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Feuerwehr startet bei Jugendarbeit durch

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Ehe­mals größte Jugend­wehr im Kreis hat den Spit­zen­platz ver­loren und dann dank Umstruk­tu­rie­rung zurückerkämpft

Die Jugend ist die Zukunft. Diese Weis­heit, die bei Ver­einen gilt, gilt bei der Feu­er­wehr im Beson­deren, denn die Ein­satz­ein­tei­lungen leben von nachrückenden Jugend­li­chen, die sich schon im frühen Alten für die Feu­er­wehr begeis­tern. Das ist bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau nicht anders. Einst hatte die Kur­stadt die größte Nach­wuchs­gruppe im Land­kreis, doch vor etwa drei Jahren kam es zu einem Ein­bruch. Zeit, sich über die Zukunft Gedanken zu machen.

„Uns liegt die Jugend am Herzen“, bekräftigt Oberbürger­meister Sebas­tian Frei, der sich gut an den Pro­zess der Umstruk­tu­rie­rung erin­nern kann. „Als die Feu­er­wehr begann, über die Zukunft der Jugend­ar­beit nach­zu­denken, hat die Stadt den Pro­zess wohl­wol­lend unterstützt.“ Heute, nachdem das Res­sort-Modell umge­setzt ist, beschei­nigt das Stadt­ober­haupt der Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tion: „Es war eine sehr gute Über­le­gung. Es bietet sich immer an, dort, wo man Kräfte bündeln kann, dies zu tun.“ Frei weiß: „Es läuft richtig gut.“

Diesen Ein­druck kann Jugend­feu­er­wehr­wartin Jasmin Müller bestätigen. „Wir sind auf einem guten Weg, aktuell haben wir in den beiden Res­sorts Süd und Mitte 83 Jugend­liche und sind wieder die größte Jugend­feu­er­wehr im Land­kreis.“ Auf­ge­teilt wurden die Jugend­li­chen bei der Neu­struk­tu­rie­rung in alters­ge­rechte Gruppen und nennen sich nun Roo­kies, Dra­gons und Figh­ters. „Natürlich waren die Lock­downs schwierig“, blickt Jasmin Müller zurück, „vor allem im zweiten Lock­down konnten wir ein drei­viertel Jahr lang nichts machen.“ Die Jugend­lei­tung befürch­tete einen Ein­bruch der Mit­glie­der­zahlen, „doch nachdem wir Mitte Juni wieder gestartet sind, haben wir fest­ge­stellt, dass unsere Befürch­tungen unnötig waren.“ Es sei eine schwie­rige Situa­tion gewesen, „weil allen die Per­spek­tive gefehlt hat, weil wir die häufigen Fragen, wann wir wieder was machen dürfen, nicht beant­worten konnten.“

Um in den Köpfen der Jugend­li­chen präsent zu bleiben, beschritten Jasmin Müller und ihre Mit­streiter neue Wege. „Zunächst haben wir ver­sucht, mit den Älteren regelmäßig einmal in der Woche zu skypen, doch mit der Zeit haben wir gemerkt, dass die Jugend­li­chen digital gesättigt sind, dass sie nach Home­schoo­ling und digi­talem Schul­un­ter­richt den Com­puter nicht mehr sehen können.“ Auf der anderen Seite, das wussten die Jugend­be­treuer, „war uns auch klar, dass wir die Jugend­li­chen recht­zeitig wieder ins Boot holen müssen, dass wir dafür sorgen müssen, dass sie im Rhythmus bleiben und sie wei­terhin im Gedächtnis haben, dass alle zwei Wochen geübt wird.“

Das gelang mit­tels Videos. „Wir haben zu jedem geplanten Übungs­abend ein Video zu dem Thema erstellt, das an dem Abend auf dem Plan gestanden hätte“, berich­tete Jasmin Müller. „Die Übungs­ma­te­ria­lien wie etwa Seile, um Knoten und Stiche zu üben, haben wir den Jugend­li­chen in die Briefkästen geworfen.“

Die Erstel­lung der alters­ge­rechten Videos sei auf­wendig gewesen und bedeu­tete viel Klein­ar­beit. Doch es habe sich aus­ge­zahlt, denn die Videos könne man jeder­zeit wieder an einem Übungs­abend zeigen und sie sind jeder­zeit abrufbar.

Aus­bil­dung auch während des Lock­downs war den Ver­ant­wort­li­chen wichtig, weil viele Jugend­li­chen an der Schwelle zum Übert­ritt in die Ein­satz­ab­tei­lung stehen. Inzwi­schen darf wieder geübt werden. „Der Dienst­be­trieb läuft relativ normal“, ist Jasmin Müller erleich­tert, „wir üben wieder alle zwei Wochen.“ Aller­dings mit Auf­lagen: Hygie­ne­kon­zept, Rei­nigen nach jeder Übung, Mas­ken­pflicht und Tests, die die Stadt zur Verfügung stellt.

Nächste Woche Samstag geht es für die Jugend­li­chen nach Trips­drill zum großen Tag der Jugend­feu­er­wehren. „Dort betreuen wir selbst eine Sta­tion“, erzählt Jasmin Müller und findet: „Es ist schön, dass wir mit den Jugend­li­chen wieder was unter­nehmen können.“