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Nikolaus-Aktion der Feuerwehren im Kraichgau war ein voller Erfolg

Eppingenvon Nicole Theuer, HSt

Über 1500 Kinder und Jugend­liche haben sich alleine in Eppingen für ein Geschenk vom Feu­er­wehr-Niko­laus beworben und ihm dafür ein Bild gemalt. Die Retter haben auf diese Weise Freude gebracht - und auch Wer­bung gemacht für ihre Sache.

Beson­dere Zeiten erfor­dern beson­dere Maßnahmen. Getreu diesem Motto hatte die Frei­wil­lige Feu­er­wehr in Eppingen in diesem Jahr ein­malig eine Niko­laus­ak­tion ins Leben gerufen. „Für uns alle ist die aktu­elle Situa­tion eine Aus­nah­me­si­tua­tion“, sagt Kom­man­dant Thomas Blösch, „und wir wissen, dass beson­ders die Kinder und Jugend­li­chen unter der Situa­tion leiden.“ Des­halb kamen Blösch und seine Mit­streiter auf die Idee, am Niko­laustag kleine Geschenktüten an den Nach­wuchs zu ver­teilen. Anmelden konnten sich Kinder bis zwölf Jahre aus der Kern­stadt und den Stadt­teilen. Gerade als Hilfs­or­ga­ni­sa­tion „müssen wir schauen, dass die Gemein­schaft zusam­menhält“, sagt Blösch, als er ein Fazit der Aktion zieht.

Sogar die Dreh­leiter kommt zum Ein­satz

Etwa 1550 Kinder und Jugend­liche hatten sich für die Aktion ange­meldet. Auch kurz­fristig hat die Feu­er­wehr noch reagiert, erzählt Blösch: „Wir hatten am Niko­laus­abend extra zwei Kame­raden abge­stellt, die die sozialen Medien beob­achtet haben.“ So kam es, dass sich eine Frau mit vier Kin­dern mel­dete, die erst kürzlich nach Eppingen gezogen ist und fragte, wie sich ihre Kinder anmelden könnten, da sie im Vor­feld von der Aktion nichts mit­be­kommen hatte. Blösch: „Für die Kinder haben wir schnell noch Tüten gepackt und vor­bei­ge­bracht.“

Ganz beson­ders über den Besuch der Wehr hat sich eine Klein­garta­cherin gefreut. „Das Mädchen darf aus gesund­heit­li­chen Gründen mit Viren und Bak­te­rien nicht in Kon­takt kommen“, so Blösch, „für sie haben wir eine beson­dere Tüte gepackt.“ Da die Familie im Ober­ge­schoss wohnt, fuhr die Wehr mit der Dreh­leiter nach Klein­gartach und über­brachte dem Vater des Mädchens über das Fenster das Geschenk. Die Helfer sahen, dass das Mädchen am Küchen­tisch saß und sich wahn­sinnig freute. Das war aber nicht die ein­zige Aner­ken­nung für die Mühen der Wehr. „Als wir aus dem Feu­er­wehr­haus in Rich­tung Klein­gartach gefahren sind, standen Pas­santen auf der Straße und haben geklatscht, als wir vor­bei­ge­fahren sind“, sagt Blösch.

Die Feu­er­wehr ver­folgt mit der Niko­laus-Aktion ganz bestimmte Ziele

Mit der Aktion ver­folgt die Wehr auch wei­ter­ge­hende Ziele. „Dahinter steckt ein Kon­zept“, erzählt Blösch, „natürlich wollten wir den Kin­dern eine Freude machen, doch wir möchten mit der Aktion auch Wer­bung für die Feu­er­wehr machen.“ Des­halb fanden die Beschenkten in ihren Tüten auch einen Gut­schein, mit dem sie sich für einen Akti­onstag bei der Feu­er­wehr anmelden können. „Rund 150 Kinder haben sich inzwi­schen ange­meldet“, sagt Blösch, der hofft, dass sich einige davon der Jugend­feu­er­wehr anschließen. Die Kinder erhalten bis zum Akti­onstag immer einmal wieder einen Hin­weis, dass die Feu­er­wehr ein neues Video frei­ge­schaltet hat. Darin werden kind­ge­recht Dinge wie das Absetzen eines Not­rufs erklärt. „Auch wenn sich die Kinder uns nicht anschließen, haben wir mit den Videos zumin­dest Brand­schutz­er­zie­hung geleistet.“

Auch für viele Eltern hatte die Niko­laus-Aktion einen Mehr­wert. „Viele Haus­be­sitzer haben bei­spiels­weise gemerkt, wie wichtig eine gut les­bare Haus­nummer am Gebäude ist“, sagt Kom­man­dant Blösch. Und schließlich hat sie auch der Wehr selbst genutzt. „Wir haben an dem Sonntag Fahrer auf die Fahr­zeuge gesetzt, die sonst nicht so oft fahren, so dass die Kame­raden ganz ohne Stress Fahr­praxis sam­meln konnten.“

Mal-Aktion beglei­tete den Niko­laus

Auch die Wehren in Kirchardt, Gem­mingen und Itt­lingen haben Niko­laus­ak­tionen ins Leben gerufen und bekundet, dass sie sich über ein selbst­ge­maltes Bild freuen würden. Diesem Wunsch kamen unzählige Kinder nach, in Kirchardt und Gem­mingen sind die Kunst­werke an den Feu­er­wehrhäusern aufgehängt. Diesen Plan hatten die Eppinger und Itt­linger auch, „doch bei den gel­tenden Aus­gangs­be­schränkungen halten wir das für das fal­sche Signal“, so Thomas Blösch. Statt­dessen haben die Eppinger im Stadt­an­zeiger eine Son­der­bei­lage mit willkürlich ausgewählten Bil­dern ein­ge­legt. Daneben werden die Itt­linger und Eppinger die Bilder auf ihre Home­pages hoch­laden. „Wir möchten den kleinen Künst­lern gegenüber unsere Wertschätzung ausdrücken und werden die Bilder auf­be­wahren. Viel­leicht können wir sie zu einem späteren Zeit­punkt doch noch aus­stellen“, so Blösch.