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Neckarsulmer Jugendfeuerwehr auch als "Samariter" einsame Spitze!

Neckarsulmvon Andreas Rudlof

Wie wichtig eine rei­bungs­lose Zusam­men­ar­beit der ein­zelnen Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen im Ein­satz ist, weiß jeder spätes­tens dann, wenn er einmal die Hilfe von Polizei, Feu­er­wehr oder Ret­tungs­dienst in Anspruch nehmen musste. Im Ernst­fall muss bei den Hel­fern jeder Hand­griff sitzen und jedes ein­zelne „Rädchen“ nahtlos inein­ander greifen. Dass sich diese Zusam­men­ar­beit aber nicht nur auf den Ein­satz beschränken muss, zeigt die Neckar­sulmer Feu­er­wehr in einer über zehnjährigen Part­ner­schaft mit dem Arbeiter-Sama­riter-Bund in Heil­bronn.

Bereits im elften Jahr prak­ti­ziert man die lau­fende Erste-Hilfe-Aus­bil­dung für die aktiven Kräfte der Neckar­sulmer Feu­er­wehr. Seit zwei Jahren ist auch die Jugend­feu­er­wehr der Deutsch­or­dens­stadt in diese Aus­bil­dungsmaßnahmen mit ein­ge­bunden. So lernt die Neckar­sulmer Feu­er­wehr­ju­gend unter anderem wie man Ver­let­zungen ver­sorgt und Verbände richtig anlegt oder wie der Kreis­lauf des Men­schen funk­tio­niert. Für das zweite Halb­jahr hat man sich für den Feu­er­wehr­nach­wuchs als Schwer­punkt­thema den Bereich „Kno­chenbrüche und offene Wunden“ vor­ge­nommen. So lernen die jungen Men­schen frühzeitig das Zusam­men­spiel von Feu­er­wehr­technik und ret­tungs­dienst­li­chen Maßnahmen kennen, um z.B. später bei einem Ver­kehrs­un­fall die rich­tigen Hand­griffe im rich­tigen Moment ausführen zu können.

Regelmäßige Auf­fri­schungen in den The­men­be­rei­chen „Herz-Lungen-Wie­der­be­le­bung“ und „Erste Hilfe“ werden sowohl für die „Großen“ als auch für den Feu­er­wehr­nach­wuchs von den Aus­bil­dern des ASB bei der Neckar­sulmer Feu­er­wehr durchgeführt.

Durch diese jah­re­lange und gute Ver­bin­dung zum ASB erhielt die Jugend­feu­er­wehr Neckar­sulm jetzt die Gele­gen­heit, um am „Tag des Sama­ri­ters“ mit zwei Mann­schaften als Gäste teil­zu­nehmen. Hierbei han­delt es sich um einen Lan­des­ent­scheid, bei dem sich die besten Schüler- und Jugend­gruppen der ASB-Jugend aus ganz Baden-Württem­berg für die Teil­nahme am Bun­des­ju­gend­wett­be­werb qua­li­fi­zieren müssen.

Der Lan­des­wett­be­werb wurde im Rahmen eines dreitägigen Jugend­zelt­la­gers in Heil­bronn durchgeführt. Neben den beiden Mann­schaften der Neckar­sulmer Jugend­feu­er­wehr waren unter anderem Teams der ASB-Jugend aus Mann­heim, Schwäbisch Gmünd und Ulm mit von der Partie.

Doch vor dem Erfolg hatten die Götter den Schweiß gesetzt: Mit einem „heil­samen“ Schock begann der erleb­nis­reiche Tag für die Neckar­sulmer Jugend­feu­er­wehr­angehörigen: zuerst musste ein schrift­li­cher Test mit Fragen zur All­ge­mein­bil­dung und natürlich Fragen zur Ersten Hilfe absol­viert werden.

Im Heil­bronner Pfühlpark waren dann ver­schie­dene Erste-Hilfe- und Geschick­lich­keits­sta­tionen auf­ge­baut. Hier waren dann die Teil­nehmer anschließend auf­ge­for­dert, an ver­schie­denen Abschnitten zu beweisen, dass sie ihre theo­re­ti­schen Kennt­nisse und Fer­tig­keiten auch prak­tisch anwenden können. Dabei waren unter anderem HLW-Maßnahmen durchzuführen. Außerdem mussten die Teil­nehmer in der Betreuung und Ver­sor­gung von Herz­in­farkt­pa­ti­enten, der rich­tigen Erst­ver­sor­gung von schweren Ver­bren­nungen sowie im Ergreifen von Maßnahmen bei stark blu­tenden Ver­let­zungen ihr Können unter Beweis stellen.

