns, dass in Zusam­men­ar­beit mit dem Zweck­ver­band Mühlbach der Besuch des Werks möglich wurde. Wir finden es wichtig, dass die Jugend­li­chen wissen, wo das Wasser, mit dem wir arbeiten, her­kommt.“

Der Umgang mit den Res­sourcen und die Nach­hal­tig­keit zu ver­mit­teln, ins­ge­samt Werte ver­mit­teln, das ist den Ver­ant­wort­li­chen der Jugend­feu­er­wehr wichtig. „Wir wollten den Jugend­li­chen auch einmal die Dimen­sionen der Trink­was­ser­auf­be­rei­tung zeigen, denn die sind schon beein­dru­ckend.“ Neben der Besich­ti­gung des Was­ser­werks standen ein Floßbau mit anschließendem Rennen, eine Team­o­lym­piade und eine Nacht­wan­de­rung auf dem Pro­gramm.

Den Aus­flug geplant hat erst­mals der neue Jugend­feu­er­wehr­wart Patrick Söhner mit seinem Team. Seit Anfang des Jahres ist der Fürfelder im Amt. Die Arbeit mit den Jugend­li­chen ist für ihn eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit. „Ich bin bei der Feu­er­wehr, seit ich zwölf Jahre alt bin. Mit 18 Jahren habe ich als Betreuer ange­fangen, zunächst in Fürfeld und jetzt bei der Abtei­lung Süd.“

Söhner ist einer der­je­nigen, die das Res­sort­mo­dell aus der Taufe gehoben haben, einen Lern­ziel­ka­talog und Lern­ziel­hefte für die Jugend­li­chen eingeführt haben und der seine Ideen in die Umstruk­tu­rie­rung hat ein­fließen lassen. „Ich habe schon länger über­legt, für den Posten des Jugend­feu­er­wehr­warts zu kan­di­dieren, doch beim letzten Mal hat es aus persönli­chen Gründen nicht gepasst.“ Anfang 2024 ergriff Söhner die Chance und wurde gewählt. „Ich sehe nach wie vor noch Poten­zial für Verände­rungen.“

Seit 2019 ist er als Teamer bei den Roo­kies, also den jüngsten Mit­glie­dern der Jugend­feu­er­wehr, dabei. „Wir haben auf der städti­schen Ebene gezeigt, dass das läuft, es ist aber auch klar, dass wir noch mehr Reize brau­chen.“

Söhner bemerkt auch Verände­rungen. „Die Kinder sind vom Ent­wick­lungs­stand heute anders und auch das Anspruchs­ver­halten hat sich geändert.“ Und wie begeis­tert man Jugend­liche für die Feu­er­wehr? „Wir müssen mit Dingen fas­zi­nieren, die es nicht auf dem Handy gibt. Dingen wie Soli­darität, Gemein­schaft und Erfolgs­er­leb­nissen im Team. Denn Feu­er­wehr funk­tio­niert nur im Team.“

Stoßen einmal Indi­vi­dua­listen dazu, „dann suchen wir das Gespräch.“ Bis­lang habe man es immer geschafft, dass sich die Jugend­li­chen in die Gruppe ein­ge­glie­dert haben. „Natürlich ste­cken wir auch Grenzen. Bei­spiels­weise haben wir ein Kar­ten­system eingeführt, da wissen die Jugend­li­chen genau, was los ist.“

Doch die Betreuer der Jugend­gruppen sind nicht nur Aus­bilder. „Viele der Jugend­li­chen sind befreundet und gehen zusammen zur Schule. Da bleibt es nicht aus, dass zwi­schen­mensch­liche Pro­bleme auch in die Feu­er­wehr getragen werden, und da helfen wir dann auch.“

Seine erste große Bewährungs­probe musste Söhner Ende Juni bei der Abnahme der Jugend­flamme und Leis­tungs­spange bestehen. „Wir hatte 164 Jugend­liche aus dem Land­kreis zu Gast“, sagt er stolz. Dass die Rap­pen­auer da auch ver­treten waren, war für Söhner keine Frage. Schließlich haben sie mit 112 Jugend­li­chen die größte Jugend­feu­er­wehr im Kreis.

„Wir haben uns darauf fokus­siert, jeden Jugend­li­chen aus der Jugend­feu­er­wehr mit der Leis­tungs­spange zu ver­ab­schieden. Dieses Jahr ging eine Gruppe an den Start, die wir als erste kom­plett durch das Res­sort­mo­dell getragen haben.“