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Polizeiliche Suchtprävention bei der Jugendfeuerwehr Bad Rappenau

Jugend­liche möglichst früh errei­chen

Suchtpräven­tion bei Kin­dern und Jugend­li­chen ist eine gesamt­ge­sell­schaft­liche Auf­gabe. Auch die Jugend­feu­er­wehr Bad Rap­penau leistet zusammen mit der Polizei ihren Bei­trag, um Jugend­feu­er­wehr­mit­glieder über Alkohol- und Dro­gen­konsum sowie seine Folgen auf­zuklären. Das Bestreben der Jugend­feu­er­wehr Bad Rap­penau war es, diese Präven­tion in die all­ge­meine Jugend­ar­beit einer Hilfs­or­ga­ni­sa­tion mit ein­zu­bauen.

Erster Poli­zei­haupt­kom­missar (EPHK) Harald Pfeifer vom Poli­zeipräsidium Heil­bronn - Referat Präven­tion - hat bei ins­ge­samt 2 Ter­minen über legale und ille­gale Drogen auf­geklärt.

Er geht in die Jugend­gruppen und spricht mit den Mit­glie­dern über die ver­schie­denen Aspekte des Dro­gen­kon­sums, in erster Linie über die gesetz­li­chen Bestim­mungen zu legalen und ille­galen Sucht­mit­teln. „Bei der Präven­ti­ons­ar­beit ist es wichtig, dass man die Kinder möglichst früh erreicht, das heißt, bevor sie über­haupt anfangen zu kon­su­mieren. Mit der Aufklärung zu beginnen, wenn sowieso schon die Hälfte einer Gruppe Alkohol trinkt, macht wenig Sinn“, weiß EPHK Pfeifer.

Der Poli­zist besucht hauptsächlich die 7. und 8. Klassen der Schulen. Die Schüler sind dann zwi­schen 12 und 15 Jahre alt. Die meisten Schüler hätten in diesem Alter noch wenig Kon­takt zu Drogen und seien meist recht unbe­darft. Am Anfang ginge es aber erst einmal darum, einen Zugang zu den Jugend­li­chen zu bekommen und das Eis zu bre­chen. Viele Schüler seien skep­tisch, aber auch neu­gierig auf ihn, so Herr Pfeifer. Glei­ches gilt natürlich auch für die Jugend­gruppen in der Jugend­feu­er­wehr.

Auch die Jugend­grup­pen­leiter sind hier wich­tige Vor­bilder. Bereits beim ersten Termin am 11.10.14 zum Thema Sucht-Präven­tion, der aus­schließlich den Jugend­grup­pen­lei­tern und Betreuern vor­be­halten war, ging es während der Fort­bil­dung darum, den Betreuern klar zu machen, wel­chen Stel­len­wert sie im Leben eines jungen Men­schen ein­nehmen können. Sie werden oft regel­recht bewun­dert. Was der Betreuer sagt, ist für viele Jungs und Mädchen Gesetz. Beson­ders, wenn sie so 14 oder 15 Jahre alt sind. In dem Alter kommt man als Eltern nicht mehr so gut an die Kinder ran. Betreuer in der Jugend­ar­beit haben daher eine abso­lute Schlüssel­funk­tion„, erklärt Pfeifer. Beson­ders Kinder aus sozial schwa­chen Fami­lien seien oft darauf ange­wiesen, dass sie einen Erwach­senen in ihrem Leben haben, dem sie ver­trauen können und der ihnen als posi­tives Vor­bild dienen kann, wenn die Eltern dies nicht können. Betreuer könnten hier die Vor­bild­funk­tion über­nehmen und ein Stück weit dazu bei­tragen, dass die Jugend­li­chen nicht auf die schiefe Bahn geraten – auch im Bereich Alkohol- und Dro­gen­konsum. Außerdem sollte es den Betreuern möglich sein frühzeitig ein auffälliges Ver­halten der Jugend­li­chen zu erkennen und dann das Gespräch suchen bzw. Hil­fe­stel­lung anbieten.

