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Tschüss Weihnachten

Eppingenvon Susanne Walter, HSt

Leise rie­seln die Tan­nen­na­deln auf den Wohn­zim­mer­tep­pich. Doch bevor es noch dazu kommen kann, dass die ste­chenden Gesellen in größeren Geschwa­dern den guten Perser oder Berber atta­ckieren, sind sie in der Regel auch schon zur Stelle, die enga­gierten Abholer der Weih­nachtsbäume. Wie überall im Kraichgau lagen Letz­tere am Samstag auch in Mühlbach bei­nahe vor jeder Haustür. End­sta­tion: der Richener Häcksel­platz.

Viel Arbeit war­tete also wieder einmal auf die Helfer aus den Reihen der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Mühlbach. Mit drei Trak­toren samt Anhängern waren sie seit mor­gens um 9 Uhr unter­wegs und wollten am frühen Nach­mittag mit ihrer Arbeit unbe­dingt fertig sein. Denn dann war­teten heiße Würst­chen und Getränke auf die enga­gierten Sammler, und das wollte sich nie­mand ent­gehen lassen.

Mit der Baum­schere Beson­ders für den Nach­wuchs aus der Jung­feu­er­wehr sei die jährliche Aktion eine Rie­sen­gaudi, erzählte Kom­man­dant Bernd Rei­mold. Simon Kreß, elf Jahre alt, war schon zum zweiten Mal dabei und wusste mitt­ler­weile ganz genau, wie er die ste­chenden Nadel­biester anzu­pa­cken hatte. In jeder der drei Sam­mel­gruppen in Mühlbach steu­erte einer der aktiven Feu­er­wehr­leute den Schlepper, während die jungen Helfer neben­her­sprangen und bei jedem Stopp ihren Kol­legen hinten auf den Anhängern die Bäume nach oben reichten. Dort ging es ihnen mit der Baum­schere sogleich an den Kragen, schließlich mussten sie von ihren sper­rigen Ästen befreit werden, so dass möglichst viele dicht an dicht im Hänger Platz fanden.

Nils Fried­rich, elf Jahre alt, ist erst seit ver­gan­genen Don­nerstag über­haupt bei der Mühlba­cher Feu­er­wehr und staunte nicht schlecht, wie zügig und rou­ti­niert hier gear­beitet wird. Einer, der dafür sorgte, dass alles rei­bungslos über die Bühne ging, ist Lukas Rei­mold. Der 18-Jährige gehört bereits zu den Aktiven und steu­erte den Traktor. Hinten auf dem Hänger ließ sich eines der wenigen Mädchen, Larissa Die­fen­ba­cher, den Mor­gen­wind um die Nase pfeifen. „Man kommt gar nicht zum Frieren, weil man immer in Bewe­gung ist”, sagte sie lachend. Gute Laune scheint Trumpf unter den Hel­fern zu sein.

Der Spaß an der gemein­samen Aktion ist auch der Lohn für ihre Anstren­gung. Die Ver­eins­kasse können die Abräumer durch die Sam­mel­ak­tion nicht nen­nens­wert auffüllen, so Kom­man­dant Bernd Rei­mold. „Ver­ein­zelt hängen zwar kleine Geld­spenden an den Tannen und Fichten. Aber die rei­chen in der Regel gerade dazu aus, um den gemein­samen Imbiss zu finan­zieren.“ Und weil die Mühlba­cher genau wissen, dass hier auch Kinder und Jugend­liche im Ein­satz sind, kommt wohl auch kaum einer auf den Gedanken, als Lohn etwas Alko­ho­li­sches neben die Bäume zu stellen. Hier und da öffnete sich den­noch eine Haustür, als sich der knat­ternde Traktor näherte. Ob es sehr kalt sei auf dem Hänger, wollte eine besorgte Mühlba­cherin wissen. Doch zum guten Glück beglei­teten laue Win­ter­tem­pe­ra­turen in diesem Jahr den Zug. „Da gab es schon ganz andere Sams­tage im Januar“, so die Ant­wort.

Bild: Nad­lige Fracht für den Häcksel­platz: Die Mit­glieder der Jung­feu­er­wehr sind am Wochen­ende in Mühlbach schwer am Schaffen gewesen. (Foto: Susanne Walter)