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Freiwillige Feuerwehr Bad Rappenau trainiert interkommunalen Einsatz

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Im Ernst­fall das Schlimmste zu ver­hin­dern – das war das Ziel einer gemein­samen Übung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau, Abtei­lung Wol­len­berg, der Was­serförde­rung (WFZ) der Bad Rap­pen­auer Wehr und der Frei­wil­lige Feu­er­wehr Hüffen­hardt. Ange­nommen wurde ein Brand in einer Scheune der Hüttingsmühle, zwi­schen Hüffen­hardt und Wol­len­berg gelegen. Am Ende der gut zwei­ein­halbstündigen Übung fiel das Fazit von Philipp Kern, Leiter des WFZ, positiv aus. „Das Zusam­men­spiel hat gut geklappt.“

Die kreis- und regie­rungs­be­zirksüberg­rei­fende Übung begrüßten auch die beiden Kreis­brand­meister Bernd Halter (Heil­bronn) und Jörg Kir­schen­lohr (Mos­bach). „Kirch­turm­denken darf es in der heu­tigen Zeit nicht mehr geben. Kreisüberg­rei­fende Übungen werden ange­sichts stei­gender Her­aus­for­de­rungen immer wich­tiger. Des­halb kann man solche Übungen und das Zusam­men­ar­beiten der Wehren nicht genug loben.“

Bernd Halter unter­streicht diese Aus­sage: „Die kreisüberg­rei­fenden Übungen und Aus­bil­dungen an den Land­kreis­grenzen sind enorm wichtig, um im Ein­satz­fall abge­stimmt und ziel­ge­richtet Einsätze bewältigen zu können. Es ver­ein­facht die Zusam­men­ar­beit natürlich sehr, wenn sich die Ein­satzkräfte, zumin­dest jedoch die Führungskräfte, unter­ein­ander kennen und die jewei­ligen Land­kreisführungs­struk­turen bekannt sind.“ In Rich­tung der Bad Rap­pen­auer Wehr kon­sta­tierte Halter: „Die Feu­er­wehr Bad Rap­penau pflegt den kreisüberg­rei­fenden und inter­kom­mu­nalen Ein­satz- und Übungs­dienst schon immer. Die Beson­der­heit hier ist, dass sich die Zusam­men­ar­beit nicht nur auf einen, son­dern auf zwei angren­zende Land­kreise erstreckt.“ Damit meint er einer­seits die Lage von Wol­len­berg, die ein Zusam­men­ar­beiten mit Hüffen­hardt (Neckar-Oden­wald-Kreis) erfor­dert, und ande­rer­seits die gemein­samen Auto­bahn­ab­schnitte mit Sins­heim (Rhein-Neckar-Kreis). Die kreisüberg­rei­fenden Straßennetz­ver­bin­dungen und die gesetz­lich gefor­derte Über­land- und Nach­bar­schafts­hilfe seien für Bad Rap­penau gewohntes Ter­rain. Halter stellt zufrieden fest: „Meine Kreis­brand­meis­ter­kol­legen berichten mir nur Gutes von der Zusam­men­ar­beit.“

Dichter Rauch quillt aus der Scheune der Hüttingsmühle, auf der angren­zenden L530 ver­lang­samen die Fahr­zeuge ihre Geschwin­dig­keit, es hält jedoch kein Fahr­zeug an. Plötzlich ist von beiden Seiten her Mar­tins­horn zu hören. Augen­blicke bevor die Hüffen­hardter Wehr mit drei Ein­satz­fahr­zeugen um die Kurve kommt, rückt Wol­len­berg mit zwei Fahr­zeugen an. Nach Erkun­dung der Lage ist klar: In der bren­nenden Scheune befinden sich noch drei Per­sonen. Während die Atem­schutzgeräteträger die Per­so­nen­ret­tung angehen, bereiten die anderen Ein­satzkräfte den Lösch­an­griff vor. Gleich­zeitig wird der WFZ, sta­tio­niert in Grom­bach und Ober­gim­pern, alar­miert, denn schnell wird klar: Die Was­ser­ver­sor­gung auf dem Gehöft reicht nicht aus, um den Brand erfolg­reich bekämpfen zu können. Schon auf der Anfahrt legen die Aktiven des WFZ eine Schlauch­lei­tung von Hüffen­hardt an den Ein­satzort. Am Zielort wird auf einem Park­platz der Faltbehälter für das Wasser auf­ge­baut. Mit Pumpen wird es an den Ein­satzort trans­por­tiert. Am Ende haben die 45 Ein­satzkräfte die Lage schnell im Griff.

Das Übungs­ob­jekt hat der aus Wol­len­berg stam­mende Philipp Kern bewusst gewählt. „Die Auf­gabe des WFZ liegt in der Was­serbeförde­rung zu ent­le­genen Objekten, an denen die Was­ser­menge als kri­tisch anzu­sehen ist. Als die Abtei­lung Wol­len­berg die Idee zu der Übung hatte, habe ich mit den Besit­zern der Mühle gespro­chen.“ Man spüre schon in den Vor­gesprächen die Dank­bar­keit und Wertschätzung für das Tun der Wehr, so Kern. „Letzt­end­lich kennen die Besitzer von solch abge­le­genen Objekten ihre Defi­zite in Sachen Löschwas­ser­ver­sor­gung ganz genau.“

Zusam­men­ar­beit der Ret­tungs­dienste wird immer wich­tiger

Die Zusam­men­ar­beit der Feu­er­wehren, auch kreisüberg­rei­fend, ist laut Bernd Halter essen­ziell. „Diese Art der Zusam­men­ar­beit war und ist immer sehr wichtig. Es wäre ja gera­dezu unglaub­lich, wenn das System Feu­er­wehr und übri­gens auch alle sons­tigen Hilfs- und Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tionen an den Land­kreis­grenzen halt machen würde.“ Mit Blick auf die Zukunft kon­sta­tiert der Kreis­brand­meister: „Die orga­ni­sa­tionsüberg­rei­fende und somit auch die kreisüberg­rei­fende Hilfe wird zukünftig einen noch höheren Stel­len­wert bekommen. Der Kli­ma­wandel und die daraus resul­tie­rende Zunahme der spon­tanen Unwet­ter­ereig­nisse, bei­spiels­weise Stark­regen und Stürme, for­dern uns in dem Maße heraus, dass wir ohne der­ar­tige Zusam­men­ar­beit nicht bestehen könnten.“