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Löschangriff muss klappen

Schwaigernvon Stefanie Pfäffle, HSt

Wasser spritzt in hohem Bogen über den Park­platz am Bahnhof von Schwai­gern. "Nicht so hoch halten!" Und schon geht das Strahl­rohr etwas weiter nach unten. Das ist schließlich kein Spaß hier, son­dern die Übung eines echten Lösch­an­griffs. Na ja, eigent­lich ist es schon Spaß, denn die betei­ligten Feu­er­wehrmänner sind gerade einmal sieben oder acht Jahre alt und kommen hof­fent­lich nicht so schnell mit echtem Feuer in Berührung. Immer mitt­wochs treffen sich die Schwai­gerner Kinder- und Jugend­feu­er­wehr im Gerätehaus.

Aufräumen

Der Angriff ist zu Ende, das imaginäre Feuer bekämpft. "Mit Wasser sudeln macht ihnen ein­fach am meisten Spaß", weiß Jugend­wart Michael Wagen­plast. Jetzt müssen die Ver­teiler und Strahl­rohre wieder aufgeräumt und die Schläuche auf­ge­rollt werden.

Früh übt sich, wer mal ein echter Feu­er­wehr­mann werden will. Oder eine Frau, denn ein Drittel der zwölf Kinder sind Mädchen. "Meine Geschwister sind bei der Feu­er­wehr und da wollte ich auch mit­ma­chen", erzählt Romina (7) aus Mas­sen­bach schüchtern. Justin (7) aus Stetten gefällt vor allem das Spritzen: "War klar, oder?"

Kaum ist alles wieder aufgeräumt, kommen alle Kinder in ihren blau-oran­ge­far­benen Uni­formen zusammen − und der nächste Lösch­an­griff wird gestartet. Zwei bauen die Was­ser­ver­sor­gung zwi­schen Hydrant und Fahr­zeug, ein Trupp zwi­schen Auto und Ver­teiler, der Angriffs­trupp kup­pelt das Strahl­rohr an. Alles ist hier ein, zwei Num­mern kleiner als bei den Erwach­senen. "Die Kinder müssen die Gerätschaften schließlich auch halten können", erklärt Wagen­plast. Kurz darauf ruft Max: "Wasser marsch!"

Während die Kleinen noch voll in Aktion sind, kommen hinten die beiden Gruppen der Jugend­feu­er­wehr zusammen. Nor­ma­ler­weise treffen die sich nur im Wechsel, aber die Älteren müssen noch für die Jugend­flamme am kom­menden Wochen­ende in Nord­heim trai­nieren. Das ist der erste größere Wett­be­werb auf Kreis­ebene, da soll alles glatt gehen.

Die jüngere Gruppe wird kur­zer­hand an den Bach gefahren, und die neun Aspi­ranten bereiten sich vor. Der Lösch­an­griff "Wasser über Graben" steht als erstes an. "Wir brau­chen einen Ver­teiler, je zwei B- und C-Schläuche, eine Leiter, Seile und zwei Strahl­rohre", listet eines der Mädels auf. Also alles raus aus dem Löschfahr­zeug und bereit legen. Mist, die Schlauchlänge stimmt nicht, also noch mal suchen.

Mädchen­trupp

Der Plan ist, dass sie mit der Leiter einen fik­tiven Graben über­winden und auf der anderen Seite das Feuer löschen. Die Jugend­li­chen gehen gemächlich zur Sache, rennen ist nicht erlaubt. Etwas zügiger dürfte es trotzdem sein, bemängelt Wagen­plast. Der Mädchen­trupp ist zuerst dran. Grup­pen­spre­cherin Verena (15) meldet ihre Gruppe zur Prüfung an und los geht"s. Sie sind voll­kommen ruhig, denn gespro­chen werden soll auch nicht. Der Ablauf muss wie ein Uhr­werk schnurren. "An man­chen Stellen hakt es noch", gibt Verena zu.

Während die Trupps noch ihren Graben über­winden, wird an der anderen Seite der Hin­der­nis­par­cours, ein wei­terer Prüfungs­teil der Jugend­flamme, auf­ge­baut. Es gibt noch viel zu tun.

Bild: Die Älteren der Jugend­feu­er­wehr üben für die Jugend­flamme. Noch hakt es, aber nächsten Samstag in Nord­heim muss alles rei­bungslos laufen. (Foto: Ste­fanie Pfäffle)