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Vierzigste Gründung im Landkreis Heilbronn durch die neu ins Leben gerufene Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Siegelsbach vollzogen

Siegelsbachvon Andreas Rudlof

Unbe­ab­sich­tigt hat die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Sie­gels­bach mit der Gründung ihrer Jugend­feu­er­wehr am Sonntag eine "runde Zahl" erwischt: Sie­gels­bach hat als vier­zigste Land­kreis­ge­meinde nun eine eigene Nach­wuchs­truppe. Die "weißen Fle­cken" auf der Land­kreis­karte werden immer weniger, was neben Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Wolf­gang Hagner auch Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann freuen dürfte. Nun ver­bleiben nur noch sechs Gemeinden im Land­kreis Heil­bronn, die sich den "Luxus" leisten, noch keine eigene Jugend­feu­er­wehr zu unter­halten.

Regel­rechtes Bil­der­buch­wetter lockte zahl­reiche Jugend­liche und Ein­wohner der Kraichgau-Gemeinde zum "Tag der offenen Tür" ins Feu­er­wehr­haus und Bürger­zen­trum. Bereits ab 10 Uhr war die Möglich­keit für die Bevölke­rung gegeben, den sonntägli­chen Frühschoppen bei der Feu­er­wehr abzu­halten. Außerdem hatten die Ein­wohner die Möglich­keit ihre Küche daheim kalt zu lassen und ihr Mit­tag­essen bei ihrer Frei­wil­ligen Feu­er­wehr ein­zu­nehmen.

Für die Haupt­ziel­gruppe - der Jugend - wurde neben einer Fahr­zeug- und Geräteschau durch die Jugend­feu­er­wehr Bad Rap­penau anschau­lich dar­ge­stellt, wie inter­es­sant und abwechs­lungs­reich sich die Jugend­ar­beit bei der Jugend­feu­er­wehr gestaltet: "Jugend­feu­er­wehr und Technik" - Wie bediene ich ein Strahl­rohr, wie setzt man einen Ver­teiler? Dies sind die ersten Dinge, die ein Jugend­li­cher bei der Jugend­feu­er­wehr wissen will. Die Technik bei der Feu­er­wehr ist sehr vielfältig. Ob Strahl­rohr oder Ver­teiler, ob Löschfahr­zeug oder Rüstwagen, ob Ret­tungs­leine oder Ret­tungs­schere - "Lernen bei der Jugend­feu­er­wehr macht Spaß!" Auch Urlaub in der Gruppe, ohne Eltern, stellt immer wieder ein High­light im Dienst­jahr einer Jugend­feu­er­wehr dar. Ob im Inland oder Aus­land, ob als ein­zelne Gruppe oder mit meh­reren zusammen, ob Hütte oder Zelt­platz - bei der Jugend­feu­er­wehr ist für jeden was geboten. Sport­liche Aktivitäten haben bei der Feu­er­wehr­ju­gend schon immer einen hohen Stel­len­wert. Ob Winter oder Sommer - die Jugend­feu­er­wehr hat immer das pas­sende parat. Ob beim Bas­teln oder Werken oder im Umwelt­schutz bei der Jugend­feu­er­wehr wird arbeiten im Team, Lernen fürs Leben, gemeinsam gewinnen und ver­lieren, Lernen wie man anderen helfen kann, sinn­volle Frei­zeit­beschäfti­gung, Spaß, Fun und Action groß geschrieben.

Bei der offi­zi­ellen Gründungs­ver­an­stal­tung im Bürger­zen­trum konnte Kom­man­dant Karl-Chris­tian Mann zahl­reiche Gäste begrüßen. Neben Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann, Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Wolf­gang Hagner und dessen Stell­ver­treter Knut Stein­bauer konnte Mann auch zwei Ver­treter des Landes von der Jugend­feu­er­wehr Baden-Württem­berg, nämlich den stell­ver­tre­tenden Lan­des­ju­gend­feu­er­wehr­wart Markus Hees sowie das Mit­glied der Lan­des­ju­gend­lei­tung und gleich­zei­tiger Fach­ge­biets­leiter "Ver­an­stal­tungen" Andreas Rudlof will­kommen heißen. Ebenso Bürger­meister Uli Kremsler und viele Gemeinderäte.

"Ob Mädchen oder Jungen, ich möchte euch herz­lich will­kommen heißen", rief Kom­man­dant Karl-Chris­tian Mann den zahl­reich anwe­senden Jugend­li­chen zu. Gleich­zeitig erin­nerte er daran, dass die Gründungs­ver­an­stal­tung der Jugend­feu­er­wehr Sie­gels­bach die erste Feu­er­wehr­ver­an­stal­tung im Bürger­zen­trum über­haupt sei.

