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Wie wenn wir Gerüche unserer Nachbarn wahrnehmen könnten?

Neudenauvon Matthias Bauer, Feuerwehr Neudenau

Es ist schon ein kleines Wun­der­werk – die Spürnase eines Ret­tungs­hundes. Von der bemer­kens­werten Leis­tung konnten sich die Kin­der­gruppe der Jugend­feu­er­wehr bei einem Besuch live über­zeugen. Um bis zu 1000mal emp­find­li­cher als die Nase eines Men­schen ist die Hun­de­nase. Das ist, wie wenn wir Gerüche unserer Nach­barn in mehr als 1km Umkreis wahr­nehmen könnten. Sicher­lich keine pri­ckelnde Vor­stel­lung.

Die Kinder waren schlicht und ein­fach begeis­tert und beein­druckt ob der tollen Leis­tungen der vier­bei­nigen Retter der Ret­tungs­hun­de­staffel Unter­land (RHU). Dabei sind die Ein­satz­ge­biete und Ein­satz­zwecke der RHU vielfältig und breit gestreut.

Ihre primäre Auf­gabe liegt darin, ver­misste Per­sonen wieder auf­zu­finden. Das betrifft nicht nur an Demenz erkrankte Men­schen, son­dern auch Kinder, welche viel­leicht mal eine größere Tour unter­nommen haben und nicht mehr nach Hause finden.

Auch die Ursa­chen für Einsätze können unter­schied­li­cher nicht sein. Neben der bereits erwähnten krank­heits­be­dingten Demenz, stehen auch Erd­beben, Explo­sionen und Erd­rut­sche auf der Liste der Retter auf Pfoten. Dabei kommen sie nicht nur vor der Haustüre, son­dern auch inter­na­tional zum Ein­satz. Die Ein­satz­zahlen belegen auch die Wich­tig­keit der Staffel. Im Schnitt muss die Staffel zu 2 – 3 Einsätzen pro Monat. Die Ret­tungs­hun­de­staffel ist ein unabhängiger Verein und ständig mit den unter­schied­lichsten Hil­fe­leis­tungs­or­ga­ni­sa­tionen in engem Kon­takt. Gemein­same Übungen sind dabei unver­zichtbar.

Deut­lich zu merken war, dass die Hunde Freude an Ihrer Auf­gabe hatten. Shy, Chilli und AC/DC - um nur drei zu nennen - waren kaum zu bremsen, als es darum ging, den Kin­dern ihre Fähig­keiten zu demons­trieren. Es war toll zu sehen, wie das Mit­ein­ander zwi­schen Hundeführer und Hund funk­tio­nierte. Das Team ist eine unzer­trenn­liche Ein­heit und es wird einiges von beiden abver­langt. Einsätze auf unweg­samen Gelände oder bei schlechter Wit­te­rung haben es in sich. Die Aus­bil­dung dauert bis zu drei Jahren. Nach der Aus­bil­dung muss selbst­verständlich regelmäßig geübt werden. Wöchent­lich bis zu 2mal treffen sich die frei­wil­ligen Helfer mit ihren Tieren, um Ein­satz­si­tua­tionen immer wieder und wieder zu trai­nieren und den Tieren durch die erlernte Rou­tine auch Sicher­heit zu geben. Dabei ist ihr Ein­satz auf­grund ihrer Über­zeu­gung kos­tenlos. Ein bemer­kens­werter Aspekt, sieht man den hohen Zeit­auf­wand eines jeden ein­zelnen.

Hätten die Kinder gekonnt, wären sie sicher noch eine Weile in Heil­bronn geblieben oder hätten wenigs­tens ver­sucht, einen von Shys Kol­legen im Ruck­sack nach Hause zu schmug­geln.

Vielen Dank an der Stelle an die Ret­tungs­hun­de­staffel Unter­land. Danke an all die Ret­tungs­hundeführer mit ihren vier­bei­nigen Part­nern dafür, dass Sie uns so herz­lich emp­fangen haben. Es war für uns ein inter­es­santer und span­nender Tag.

Vielen Dank außerdem an das Auto­haus Lott für die Bereit­stel­lung des Buses!