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Vom Autoreifen bis zur Festplatte

Ilsfeldvon Joachim Kübler, HSt

Die Ufer der Bäche und Flüsse werden oft als ille­gale Müllhalde ver­wendet. Da ist die Scho­zach, die durch die Ils­felder Gemar­kung fließt, keine Aus­nahme. Zum Glück finden sich immer wieder Initia­tiven, die sich das Sau­ber­halten der Ufer zum Ziel setzen.

Die Jugend­ab­tei­lung der Ils­felder Feu­er­wehr ist solch eine Gruppe. Am Samstag haben die 29 Jungs der Jugend­feu­er­wehr gemeinsam mit ihren Betreuern Ufer und ufer­nahes Gebiet ent­lang der Scho­zach geputzt. In drei Gruppen gingen sie die Auf­gabe an.

Inter­es­sant, was dabei neben dem ganz „nor­malen“ Müll - wie Fla­schen und Papier - gefunden wurde: Auto­reifen natürlich, und das sogar in großer Zahl, Radios, selbst die Fest­platte eines Com­pu­ters. Ent­lang der Scho­zach häufte die Jugend­feu­er­wehr zahl­reiche Stapel mit den größeren Fundstücken an.

Sie wurden von einem der drei Teams mit Schlepper und Anhänger abge­holt. Außerdem füllten die Jungen Sack um Sack mit dem vielen Klein­zeug, das an den Ufern so rumlag. Die Sammler waren selbst ziem­lich über­rascht über die Menge, die sie zusam­men­ge­tragen hatten. Das Ganze füllte locker zwei Anhänger.

Die Aktion stand im Zusam­men­hang mit dem Erwerb der „Jugend­flamme “, einem Leis­tungs­ab­zei­chen spe­ziell für die Jugend­feu­er­wehren. Neben feu­er­wehr­tech­ni­schen Aktivitäten muss zum Erwerb dieses Abzei­chens auch ein gemeinnütziges Pro­jekt in Angriff genommen werden. Wichtig dabei: die Eigen­in­itia­tive der Gruppe.

„Die Idee zur Bach­putzete“, so Jugend­wart Steffen Waglöhner, „kam aus der Gruppe selbst.“ Nachdem man sich auf das Pro­jekt geei­nigt hatte, nahmen die Jungen - allen voran Ben­jamin Dovitkow, Sven Fort­wingel, Kilian Sauer und Ralf Her­mann - am nächsten Tag schon Kon­takt zur Gemeinde auf.

Und sie kümmerten sich auch sonst vor­bild­lich um die Vor­be­rei­tung der Aktion. Fahr­zeuge wurden orga­ni­siert, ebenso das not­wen­dige Hand­werks­zeug wie Greifer, Wat­hose, Plas­tiksäcke. Die rich­tige Klei­dung ist bei Feu­er­wehr­leuten ja kein Pro­blem. Die Ent­sor­gung des Mülls wurde mit Hilfe der Gemein­de­ver­wal­tung gere­gelt.

Und selbst für das Mit­tag­essen wurde gesorgt. Vom örtli­chen Fast­food-Restau­rant bekam die Jugend­feu­er­wehr als Lohn für ihr Enga­ge­ment je ein Menu für jeden Teil­nehmer spen­diert. Die Aktion fand auch das Inter­esse des Bürger­meis­ters. Thomas Knödler lobte die Jugend­feu­er­wehr schon zu Beginn der Bach­putzete. Und er ver­sprach: Wenn der Müll zum Ver­ur­sa­cher zurückver­folgt werden kann, gibt es einen Lohn für die Bach­putzer. Leider ergaben sich aber keine hand­festen Spuren.

Die Ils­felder Jugend­feu­er­wehr ist nun in ihrem elften Jahr. Der­zeit sind 29 Jungs aus allen Teil­ge­meinden im Alter von zehn bis 16 Jahren mit von der Partie. Sie alle bedauern, dass keine Mädchen mit dabei sind. Die Gruppe wird von sechs aktiven Feu­er­wehr­leuten betreut.

Info: Die Jugend­wehr trifft sich in der Regel jeden zweiten Freitag um 18 Uhr im Feu­er­wehr­ma­gazin. Für Nicht-Ils­felder gibt es Bring- und Abhol­dienste.

13.10.2003