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Jugendfeuerwehr Bad Rappenau erlebt spezielles "Flughafen-Feeling" beim Besuch der Flughafenfeuerwehr Stuttgart

Bad Rappenauvon Andreas Rudlof

"Fliegen ist doch irgendwie mehr, als sich nur rasch von einem Ort zum anderen zu bewegen" - des­halb haftet der Luft­fahrt, selbst in unserer tech­nik­be­stimmten Umwelt, ein "spe­zi­elles Fee­ling" an. Daraus ent­wi­ckelt sich, sobald man den Flug­hafen betreten hat, eine Fas­zi­na­tion, die schwer zu beschreiben ist, aber von jedem Flug­gast oder Flug­ha­fen­be­su­cher gefühlt werden kann.

So - oder so ähnlich - haben sich wohl auch die Angehörigen der Jugend­feu­er­wehr aus Bad Rap­penau gefühlt, als sie im Rahmen Ihres Besu­ches bei der Flug­ha­fen­feu­er­wehr Stutt­gart quasi als Zugabe unmit­telbar mit der "Flug­ha­fen­luft" auf dem Lan­des­flug­hafen Bekannt­schaft machen durften. Dazu gehörte auch der direkte Ein­blick auf die Start- und Lan­de­bahn auf dem Weg von der Sicher­heits­kon­trolle bis zur Feu­er­wache. Fast zum Greifen nahe waren die darauf star­tenden und lan­denden Maschinen unter­schied­lichster Größe und manche Piloten hatten sogar die Grüße der am Rand ste­henden Jugend­li­chen erwi­dert und zurückge­wunken.

Der Stutt­garter Flug­hafen ist - bedingt durch seine geo­gra­phi­sche Lage im Süden der Lan­des­haupt­stadt - der Dreh- und Angel­punkt des baden-württem­ber­gi­schen Luft­ver­kehrs. Dies zeigt sich letzt­end­lich auch durch die Bele­gung des sechsten Platzes in der Rang­liste der deut­schen Ver­kehrs­flughäfen.

Ent­spre­chend der zur Zeit neun Kate­go­rien umfas­senden Ein­tei­lung der Flughäfen befindet sich Stutt­gart in Kate­gorie 8 und hat dem­entspre­chend einen "geord­neten Feuerlösch- und Ret­tungs­dienst" vor­zu­halten - so die Bestim­mungen der ICAO (Inter­na­tio­nale Zivil­luft­fahrt­or­ga­ni­sa­tion).

Dazu zählen neben einer modernen Feu­er­wache und einer umfas­senden Feu­er­wehr- und Lösch­technik auch die zur Zeit 71 haupt­amt­li­chen Feu­er­wehrkräfte der Stutt­garter Flug­ha­fen­feu­er­wehr.

Beson­ders inter­es­sant war für den Feu­er­wehr­nach­wuchs natürlich die Frage, wie man über­haupt Feu­er­wehr­mann am Flug­hafen werden kann. Dass auch hier vor dem Erfolg sehr viel Schweiß gesetzt werden muss, erfuhren sie umge­hend. Denn neben einer sechs­mo­na­tigen Grund­aus­bil­dung für Berufs­feu­er­wehr­angehörige müssen die Angehörigen der Flug­ha­fen­feu­er­wehr eben­falls eine Ret­tungs­sanitäter­aus­bil­dung absol­vieren. Außerdem müssen sie zahl­reiche interne Aus­bil­dungen hinter sich bringen, bevor sie an der Lan­des­feu­er­wehr­schule zum Lauf­bahn­lehr­gang für den mitt­leren feu­er­wehr­tech­ni­schen Dienst - sozu­sagen zur "Gesel­lenprüfung" - zuge­lassen werden.

"Neben dem Flug­zeug­brand­schutz ist die Flug­ha­fen­feu­er­wehr als aner­kannte Werk­feu­er­wehr gleich­falls für den Gebäude­brand­schutz am Flug­hafen zuständig", erfuhren die Jugend­li­chen aus der Kur­stadt. Daraus ent­wi­ckelt sich ein inter­es­santes und vielfältiges Auf­ga­ben­spek­trum, wel­ches durch die Ret­tungs­diensttätig­keit und den Dienst als Leit­stel­len­dis­po­nent voll­ends abge­rundet wird. "Jeder Feu­er­wehr­angehörige muss fle­xibel und ein All­rounder sein", erfahren sie weiter. Inter­es­sant gestaltet sich auch die Dienst­ein­tei­lung, die von Schicht zu Schicht wech­selt: "So ist es nicht selten, dass heute ein Feu­er­wehr­mann Fahrer auf einem Großlöschfahr­zeug ist, einen Dienst später im Ret­tungs­dienst ein­ge­teilt wird und in der nächsten Schicht als Melder im Ein­satz­leit­wagen den Ein­satz­leiter vom Dienst fährt."

Im Rahmen der Wach­be­sich­ti­gung wurde natürlich auch die Atem­schutzübungs­an­lage begangen. Hier ließen es sich die Nach­wuchs­feu­er­wehrmänner nicht nehmen, einmal den Par­cours, den die Feu­er­wehr­angehörigen sonst unter umluft­unabhängigem Atem­schutz und bei völliger Ver­rau­chung und "Null-Sicht" absol­vieren müssen, zu durch­laufen.

Beson­dere Beach­tung fand bei den Jugend­feu­er­wehr­angehörigen während der Besich­ti­gung der ein­zelnen Fahr­zeuge ins­be­son­dere deren Größe, Moto­ri­sie­rung und Bela­dung. Ob beim Tro­ckenlöschfahr­zeug TroLF 3000 - bei dem die Reifen teil­weise größer sind, als die Jugend­li­chen selbst, dem hydrau­li­schen Ret­tungs­satz im Hil­fe­leis­tungs-Tanklöschfahr­zeug HTLF 30/50 oder aber den rest­li­chen Flug­ha­fenlöschfahr­zeugen, die übri­gens in Kürze kom­plett durch Neu­fahr­zeuge ersetzt werden, war dem künftigen Feu­er­wehr­nach­wuchs aus Bad Rap­penau das Erstaunen über die etwas anderen Dimen­sionen als bei den Fahr­zeugen im hei­mi­schen Feu­er­wehr­haus, deut­lich im Gesicht abzu­lesen.

Und was natürlich nicht fehlen durfte: der obli­ga­to­ri­sche "Blau­licht- und Mar­tin­horn­test" - schließlich musste ja geprüft werden, ob das "Tatütata" bei der Flug­ha­fen­feu­er­wehr genau so viel Krach macht wie daheim.

Nach dem infor­ma­tiven und erleb­nis­rei­chen Auf­ent­halt bei der Flug­ha­fen­feu­er­wehr Stutt­gart ging es anschließend weiter auf den "Wasen" zum Cann­statter Volks­fest. Dort wurde dann zum Abschluss der Lehr­fahrt zur all­ge­meinen Stärkung noch eine "Zwi­schen­lan­dung" ein­ge­legt.