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Jugendfeuerwehr Bad Friedrichshall "schnupperte" beim Besuch der Flughafenfeuerwehr Stuttgart "Flughafenluft"

Bad Friedrichshallvon Andreas Rudlof

"Fas­zi­na­tion Flug­hafen" - Die Erfah­rung, dass sich mit diesen zwei Worten kurz und bündig der beson­dere Flair und die außergewöhnliche Atmosphäre an der "Schnitt­stelle" zwi­schen Himmel und Erde beschreiben lassen, konnten jüngst die Angehörigen der Jugend­feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall auf dem Stutt­garter Lan­des­flug­hafen machen. Dort besuchten sie gemeinsam mit ihrem Jugend­feu­er­wehr­wart Peter Rück die Kol­legen der Flug­ha­fen­feu­er­wehr Stutt­gart.

Bedingt durch die räumliche Nähe zur Start- und Lan­de­bahn konnten die Teil­nehmer - neben spe­zi­eller Feu­er­wehr- und Lösch­technik - hautnah die Starts und Lan­dungen zahl­rei­cher Flug­zeuge mit erleben und dies - neben der Besich­ti­gung der Feu­er­wache und der Großlöschfahr­zeuge - als beson­dere Erfah­rung mit nach Hause nehmen.Dabei haben die Bad Fried­richs­haller Nach­wuchs­feu­er­wehr­leute direkt erfahren, dass Flughäfen nicht nur Ver­kehrs- son­dern auch Erleb­nis­zen­tren sind, an denen sich Men­schen aus der ganzen Welt treffen.

Nach dem zunächst erfor­der­li­chen Gang durch die Sicher­heits­kon­trolle im "General Avia­tion"-Gebäude und einem ersten Kon­takt mit den unmit­telbar neben der Feu­er­wache auf der Start- und Lan­de­bahn sich in die Lüfte erhe­benden Flug­zeugen, erhielten die Bad Fried­richs­haller Jugend­feu­er­wehr­angehörigen im Atrium der 1996 in Betrieb genom­menen Feu­er­wache anhand eines Gebäude­mo­dells erste Erläute­rungen zu Auf­gaben, Aus­stat­tung, Aus­bil­dung und Orga­ni­sa­tion der zur Zeit 71 haupt­amt­li­chen Feu­er­wehrkräfte der Stutt­garter Flug­ha­fen­feu­er­wehr.Beson­ders erstaunt war der Feu­er­wehr­nach­wuchs über die Anfor­de­rungen der ICAO (Inter­na­tio­nale Zivil­luft­fahrt-Orga­ni­sa­tion) hin­sicht­lich der Alarm- und Ein­greif­zeiten.So müssen die Angehörigen der Flug­ha­fen­feu­er­wehren welt­weit sicher­stellen, dass sie inner­halb von zwei Minuten jeden Punkt inner­halb ihres Flug­ha­fengeländes mit ihren Löschfahr­zeugen errei­chen können. Doch der For­de­rungen nicht genug: Inner­halb einer wei­teren Minute muss ein erster wirk­samer Lösch­an­griff ein­ge­leitet worden sein. Diese Schlag­kraft und Leis­tungsfähig­keit muss dabei von der Flug­ha­fen­feu­er­wehr Stutt­gart anhand von Übungen mehr­mals jährlich - zu jeder Tages- und Nacht­zeit - unter Beweis gestellt werden.

Dass die Zuständig­keit bei einem Luft­fahr­zeug­un­fall am Flug­ha­fen­zaun nicht aufhört, war eben­falls eine neue und inter­es­sante Infor­ma­tion für die Jugend­feu­er­wehr­leute. Denn bei einem Unfall außerhalb des Flug­ha­fens, im so genannten "Drei-See­meilen-Bereich" rund um den Air­port wird die Flug­ha­fen­feu­er­wehr eben­falls mit alar­miert. Den­noch ist - so erfuhren die Besu­cher aus der Salz­stadt - das Fliegen im All­ge­meinen sicher. Unter­stri­chen wurde dies durch die Aus­sage, dass es am Flug­hafen Stutt­gart seit Auf­nahme des Flug­be­triebs im Jahre 1949 noch keinen schweren Zwi­schen­fall mit einem Luft­fahr­zeug gegeben hat, bei dem größere Per­sonen- oder Sachschäden zu ver­zeichnen gewesen wären.

Nach der kurzen Vorführung eines Video­films über den Ablauf einer so genannten "heißen Löschübung" am Brandübungs­be­cken der Flug­ha­fen­feu­er­wehr erhielten die Jugend­feu­er­wehr­angehörigen end­lich das zu sehen, was ihnen beim Besuch der Flug­ha­fen­feu­er­wehr am aller­wich­tigsten war: die großen Feu­er­wehr­fahr­zeuge.

Bedingt durch die beson­deren Leis­tungs­an­for­de­rungen an die Großlöschfahr­zeuge für den Flug­zeug­brand­schutz sind diese wesent­lich größer dimen­sio­niert, als die übli­cher­weise bei den Feu­er­wehren vor­han­denen Feu­er­wehr­fahr­zeuge. So ließen dann beim Betreten der Fahr­zeug­halle "Flug­zeug­brand­schutz" erwar­tungsgemäß erstaunte Gesichter und große Augen bei den Jugend­feu­er­wehr­angehörigen nicht lange auf sich warten.Beson­deres Inter­esse fanden dabei Fahr­zeuge wie der 54 Meter hohe Tele­skop­mast - das zur Zeit höchste Hub­ret­tungsgerät in Baden-Württem­berg - das Tro­ckenlöschfahr­zeug TroLF 3000 aber auch das Wech­sel­la­der­fahr­zeug mit dem "AB-MANV", einem Abrollbehälter für den Mas­sen­an­fall von Ver­letzten.

So ist das Tro­ckenlöschfahr­zeug z.B. in der Lage, die mitgeführten 3.000 kg Löschpulver über einen Monitor auf dem Dach mit einer Leis­tungs­rate von 80 kg pro Sekunde abzu­geben, während das im AB-MANV vor­ge­hal­tene Mate­rial dafür aus­ge­richtet ist, rund ein­hun­dert Per­sonen unter­schied­li­cher Ver­let­zungs­grade not­fall­me­di­zi­nisch erst­ver­sorgen zu können.

Alles in allem konnten die 45 Teil­nehmer der Besich­ti­gung nach über zwei­ein­halb Stunden zahl­reiche sowie neu gewon­nene Eindrücke und Infor­ma­tionen von der "Erleb­nis­welt am Stutt­garter Air­port" mit nach Hause nehmen.