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Wenn Bälle mit Schläuchen gejagt werden

Schwaigernvon Stefanie Pfäffle, HSt

„Mein Gott, als das kleine Mädchen aus der Schule nach Hause kommt, ist die ganze Küche voller Rauch. Geis­tes­ge­genwärtig ruft sie die Frei­wil­lige Feu­er­wehr in ihrem Hei­matort. Die Ein­satz­leit­zen­trale alar­miert die Männer und Frauen, die gerade ihrer Arbeit als Kin­dergärtnerin, Mecha­niker oder Bank­kauf­mann nach­gehen. Sie eilen zum Ein­satz, und am Ende geht alles gut aus. Es war nur ein bren­nender Topf." Mit dieser als Film ver­packten Erläute­rung, wie das bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr funk­tio­niert, beginnt am Samstag das Kin­der­fe­ri­en­pro­gramm bei den Schwai­gerner Flo­ri­ansjüngern.

Sta­tio­nen­lauf Doch dann geht es an den Sta­tio­nen­lauf. Kom­man­danten, Grup­penführer, Zugführer, Maschi­nisten und Melder, in diese fünf Gruppen unter­teilt, geht es für die 24 Kinder zwi­schen acht und 15 Jahren los. Die Mädels und Jungs aus den Teil­orten waren vorher von den hei­mi­schen Wehren abge­holt und nach Schwai­gern kut­schiert worden. Natürlich soll dabei auch ein biss­chen Inter­esse an der Jugend­feu­er­wehr geweckt werden. Schon Zehnjährige können bei­treten. Das Pro­jekt Kin­der­feu­er­wehr ab sechs Jahren ist dagegen der­zeit noch nur für die Kinder von Feu­er­wehr­ka­me­raden offen.

Neun Sta­tionen sind auf dem Gelände beim Bahnhof auf­ge­baut. Die Alters­ka­me­raden haben ein beson­deres Spiel gebaut. In einem Viereck aus Holz­platten müssen zwei Kinder mit jeweils einem Feu­er­wehr­schlauch ver­su­chen, den Spiel­ball im geg­ne­ri­schen Tor unter­zu­bringen, das natürlich als Feu­er­stelle auf­ge­macht ist. Hoch kon­zen­triert halten die beiden Jungs ihre Schläuche in der Hand. Manchmal bewegt sich der Ball keinen Mil­li­meter weiter, dann wackelt ein Strahl, und es geht wieder los. Klar, dass auch die umste­henden Grup­pen­mit­glieder eine ordent­liche Por­tion Wasser abbe­kommen.

Direkt hinter ihnen macht sich gerade eine merkwürdige Kara­wane auf den Weg. Auf übergroßen Skiern stampfen die Kinder zu viert über den Asphalt, möglichst ohne die Balance zu ver­lieren. Beeilen müssen sie sich trotzdem, schließlich geht hier alles auf Zeit, und es wartet noch das Ziel­werfen auf sie. Hinter den Sta­tionen steckt nämlich ein kleiner Wett­kampf, wer am Ende die beste Gruppe ist, bekommt die besten Preise, hatte der stell­ver­tre­tende Kom­man­dant Jürgen Kachel verkündet.

Übergroße Uni­formen Weiter geht es mit Körbe oder Dosen werfen, kegeln oder der lus­tigen Klei­der­staffel, bei der die Kinder in für sie übergroße Uni­formen schlüpfen und dann mit den Rie­sen­stie­feln an den Füßen einen Becher Wasser unter Tischen und über Lei­tern hinweg balan­cieren müssen. Während die anderen ver­su­chen, einen Haus­brand zu bekämpfen oder Ten­nisbälle spritz­reich Regen­rinnen hoch­zu­jagen, ist eine Gruppe im Haus geblieben. An einer spe­zi­ellen Anlage üben die Kinder, wie man Not­rufe absetzt, was man sagen und vor allem, wo man anrufen muss. „Par­allel zu dem ganzen Spaß wollen wir natürlich auch ein biss­chen Brand­schutz­er­zie­hung leisten", erklärt Kachel.

Bilder: Feu­er­wehr Schwai­gern