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Jugendfeuerwehren trotzen den tropischen Temperaturen

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Nicole Theuer, HSt

150 Mit­glieder der Jugend­feu­er­wehren aus dem Land­kreis Heil­bronn legen die Jugend­flamme 2 und 3 sowie die Leis­tungs­spange ab

Sams­tag­morgen, 10 Uhr: Die Sonne steht hoch über dem Wald­sta­dion am Rande der Kur­stadt. Auf dem Park­platz stehen zahl­reiche Feu­er­wehr­fahr­zeuge, ein Blick auf die Sei­tentüren mit den Aus­dru­cken zeigt: Hier sind Jugend­liche aus dem ganzen Land­kreis zu Gast. „Wir haben 1500 Jugend­liche in den jewei­ligen Jugend­feu­er­wehren“, erklärt Tim Zart­mann, seit einigen Wochen Kreis­ju­gend­leiter. „Etwa zehn Pro­zent sind heute dabei.“ Mit der Zahl ist Zart­mann grundsätzlich zufrieden. „Man muss bedenken, dass wir auch mit Ver­einen wie Sport- und Musik­ver­einen kon­kur­rieren.“

Ent­gegen einem lan­des­weiten Trend behauptet Kreis­brand­meister Bernd Halter stolz: „Die neu­esten Sta­tis­tiken zeigen, dass die Jugend­feu­er­wehren hin­sicht­lich der Mit­glie­der­zahlen wachsen.“ Beim Blick auf die Jugend­li­chen, die ver­schie­dene Sta­tionen absol­vieren müssen, stellt Zart­mann fest: „Man merkt, dass die Jugend­li­chen sich heute weniger als früher draußen auf­halten.“ Die Auf­gaben, die die jungen Leute an diesem brütend heißen Vor­mittag zu erle­digen haben, sind vielfältig: Kugelstoßen und ein Staf­fel­lauf gehören ebenso dazu wie ein Par­cours mit ver­bun­denen Augen durch­laufen und Schläuche aus­rollen. „Für die Abnahme der Leis­tungs­spange haben unsere Jugend­li­chen in den letzten Tagen Sonderübungen ein­ge­legt“, erzählt Patrick Söhner vom Aus­richter Bad Rap­penau. „Seit Anfang des Jahres üben sie auf dieses Ziel hin.“

Wohl­wol­lend betrachtet der neue Jugend­leiter der Rap­pen­auer die Gruppe, die gerade an der Sta­tion ange­legt ist, an der ver­schie­dene Schläuche auf der Länge so aus­ge­rollt werden müssen, dass sie gerade liegen und keine Ver­dre­hungen ent­stehen. „Diese Übung gehört zur Leis­tungs­spange“, weiß Zart­mann. „Die Leis­tungs­spange ist ein Abzei­chen der deut­schen Jugend­feu­er­wehr. Die Abnahme hier erfolgt also quasi im Auf­trag der deut­schen Jugend­feu­er­wehr, die auch die Wer­tungs­richter stellt.“

Die Leis­tungs­spange absol­vieren die Jugend­li­chen vor dem Übert­ritt zu den Aktiven, es sind also die ältesten Jugend­li­chen, die bei dem Test an den Start gehen. „Wer die Leis­tungs­spange im Jugend­be­reich absol­viert hat, spart sich bei den Aktiven die Hälfte der Trupp­mann­aus­bil­dung“, erläutert Kom­man­dant Felix Mann. „Die Trupp­mann­aus­bil­dung umfasst 80 Stunden und dauert zwei Jahre. Mit der Leis­tungs­spange sind es nur noch 40 Stunden und ein Jahr.“