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Zeltlager soll Feuerwehren zusammenschweißen

Schwaigernvon Klaus Thomas Heck, HSt

Ein Sieb­dru­cker, der täglich bange nach dem Wet­ter­be­richt schaut? Ein Mecha­niker, der ein Dut­zende Fackeln bestellt? Knut Stein­bauer und Marcel Karger haben der­zeit alle Hände voll zu tun. Sie gehören zum Orga­ni­sa­ti­ons­team des Kreis­ju­gend­feu­er­wehr-Zelt­la­gers, das am heu­tigen Mitt­woch in Schwai­gern startet.

Fünf Tage lang - bis Montag früh - werden der Sport­platz an der Leintal-Real­schule und die Horst-Haug-Halle zum Mekka für die Feu­er­wehr-Jugend aus der Region. 220 Jugend­liche, Betreuer und Helfer aus 13 Wehren haben ihr Kommen angekündigt. Neben den Gast­ge­bern aus dem Leintal gehören auch Trupps aus Bad Fried­richs­hall, Bra­cken­heim oder Pfaf­fen­hofen dazu. Sogar aus dem französischen Ser­vian, der Part­ner­stadt von Bad Wimpfen, ist eine zwölfköpfige Dele­ga­tion dabei. Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr­zehnt ist wieder ein Zelt­lager dieser Größenord­nung geplant.

„Ein wenig enttäuscht bin ich trotzdem“, sagt Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Knut Stein­bauer. 1204 Jugend­liche - davon 182 Mädchen - haben die Brandbekämpfer kreis­weit. Dass gerade mal jeder Sechste mit­macht und dass 32 Wehren kom­plett fehlen, hat aber viel­leicht auch mit dem verlängerten Fei­er­tags­wo­chen­ende zu tun. „Aber wir wollten trotzdem etwas tun.“ Schließlich haben die frei­wil­ligen Feu­er­wehren Nach­wuchs­sorgen. „In ein paar Jahren kommen die gebur­ten­schwa­chen Jahrgänge. Darauf müssen wir uns vor­be­reiten.“

Die­je­nigen, die auf dem Fußball­rasen ihre Zelte auf­schlagen, soll das Grup­pen­er­lebnis noch ein wenig stärker zusammen schweißen. Es gibt Ken­nen­lern-Spiele und Tänze, Ausflüge, eine Nacht­wan­de­rung mit Fackeln nach Stetten, Sketche, einen ökume­ni­schen Got­tes­dienst und viel­leicht sogar einen Kino­film. Aller­dings keinen Action­streifen über wage­mu­tige Feu­er­wehr­leute. „Der Spaß soll im Vor­der­grund stehen“, sagt Marcel Karger. Auch beim Essen wird auf Beson­deres für die Flo­ri­ansjünger ver­zichtet. „Nein, es gibt nichts Flam­biertes“, sagt Karger. „Nur Haus­manns­kost.“ Was genau, darüber wird viel­leicht im „Wigwam“ berichtet. So heißt die exklu­sive Lager­zei­tung.

Ausflüge führen die Jugend­li­chen aus Schwai­gern heraus. So besucht jede Feu­er­wehr eine andere Gemeinde - um hin­terher zu erzählen: Was gibt's in Wid­dern Tolles zu erleben? Oder in Heil­bronn?

Sams­tags steht neben dem Feu­er­wehr­wett­be­werb Jugend­flamme die Lager­olym­piade auf dem Pro­gramm. Dann muss man die Nadel im Heu­haufen suchen, Was­ser­pumpen auf Leintüchern jon­glieren oder mit dem Löschschlauch ein Holz­haus abspritzen. Quasi eine Art Tor­wand­schießen für Feu­er­wehr­leute. Für die Sieger gibt's Urkunden und Medaillen. Wer gewinnt, ist aber ohnehin nicht so wichtig.

„Wir haben eine Menge vor“, sagt Knut Stein­bauer, der auf viel Son­nen­schein hofft. Sein Ziel: „Die Jugend­li­chen tagsüber so zu schlau­chen, dass sie zum Zap­fen­streich um 23 Uhr von selbst ein­schlafen.“ Ob das klappt? Viel­leicht berichtet das „Wigwam“ ja auch darüber. Die Heil­bronner Stimme fragt auf jeden Fall noch mal nach.

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Na immerhin, das erste Feld­bett steht bereits: Marcel Karger (vorne) und Knut Stein­bauer bereiten sich auf dem Schwai­gerner Sport­platz auf den Ansturm der Feu­er­wehr-Jugend vor. (Foto: Klaus Thomas Heck)