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Suddeln ist bei der Hitze das Beste

Schwaigernvon Stefanie Pfäffle, HSt

Aus einem Haus gegenüber vom Schwai­gerner Bahnhof steigt Rauch auf. Ein Mann steht auf dem Balkon und winkt. Daniel hat es genau gesehen und des­wegen ruft er jetzt auch bei der Feu­er­wehr an. „Hallo hier brennt ein Haus“, erklärt der Sechsjährige am Telefon. Aber es gibt noch viel mehr, was der Mann in der Leit­stelle wissen will. Nämlich wer anruft, wo genau was pas­siert ist und ob es Ver­letzte gibt. Daniel beant­wortet alles. Gut gemacht. Beim Kin­der­fe­ri­en­pro­gramm bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Schwai­gern geht es am Samstag nicht nur ums Spielen, son­dern auch um erste Kennt­nisse in Sachen Brand­schutz.

Beein­druckt Während am Nach­mittag die Großen im Magazin sein werden, tum­meln sich hier am Vor­mittag 30 Fünf- bis Sie­benjährige. Sie alle wollen einen meist ersten Blick hinter die Kulissen der Flo­ri­ansjünger werfen. Dafür hat Jugend­feu­er­wehr­wart Michael Wagen­plast zunächst einmal einen Film mit­ge­bracht, in dem ani­mierte Satz­zei­chen einen Ein­blick in die Berufs­feu­er­wehren von München und Salt Lake City geben. Vieles ist ähnlich, wie das Überprüfen der Ausrüstung zu Beginn der 24-Stunden-Schicht. Aber gene­rell kann man schon sagen: In den USA ist alles ein biss­chen größer, wie etwa die Dreh­leiter. Fast überall auf der Welt rufen die Leute die Feu­er­wehr mit der Nummer 112, das merken sich die Kinder schon mal. Und als sie hören, dass auf einem Löschfahr­zeug Schläuche mit der Gesamtlänge von vier Fußball­fel­dern drauf sind, sind sie ganz schön beein­druckt.

Das gilt auch für das Gewicht der Ein­satz­uni­form. „Gra­na­ten­schwer“ lautet das Urteil , als ein paar von ihnen nur die übergroße Jacke anpro­bieren. Und dabei hat Feu­er­wehr­mann Thomas Knurr vorher noch viel mehr ange­zogen, nämlich die kom­plette Ausrüstung für einen Ein­satz mit Atem­schutz­maske. Mit Hilfe eines Kame­raden legt er Jacke, Sicher­heits­gurt, Atem­maske, Luft­druck­fla­sche, dann die Schutz­haube, den Helm und die Hand­schuhe an. Die Kinder sollen sich an das komi­sche Schnaufgeräusch gewöhnen, damit sie im Ernst­fall keine Angst bekommen.

Schlauch Puh, ganz schön warm, er darf sich schnell wieder aus­ziehen. Die Kinder teilen sich jetzt in Gruppen auf. Eine geht zuerst ans Telefon und übt den Notruf, eine darf mit dem Feu­er­wehr­auto fahren und drei werden nass. „Sud­deln“, wie es Wagen­plast ausdrückt, gehört ein­fach zu einem Tag bei der Feu­er­wehr dazu. Also Schlauch in die Hand und Wasser marsch! Da werden Ten­nisbälle in Löchern ver­senkt, ein Haus gelöscht und Fußball mit Was­ser­druck gespielt. „Schau mal, ich bin schon ganz nass“, ruft ein Mädchen fröhlich. Egal, bei der Hitze wird das schnell wieder tro­cken, es sei denn, man sud­delt noch etwas länger.

Bild 1: wie setze ich einen Notruf ab

Bild 2: Was­serfußball

Bild 3: da bleibt keiner tro­cken