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Versammlungen des Kreisfeuerwehrverbandes und Dienstversammlung des Landkreises in Lauffen

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Marcel Karger, Medienteam KFV Heilbronn

Trotz nahezu tro­pi­scher Tem­pe­ra­turen konnte man am ver­gan­genen Freitag und Samstag eine statt­liche Zahl an Dele­gierten in der Lauf­fener Stadt­halle begrüßen. Nach zweijähriger Zwangs­pause bzw. dem Live­stream des letzten Jahres, konnten man auch wieder zahl­reiche Abge­ord­nete, Bürger­meis­te­rinnen und Bürger­meister will­kommen heißen. Ebenso eine große Zahl an Ver­tre­tern der Blau­licht­or­ga­ni­sa­tionen und Gäste aus den benach­barten Kreis­verbänden.

In seinem Rechen­schafts­be­richt ging Rein­hold Gall auf die Tätig­keiten des Ver­bandes im zurücklie­genden Jahr ein, beschei­nigte den Wehren, ihren Auf­gaben auch unter schwie­rigen Rah­men­be­din­gungen gerecht geworden zu sein.

Ein beson­derer Dank ging an die Jugend- und Kin­der­ab­tei­lungen, die seit nun­mehr sieben Jahren einen Mit­glie­der­be­stand von über 1.200 auf­weisen und aus deren Reihen im ver­gan­genen Jahr über 100 junge Men­schen in die Ein­satz­ab­tei­lungen gewech­selt haben. Den­noch musste man in den ver­gan­genen zwei Jahren einen Mit­glie­der­schwund bei den Jugend­feu­er­wehren hin­nehmen. Die Kreis­ju­gend­lei­tung konnte aber berichten, das die Zahlen seit Auf­nahme des Übungs­be­triebes wieder steigen. Dabei stellen sich die Kin­der­gruppen zuneh­mend als immer stärker heraus.

Gall begründete ausführlich, warum sich der Ver­band, der gele­gent­lich geäußerten For­de­rung, nach Auf­he­bung der Dienst­al­ters­grenze, nicht anschließe. Viel­mehr sei es geboten die Möglich­keiten des Pro­gramms 65plus zu nutzen, in dessen Rahmen es für die inter­es­sierten älteren Feu­er­wehr­angehörigen durchaus sinn­volle Tätig­keiten gäbe, die darüber hinaus die Ein­satz­ab­tei­lungen ent­lasten würden. Ein Augen­merk sei darauf zu lenken, die Zeit in den Ein­satz­ab­tei­lungen zu verlängern, da zuneh­mend fest­zu­stellen sei, dass Kame­raden zwi­schen 50 und 65 Jahren in die Alters­ab­tei­lungen wech­seln oder ihren Dienst beenden würden. Der Schwer­punkt der Per­so­nal­ent­wick­lungen sei des­halb, neben der Jugend­ar­beit, die Initia­tive „bis 65 aktiv“. Hierbei erwarten wir auch die Unterstützung des Landes.

Mit Blick in die Zukunft erwartet der Ver­band, dass neben den auf den Weg gebrachten Ver­bes­se­rungen im Bevölke­rungs­schutz, von den Bürge­rinnen und Bürger mehr Eigen­ver­ant­wor­tung ein­ge­for­dert werden müsse, bezie­hungs­weise mehr Selbst­hilfe not­wendig sei, da jede Inves­ti­tion in Fahr­zeuge und Gerätschaften, eine Mehr­be­las­tung des Ehren­amtes bedeutet. „Auch unsere Belast­bar­keit hat Grenzen“, so Gall. Des­halb wird ausdrücklich begrüßt, wenn die Wehren auch Ent­las­tungen erfahren, so zum Bei­spiel der Ölspur­be­sei­ti­gung. Ein­dring­lich for­derte der Ver­bands­vor­sit­zende, sich mit der Not­wen­dig­keit einer dezen­tralen Aus­bil­dungs- und Übungsstätte zu befassen. Dies sei schon des­halb not­wendig, da die zen­trale Aus­bil­dungsstätte Lan­des­feu­er­wehr­schule ständig über­lastet sei und weil die Anfor­de­rungen und Ein­satz­sze­na­rien der Zukunft auch andere Aus­bil­dungs­formen erfor­dern. Sehr erfreut konnten die Dele­gierten zur Kenntnis nehmen, dass Landrat Heuser dieser For­de­rung auf­ge­schlossen gegenüber­steht.