Der wei­tere Termin am 29.11. war gezielt auf die Alters­klasse der Jugend­feu­er­wehr­mit­glieder aus­ge­legt. Herr Pfeifer ging zunächst auf die legalen Drogen wie Nikotin, Alkohol, Schnüffel­stoffe, Kof­fein und Medi­ka­mente ein, auch die ille­galen Drogen wie Can­nabis, syn­the­ti­sche Drogen oder Opiate wurden kurz the­ma­ti­siert. “Ich ver­suche, die Kinder ein­zu­be­ziehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich bringe haut­nahe Bei­spiele, die inter­es­sant sind und die man gut nach­voll­ziehen kann. Wenn man das Ganze etwas lockerer auf­zieht und aus dem Poli­zei­alltag berichtet, funk­tio­niert das eigent­lich ganz gut.„

Gemeinsam wird dann erar­beitet, was ab wel­chem Alter erlaubt und was ver­boten ist. Auch die Gefahren werden the­ma­ti­siert. So spricht Harald Pfeifer etwa ganz gezielt Desi­gner­drogen und die damit ver­bun­denen Risiken an: “Ich mache ganz deut­lich, dass man nie wissen kann, was in den Drogen alles ent­halten ist. Ich möchte errei­chen, dass die Schüler kri­ti­scher und sen­si­bler mit Drogen umgehen, wohl wis­send, dass Jugend­liche in dem Alter gerne mal etwas Ver­bo­tenes tun oder etwas aus­pro­bieren möchten.„ Ein Thema, das nach wie vor aktuell ist und von dem Ersten Poli­zei­haupt­kom­missar eben­falls bewusst ange­spro­chen wird, sind K.O.-Tropfen: Diese werden in Dis­ko­theken oder auf Feten heim­lich in die Getränke gemischt, um die Opfer wehrlos zu machen. Die Tropfen sind geruchs- und geschmacklos und machen den­je­nigen, der sie zu sich nimmt, zum wehr­losen Opfer. Die jungen Frauen können dadurch Opfer von Sexu­al­straf­taten werden, junge Männer werden oft­mals aus­ge­raubt. Die Opfer können sich durch die ver­ab­reichten Drogen im Nach­hinein an nichts erin­nern. “Jeder sollte darauf achten, dass die Getränke nicht aus den Augen gelassen werden, wenn man irgendwo unter­wegs ist. Wenn man mit meh­reren Freunden eine Ver­an­stal­tung besucht, sollte man nach Möglich­keit die Örtlich­keit auch wieder zusammen ver­lassen„, warnt Pfeifer. “Es ist wichtig, dass alle auf­ein­ander auf­passen!„ Sucht­vor­beu­gung ist für Harald Pfeifer eine gesamt­ge­sell­schaft­liche Auf­gabe; jeder ein­zelne hat Ver­ant­wor­tung dafür zu über­nehmen, dass Kinder und Jugend­liche vor Abhängig­keit geschützt werden. Denn wer nicht anfängt zu rau­chen redu­ziert auch das Risiko mit Drogen in Kon­takt zu kommen.

Ein Dis­kus­si­ons­punkt seien immer wieder die gesetz­li­chen Bestim­mungen bei der Abgabe von Alkohol an Jugend­liche und dass mehr darauf geachtet werden müsse, dass Alkohol nicht an Min­derjährige abge­geben wird. “Es liegt meiner Mei­nung nach nicht am Kas­sen­per­sonal im Super­markt. Dieses passt meist sehr gut auf und fragt nach dem Per­so­nal­aus­weis. Schon allein des­halb, weil dem- oder der­je­nigen eine Strafe von min­des­tens 250 Euro droht, der Alkohol an Jugend­liche abgibt. Und zwar dem Kas­sierer persönlich.„ Das Pro­blem sei viel­mehr, dass junge Erwach­sene vor Geschäften oder Tank­stellen von Jugend­li­chen ange­spro­chen und gebeten würden, ihnen den Alkohol zu besorgen. “Ich habe das schon selbst erlebt. Es ist für Jugend­liche kein Pro­blem an Alkohol zu kommen – so lange es immer wieder Leute gibt, die ihnen den Alkohol kaufen. Man muss sich hier als Erwach­sener ein­fach seiner Ver­ant­wor­tung bewusst sein. Alkohol kann im Alltag nicht gänzlich aus dem Weg gegangen werden. Umgang mit Alkohol muss als Genuss­mittel mit Sinn und Ver­stand erfolgen und ent­spre­chend erlernt werden„, so Pfeifer.

Wir möchten uns auf diesem Wege noch­mals bei Herrn Pfeifer für den infor­ma­tiven Nach­mittag bedanken und bei den Jugend­liche mit ihren Jugend­grup­pen­lei­tern für das große Inter­esse.