Zur Abrun­dung des Wett­be­werbs und zur „Erho­lung“ von den anstren­genden Auf­gaben des Pra­xis­teils wurde abschließend noch ein Stadt­spiel durchgeführt. Hier durften die Jugend­li­chen Heil­bronn erkunden, wobei sie der Par­cours von der Har­monie quer durch die Kätchen­stadt bis zum Haupt­bahnhof und dann mit der Stadt­bahn in einem Dis­cozug in Rich­tung Bretten führte.

Bei der anschließenden Sie­ger­eh­rung zeigt sich dann, dass sich für die Neckar­sulmer Jugend­feu­er­wehr­angehörigen die Anstren­gungen gelohnt hatten: Die Mann­schaft „Neckar­sulm 2“ belegte gemeinsam mit den Jugend­li­chen der Arbeiter-Sama­riter-Jugend aus Ulm den ersten Platz und die Schüler­mann­schaft „Neckar­sulm 1“ einen tollen fünften Platz. Da die Neckar­sulmer als Gast­mann­schaft ange­treten waren, qua­li­fi­zierte sich die ASJ Ulm als beste Mann­schaft aus Baden-Württem­berg für die Teil­nahme am Bun­des­wett­be­werb des ASB.

Bei der Wer­tung bzw. Bekannt­gabe der besten Ein­zel­er­geb­nisse wurde Tobias Jochim von der Jugend­feu­er­wehr Neckar­sulm als bester Schüler der Alters­klasse 12 bis 17 Jahre geehrt.

Der sehr enga­gierten Vor­be­rei­tung des Neckar­sulmer Feu­er­wehr­nach­wuchses in Zusam­men­ar­beit mit dem ASB-Team um Aus­bilder Roland Schmitt auf den „Tag des Sama­ri­ters“ ist letzt­end­lich das erfolg­reiche Abschneiden bei diesem Wett­be­werb zu ver­danken. Für die Teil­nehmer Lydia Haner, Rebecca Merkle, Simon Glatzel, Tobias Jochim, Jens Matter, Tobias Rei­chel und Mat­thias Weber war dies eigent­lich mit der Schlüssel zum sicheren Erfolg.

„Die Aus­bil­dung wie wir sie in Neckar­sulm begonnen und mit dem ASB eingeführt haben, ist ein­zig­artig“, unter­streicht der Neckar­sulmer Feu­er­wehr­kom­man­dant Her­mann Jochim. Das zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass ver­schie­dene Feu­er­wehr­angehörige in ihrer Frei­zeit auf dem Ret­tungs­wagen des ASB mit­fahren. Hinzu kommt, dass zahl­reiche Feu­er­wehr­angehörige die Aus­bil­dung zum Ret­tungs­helfer bzw. den Sanitäts-Grund­lehr­gang (SGL) absol­viert haben.

Fotos: alle Frei­wil­lige Feu­er­wehr Neckar­sulm

Bild 1:
Mit einem schrift­li­chen Test wurde der „Tag des Sama­ri­ters“ beim ASB Heil­bronn auch für die Angehörigen der Jugend­feu­er­wehr Neckar­sulm eingeläutet.

Bild 2:
Im Heil­bronner Pfühlpark waren ver­schie­dene Erste-Hilfe- und Geschick­lich­keits­sta­tionen auf­ge­baut, die von den Teil­neh­mern absol­viert werden mussten.

Bild 3:
Ob die Teil­nehmer am Lan­des­ent­scheid auch in Maßnahmen zur Herz-Lungen-Wie­der­be­le­bung (HLW) „fit“ sind mussten sie an einer der Sta­tionen unter Beweis stellen.

Bild 4:
Dass sie die rich­tige Lage­rung eines Schock­pa­ti­enten bzw. Maßnahmen bei stark blu­tenden Wunden ord­nungsgemäß durchführen können mussten die Jugend­li­chen beim „Tag des Sama­ri­ters“ auch beweisen.