Nach 33 Jahren als Funk­ti­onsträger im Kreis­feu­er­wehr­ver­band Heil­bronn ver­ab­schie­dete sich auf eigenen Wunsch der Ehren­vor­sit­zende Rein­hold Korb aus der Ver­bands­ar­beit. „Meine sehr geehrten Kame­ra­dinnen und Kame­raden, werte Gäste, eine Zeit im Kreis­feu­er­wehr­ver­band die ich nicht missen möchte und die mir viel Spaß gemacht hat geht zu Ende. Man muss einmal einen Schluss­strich ziehen.“ Auf diesen Abschluss seiner letzten Rede als Alters­ob­mann folgten Stan­ding Ova­tions aus den Reihen der Ver­samm­lung.

Kreis­brand­meister Bernd Halter gab in der Dienst­ver­samm­lung des Land­kreises einen Ein­blick in die aktu­ellen Ent­wick­lungen rund um die Feu­er­wehr. Die Mit­glie­der­zahlen der Feu­er­wehren bleibt mit ins­ge­samt 4335 Ein­satzkräften in den Ein­satz­ab­tei­lungen wei­test­ge­hend stabil.

In die hate Realität zurück geholt hat unsere Gesell­schaft auch eine Nacht im Juli ver­gangen Jahres: Die Bilder und Folgen der Verwüstung, gerade einmal gute zwei Stunden Fahr­zeit von hier ent­fernt, werden uns allen wohl ewig in Erin­ne­rung bleiben. Sire­nen­war­nung, Daseins­vor­sorge, Bevölke­rungs­schutz oder schlichtweg Eigen­ver­ant­wor­tung hat ein Umdenken in Politik und Gesell­schaft ausgelöst. Als erstes Ergebnis der Überprüfung von bis­he­rigen Plau­nungen werden unter anderem fünf stra­te­gisch über den Land­kreis ver­teilte Großscha­densergänzungs­ein­heiten ausgerüstet.

Die Migra­tion zum Digi­tal­funk kommt leider nicht so voran wie ursprünglich geplant. Die all­ge­mein bekannten geo­po­li­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Pro­bleme machen eine Zeit­pla­nung nahezu unmöglich. Der gemein­same Arbeits­kreis des Stadt- und Land­kreises ist den­noch aktiv. Erstellen von Aus­bil­dungs­un­ter­lagen, unter anderem für eine im Aufbau befind­liche E-Lear­ning Platt­form für Kreis­aus­bil­dungen, und das „Nachschärfen“ von tech­ni­schen Details sind momentan das Haupt­beschäfti­gungs­thema.

An den Jah­res­be­richt des Kreis­brand­meis­ters schloss sich ein Vor­trag von Kri­mi­nal­haupt­kom­misar Mario Rapp und dem Gun­dels­heimer Feu­er­wehr­kom­man­danten Tobias Gärtner zum Thema „Seri­en­brand­stif­tungen am Bei­spiel der Gemeinde Gun­dels­heim“ an.

Ehrungen

Bei den Ver­samm­lungen wurden von Ver­bands­vor­sit­zenden Rein­hold Gall und Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Timo Kraft fol­gende Kame­raden geehrt:

Deut­sches Feu­er­wehr-Ehren­kreuz in Bronze

  • Frank Pitz, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Eppingen

Ehren­nadel Jugend­feu­er­wehr Baden-Württem­berg in Silber

  • Elpidio Eccel­lente, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Gem­mingen
  • Johannes Eroglu, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Kirchardt
  • Tho­masz Fran­ciszek Gala, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Kirchardt
  • Flo­rian Heck, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Kirchardt

Wahlen

Bei der Kreis­jun­gend­feu­e­wehr wurden die fol­genden Kame­ra­dinnen und Kame­raden in Ämter gewählt oder in ihren Ämtern bestätigt:

Bei­sitzer Land­kreis

  • Chris­tian Kart­mann, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Ell­bachtal
  • Jasmin Müller, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Rap­penau

Kas­senführerin

  • Elke Stengel, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Pfaf­fen­hofen

Schriftführer

  • SIlas Link, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Lauffen

Kas­senprüfererin

  • Bar­bara Holder, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Neu­denau