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Wer baut den höchsten Turm? Teamtraining bei der Jugendfeuerwehr Langenbrettach

Langenbrettachvon Martin Friedl, Feuerwehr Langenbrettach

Gemeinsam als Gruppe eine Auf­gabe erfüllen, unter Zeit­druck, mit begrenzten Mit­teln. Impro­vi­sieren, als Team zusammen krea­tive Lösungen ent­wi­ckeln und umsetzen. Das ist nicht nur bei der Feu­er­wehr, zum Bei­spiel bei der tech­ni­schen Hil­fe­leis­tung wichtig, son­dern auch in der Berufs­welt. Mit Schlüssel­qua­li­fi­ka­tionen oder Soft­s­kills bezeichnen Fach­leute die dabei gefor­derten Fähig­keiten. Dass diese immer wich­tiger werden, und zum Bei­spiel auch bei der Bewer­bung um einen Aus­bil­dungs­platz eine immer größere Rolle spielen, war allen Jugend­li­chen der Jugend­feu­er­wehr Lan­gen­bret­tach klar. Und so waren alle moti­viert dabei, als an einem Mitt­woch im Januar, im Jugend­feu­er­wehr­dienst nicht „Was­ser­ent­nahme“ oder „Heben von Lasten“ auf dem Dienst­plan stand, son­dern „Team­trai­ning/Turmbau“.

In Klein­gruppen mit jeweils 4 gleich­alt­rigen Jugend­li­chen musste fol­gende Auf­gabe gelöst werden: Nur mit Hilfe des bereit­ge­stellten Mate­rials inner­halb von 45 Minuten einen Turm bauen, der möglichst hoch, möglichst schön und möglichst stabil sein soll. Die Gruppe musste also auch noch zwi­schen diesen drei mit­ein­ander kon­kur­rie­renden Zielen einen Kom­pro­miss finden. Als Mate­rial standen neben Schere, Kleb­stoff, Lineal und Blei­stift nur in Streifen und Recht­ecke zer­klei­nertes Ton­pa­pier und zwei Blätter weißes DIN-A-4-Papier zur Verfügung.

Die Gruppen gingen voller Taten­drang zu Werke. Dabei wurden die Aktivitäten jeder Gruppe von einem neu­tralen Beob­achter für die spätere Aus­wer­tung des Arbeits­pro­zesses auf einem Form­blatt pro­to­kol­liert. Meist wurde nur wenig geplant und statt dessen kreativ drauf los­ge­bas­telt. Zwi­schen­drin wurde natürlich auch in den Gruppen dis­ku­tiert und um eine opti­male Lösung gerungen. Nach 45 Minuten waren so drei ganz unter­schied­liche Türme ent­standen. Diese mussten von den Gruppen einem „Kauf­in­ter­es­senten“ präsen­tiert werden. Dabei sollten die Gruppen die Vor­teile ihrer Kon­struk­tion her­vor­heben.

In der letzten Phase des Team­trai­nings wurde in den Gruppen der Ablauf der Pla­nungs- und Bau­phase durch den Beob­achter vor­ge­stellt und anschließend, unterstützt von den Betreuern als Mode­ra­toren dis­ku­tiert. In allen Gruppen wurde selbst­kri­tisch ange­merkt, dass die Pla­nungs­phase zu kurz kam und oft­mals nur drauflos gebas­telt wurde. Die Jugend­li­chen würden sich für die Pla­nung das nächste Mal mehr Zeit nehmen. Die Zusam­men­ar­beit hat aber in allen Gruppen sehr gut geklappt, was ja auch die Ergeb­nisse zeigen.