"Die Ein­rich­tung einer Jugend­feu­er­wehr in Sie­gels­bach wurde schon lange ersehnt, bespro­chen, bear­beitet und dis­ku­tiert", bestätigte Karl-Chris­tian Mann. Zahl­reiche Sit­zungen und Bespre­chungen im Feu­er­wehr­aus­schuss, Land­ratsamt oder bei Haupt­ver­samm­lungen seien not­wendig gewesen bis es end­lich so weit gewesen sei, so der Kom­man­dant weiter. Den­noch stand eines von vor­ne­herein fest: "Eine erzwun­gene Gründung, mit ver­pflich­teten Jugend­be­treuern war von Anfang an nicht erwünscht", unter­strich Karl-Chris­tian Mann. Umso mehr habe es ihn gefreut, dass mit Ralf Matz, Tilo Feth, Man­fred Stat­tel­mann und Ralf Schneider nun vier Betreuer bereit stünden, welche "die Bereit­schaft erklärt haben, zusätzlich zum Feu­er­wehr­dienst eine beson­dere Auf­gabe zu über­nehmen."

Den­je­nigen, die sich bereits zur Jugend­feu­er­wehr ange­meldet haben, dankte Kom­man­dant Mann. Der­zeit sind es sechs Jugend­liche, Karl-Chris­tian Mann ist jedoch guter Hoff­nung, dass es bis zu sech­zehn Jugend­feu­er­wehr­angehörige werden könnten. Der erste Übungs­abend ist am 11. Oktober um 18.30 Uhr und soll immer frei­tags im vier­zehntägigen Rhythmus statt­finden. "Also, auf geht's und viel Spaß!" ermun­terte der Feu­er­wehr­kom­man­dant seinen künftigen Nach­wuchs und stellte abschließend fest: "Wir sind stolz darauf, dass der Ein­stieg in die Jugend­ar­beit in Sie­gels­bach nun voll­zogen werden konnte."

Auch Bürger­meister Uli Kremsler freute sich außeror­dent­lich, dass "der lang ersehnte Wunsch heute in Erfüllung" gehe. Gleich­zeitig ver­wies er darauf, dass all­ge­mein bekannt sei, dass Feu­er­wehren wie Ver­eine all­ge­mein über Nach­wuchs­pro­bleme zu klagen hätten. Zur Pro­blem­be­sei­ti­gung habe man in der Sie­gels­ba­cher Feu­er­wehr dazu bei­getragen, "indem wir das Manko besei­tigen und in die Jugend­feu­er­wehr­ar­beit ein­steigen", so Kremsler weiter. Dass eine Truppe von vier Mann "zusam­mengewürfelt" werden konnte, um so die ver­ant­wor­tungs­volle Jugend­ar­beit auf die Schul­tern von meh­reren Per­sonen ver­teilen zu können, erfreue ihn beson­ders.

"Ich bin heute des­halb sehr froh­ge­stimmt nach Sie­gels­bach gefahren, weil es nach einer langen Phase der Über­le­gung - die sicher­lich not­wendig war - gelungen ist, dass auch in Sie­gels­bach eine Jugend­feu­er­wehr gegründet wird", gab Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann ein­gangs seiner Grußworte freimütig zu. Die Jugend­feu­er­wehr in Sie­gels­bach bezeich­nete Hans­mann als wert­volles, ergänzendes Angebot für die Gemeinde. Auch das Land sehe die Jugend­ar­beit der Jugend­feu­er­wehren als beson­dere Auf­gabe und fördere diese durch Zuschüsse, so der Kreis­brand­meister weiter. Wenn dies auch keine übermäßig großen Beträge seien, die man erwarten könne, so tragen diese doch dazu bei, die Gemeinden in die Lage zu ver­setzen, eine effek­tive Jugend­ar­beit zu leisten, betonte Hans­mann. Wei­terhin for­derte er das Neben­ein­ander von Jungen und Mädchen nicht nur in der Jugend­feu­er­wehr. "Frauen und Männer müssen auch in der aktiven Wehr im Schul­ter­schluss tätig werden", for­derte Kreis­brand­meister Hans­mann."Die Jugend­feu­er­wehr­ar­beit bedeutet mit Sicher­heit sehr, sehr viel Auf­wand und wird manchmal auch etwas mühselig sein", pro­phe­zeite er den künftigen Betreuern. "Sie sind mit Sicher­heit erst dann zufrieden, wenn die ersten Jugend­feu­er­wehr­angehörigen in den aktiven Dienst über­nommen worden sind", meine Hans-Wil­helm Hans­mann zum Abschluss.

Der stell­ver­tre­tende Lan­des­ju­gend­feu­er­wehr­wart Markus Hees erin­nerte stets an das "schlechte Gewissen", wenn sich Kom­man­dant Karl-Chris­tian Mann und er auf überörtli­cher Ebene getroffen hätten. Wobei sich dieses "schlechte Gewissen" immer auf die feh­lende Jugend­feu­er­wehr­ab­tei­lung in Sie­gels­bach bezogen habe. Hees bestätigte nun dem Kom­man­danten, dass dieses mit Vollzug der heu­tigen Gründung nun restlos besei­tigt sei und wies auf die zahl­rei­chen Aktivitäten bei der Jugend­feu­er­wehr hin. Bei­spiel­haft nannte er auf Kreis­ebene Stadt­spiele, Schlauch­boot­rennen auf dem Neckar, India­ca­tur­niere usw. Den vier Betreuern wünscht er stets eine glückliche Hand im Umgang mit den Jugend­feu­er­wehr­angehörigen und bestätigte abschließend: "Gra­tu­la­tion, dass ihr diesen Schritt gewagt habt."