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Stofftier aus misslicher Lage befreit

Kirchardtvon Gabriele Schneider, HSt

"Du bekommst das K", sagt Jugend­lei­terin Vik­toria Tanner. Der ange­spro­chene Jugend­liche läuft los, sucht im Ein­satz­fahr­zeug einen Gegen­stand, der mit K beginnt, kommt mit einer Ket­tensäge zurück. "Wozu benötigt man die?" Der june Mann kann sogleich die rich­tige Ant­wort geben.

Abzei­chen

Was auf den ersten Blick aus­sieht wie ein simples Spiel zum Zeit­ver­treib, macht den Mit­glie­dern der Kirchardter Jugend­feu­er­wehr großen Spaß. Es ist ein wich­tiger Teil der Aus­bil­dung. Im Moment trai­nieren die zehn Mädchen und Jungen zwi­schen zwölf und 16 Jahren für die zweite Stufe des Flämmle, das eigent­lich Jugend­flamme heißt, eine Art Aus­bil­dungs­nach­weis mit Abzei­chen für Nach­wuchs-Feu­er­wehr­leute von der Deut­schen Jugend­feu­er­wehr (DJF).

Ziel der Buch­staben-Übung ist nicht nur, sich die Aus­stat­tung des Ein­satz­fahr­zeugs ein­zuprägen, son­dern auch zu wissen, wo im Fahr­zeug was zu finden ist. Bei einem Ein­satz spart das mögli­cher­weise lebens­ret­tende Zeit.

Alle zwei Wochen trifft sich die Jugend­feu­er­wehr für zwei Stunden im Feu­er­wehr­haus. Die Aktivitäten sind viel­seitig. Neben der theo­re­ti­schen und prak­ti­schen Aus­bil­dung absol­vieren die Mit­glieder drei- bis viermal jährlich Wett­be­werben, zu denen andere Jung­wehren ein­laden. "Wir haben zum Bei­spiel an einem Schlauch­boot-Rennen in Gun­dels­heim teil­ge­nommen", erzählt Philipp Grimm, neben dem Vik­toria Tanner, Hartmut Klein und Hen­ning Frank als Jugend­leiter fun­gieren.

Plüschkatze

Auch ein 24-Stunden-Aus­bil­dungstag mit gemein­samer Über­nach­tung steht jedes Jahr auf dem Pro­gramm. Dafür bereiten die Leiter simu­lierte Fälle vor, die Jugend­li­chen müssen ent­spre­chend han­deln. Eine Ölspur aus Speiseöl ist zu Übungs­zwe­cken schon gelegt worden, und eine Plüschkatze musste stell­ver­tre­tend für ihre lebenden Art­ge­nossen auch schon vom Baum gerettet werden.

Natürlich haben sich alle über die Ret­tung des Stoff­tiers aus seiner miss­li­chen Lage amüsiert. Aber ein biss­chen Jux gehört schon dazu. "Schließlich sollen wir ja auch Spaß haben", erklärt der 16-jährige Flo­rian Heck. Er ist der­zeit der älteste Jugend­feu­er­wehr­mann. Der jüngste heißt Dominic Wolf. "Ich habe es mir ein­fach mal ange­schaut, dann hat es mir gefallen", meint der Zwölfjährige.

Ab und zu treibt die Jugend­feu­er­wehr auch Sport. "Spiel, Spaß und Sport gehören bei uns dazu", sagt Grimm. Schließlich brau­chen die künftigen Wehr­leute eine gute Kon­di­tion. Grimm und Tanner sind Gründungs­mit­glieder der Jugend­or­ga­ni­sa­tion. Vik­toria Tanner ist seit Kurzem als Erwach­sene in die aktive Wehr ein­ge­treten. "Man hat mich gleich als Jugend­lei­terin akqui­riert", erzählt sie lachend.Junge Gruppe

Die Jugend­feu­er­wehr gibt es seit sechs Jahren. Sie wurde 2004 gegründet, als auch das neue Feu­er­wehr­haus am Orts­aus­gang in Rich­tung Ber­wangen ein­ge­weiht und die Frei­wil­ligen Wehren von Kirchardt und Ber­wangen zusam­men­ge­legt wurden. Kon­takt zur Jugend­feu­er­wehr unter www.ffw-kirchardt.de oder Telefon 07266 911-541.

Bild: Auch Kno­ten­ma­chen will gelernt sein: Jugend­leiter Philipp Grimm gibt Dominic Wolf Tipps. (Foto: Gabi Schneider)