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Feuerwehr-Nachwuchs von Bad Rappenau übt den Ernstfall und erhält dafür viel Lob

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Wasser marsch auf dem Aus­sied­lerhof

Löschen wie die Großen: Zum ersten Mal in der Geschichte der Bad Rap­pen­auer Jugend­feu­er­wehr durften die Nach­wuchs­ret­tungskräfte eine eigene große Übung absol­vieren. Die Auf­gabe haben die jungen Feu­er­wehrler sehr gut gemeis­tert.

Die alters­ge­rechte Aus­bil­dung des Nach­wuchses war einer der Hauptgründe, warum die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Rap­penau vor einigen Jahren das so genannte Res­sort­mo­dell eingeführt hat. Zehnjährige hätten andere Bedürfnisse und Inter­essen als 17-Jährige, hieß es damals aus Feu­er­wehr­kreisen. Sowohl die feu­er­wehr­tech­ni­schen Themen als auch die Frei­zeit­an­ge­bote sollten alters­ge­recht ver­mit­telt werden.

Die Stei­ge­rung der Anfor­de­rung bis hin zur Vor­be­rei­tung auf die ersten Lehrgänge bei den Aktiven spie­gelte sich auch bei der ersten großen Übung der Jugend­li­chen wider. Zum ersten Mal in der Geschichte der Jugend­feu­er­wehr absol­vierten die Nach­wuchs­ret­tungskräfte nun eine Übung, „die an die jährliche Hauptübung der Aktiven abge­lehnt ist“, erklärt Ilja Woita­schek, zweiter Stell­ver­treter von Kom­man­dant Felix Mann. Vor­be­reitet wurde der Ein­satz von Désirée König, Julian Günther und Felix Nägelein, die daran vier Monate gear­beitet haben.

Platz Ein gar nicht so leichtes Unter­fangen, denn es musste zunächst ein Objekt gefunden werden, an dem die ver­schie­denen Sze­na­rien unter einen Hut gebracht werden konnten und das nicht zu weit vom Feu­er­wehr­haus in der Kern­stadt ent­fernt ist.

Wie gut, dass Volker Schramm, selbst Feu­er­wehr­mann bei der Abtei­lung Bad Rap­penau, über einen Aus­sied­lerhof verfügt, der, im Gra­fen­wald gelegen, sowohl aus­rei­chend Platz bietet für die ein­zelnen Sta­tionen als auch für die Möglich­keit, die Fahr­zeuge so auf­zu­stellen, dass sie den Ver­kehr nicht behin­dern.

Am Übungstag trafen sich daher 48 Jugend­liche, gut ein Drittel der 120 Mit­glieder umfas­senden Jugend­ab­tei­lung, mit 18 Betreuern im Feu­er­wehr­haus, um gemeinsam zu dem Aus­sied­lerhof zu fahren. Ohne den Ein­satz von Mar­tins­horn und Blau­licht – zum einen, um die Bevölke­rung nicht zu beun­ru­higen, zum anderen, um die Auf­re­gung bei den Kin­dern und Jugend­li­chen nicht noch zu erhöhen.

Auf dem Hof hatten die Betreuer zwei Ein­satz­stellen mit drei alters­ge­rechten Sta­tionen vor­be­reitet. Die Roo­kies, die Zehn- bis Zwölfjährigen, mussten einen Flächen­brand im Außenbe­reich löschen. „Dass das Feuer mit echtem Holz dar­ge­stellt werden konnte, war für die Kinder natürlich ein High­light“, so Woita­schek. Eine wei­tere Auf­gabe war, die Behand­lung von ver­wun­deten Pati­enten vor­zu­be­reiten.

Einen Schritt weiter in Wissen und Aus­bil­dung sind die Dra­gons. Die „Dra­chen“ waren damit betraut, die Was­ser­ver­sor­gung für das Löschen des Flächen­brandes für die Roo­kies auf­zu­bauen, und die Feuerlöschung im Innen­be­reich vor­zu­be­reiten. Um das Sze­nario möglichst rea­lis­tisch dar­zu­stellen, wird der Brand im Inneren des Gebäudes laut Woita­schek mit einer Nebel­ma­schine und so genannten Blitz­leuchten simu­liert. „Durch die Nebel­ma­schine wird recht rea­lis­tisch die Rauch­bil­dung bei einem realen Brand­er­eignis dar­ge­stellt.“

Ret­tung Die Fighter, die 14- bis 17-Jährigen, hatten die größte Her­aus­for­de­rung zu meis­tern. Ihnen oblag an diesem Morgen die Brandbekämpfung und die Men­schen­ret­tung. Für die Brandbekämpfung mussten sie Wasser aus einem offenen Gewässer ent­nehmen. Hierfür stand den Jugend­li­chen die Zis­terne im Hof zur Verfügung.

Da neben dem Gebäude, in dem der Brand simu­liert wurde, noch andere Bau­werke in unmit­tel­barer Nähe vor­handen sind, musste auch noch eine Rie­gel­stel­lung zum Schutz dieser Gebäude auf­ge­baut werden.

„Die Übung ist sehr gut abge­laufen“, bilan­zierte Ilja Woita­schek nach mehr als zwei Stunden. „Die Kinder und Jugend­li­chen sind begeis­tert, und die Betreuer sind zufrieden. Sicher werden wir diese Übung irgend­wann wie­der­holen.“

Wei­tere Übungen:

Nachdem die Nach­wuchs-Wehr ihre erste große Übung absol­viert hat, sind im nächsten Monat die Aktiven dran. Für die Abtei­lung Wol­len­berg steht ein Ein­satz im Übungs­haus in Fürfeld an. „Dieses Gebäude gehört der Stadt Bad Rap­penau, die es der Feu­er­wehr zur Verfügung stellt“, erzählt Wol­len­bergs Abtei­lungs­kom­man­dant Patrick Wagner.

Aller­dings werden die Wol­len­berger nicht alleine üben, son­dern von der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Hüffen­hardt und deren Abtei­lung Kälberts­hausen unterstützt.