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Manchen wird's auf der Drehleiter mulmig

Lauffen a.N.von Nico Miguel, HSt

Kon­zen­triert richtet der kleine Leon (7) den Schlauch auf die Ziel­scheibe beim Spritz­spiel. Es ist eine der fünf Sta­tionen, die sich die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Lauffen für das Kin­der­fe­ri­en­pro­gramm am Dienstag aus­ge­dacht hat. 32 Jungs und Mädchen zwi­schen sechs und zehn Jahren ver­sam­melten sich am Morgen beim Feu­er­wehr­ma­gazin in der Raiff­ei­sen­straße, um mehr über die Auf­gaben eines Feu­er­wehr­manns zu erfahren oder sogar in diese Rolle mal kurz selbst hin­ein­zu­schlüpfen.

Ner­ven­kitzel „Einige der Kinder trifft man ein paar Jahre später wieder bei der Jugend­feu­er­wehr“, weiß Heiner Schiefer. Er ist stell­ver­tre­tender Kreis­brand­meister und Chef der Wehr in der Hölder­lin­stadt. Seit nun­mehr 20 Jahren orga­ni­siert er mit seinen Aktiven im Rahmen des Lauf­fener Feri­en­pro­gramms den „Tag bei der Feu­er­wehr“.

„Ich bin wegen der Dreh­leiter gekommen“, sagt Leon. Dafür ist er mit seinem Opa extra aus Schwai­gern ange­reist. Für viele der Kinder ist diese Sta­tion der Höhepunkt des Tages. Wenn das Ret­tungs­fahr­zeug seinen langen Arm langsam in schwin­del­erre­gende 30 Meter Höhe ausfährt, sind die ganz Mutigen bes­tens bedient. Anderen hin­gegen ist das zu viel Ner­ven­kitzel. „Es kommt häufig vor, dass wir die Dreh­leiter auf halbem Wege wieder her­un­ter­fahren müssen, weil manche Kinder Höhen­angst bekommen“, sagt Heiner Schiefer.

Doch auch diese Teil­nehmer müssen nicht enttäuscht nach Hause gehen. Die Feu­er­wehr hat einen Rund­gang über fünf Sta­tionen auf­ge­baut. Dafür hat sie die 32 Kinder in fünf Gruppen auf­ge­teilt, die nach­ein­ander die unter­schied­li­chen Auf­gaben bewältigen. Im Funk­raum bekommt der Nach­wuchs einen Ein­druck, wie die Ein­satzkräfte im Not­fall alar­miert werden. Beim anschließenden Spritz­spiel dürfen sie sich an den Was­ser­schläuchen aus­pro­bieren. Um der Situa­tion so viel Echt­heit wie möglich zu ver­leihen, haben die Orga­ni­sa­toren ein Haus aus einer Holz­platte gesägt. Es dient als Ziel­scheibe. Schnell bemerken die Kinder, dass die Übung nicht ein­fach ist. Geduldig stehen die enga­gierten Kräfte der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr und Jugend­feu­er­wehr zur Verfügung und helfen.

In der Garage des Feu­er­wehr­hauses sitzt eine wei­tere Gruppe schon unge­duldig auf den Bierbänken. Gespannt erzählt Simon, dass hier alle auf das Feu­er­wehr­auto warten. Mit dem roten Fahr­zeug gibt’s eine Tour durch die Stadt. (Fast) wie bei einem echten Ein­satz. „Darauf freue ich mich am meisten“, fügt Robin hinzu. Mit dem Ein­satz­wagen fahren sie anschließend zur letzten Sta­tion am Kies­platz. Von dort aus wech­seln die Jungen und Mädchen das Fahr­zeug und tuckern mit dem Boot über den Neckar.

Über­le­gungen Um den Kleinen einen noch tie­feren Ein­blick in den Beruf zu ver­mit­teln, hatte sich Heiner Schiefer über­legt, einen Ver­kehrs­un­fall zu simu­lieren. Diesen Gedanken ließ er jedoch wieder fallen: „Viel­leicht sind manche der Kinder noch zu klein, um das alles zu begreifen.“ Doch auch ohne Unfall scheinen die Kinder wunschlos zufrieden zu sein. „Viel­leicht gehe ich zur Jugend­feu­er­wehr, wenn ich elf bin“, sagt Leon.