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Feuer und Flamme für die Feuerwehr Bad Rappenau

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Jugend­ab­tei­lung hat sich mit dem Res­sort­mo­dell gut auf­ge­stellt und kennt keine Nach­wuchs­sorgen

Erfreu­li­ches konnte Patrick Söhner, Jugend­leiter der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau, bei der Haupt­ver­samm­lung berichten. Seit einigen Jahren erfährt der Feu­er­wehr­nach­wuchs einen regen Zulauf, inzwi­schen sind 121 Jugend­liche im Alter zwi­schen zehn und 17 Jahren aktiv. Was Söhner beson­ders freut: „Wir haben 43 Mädchen, und es werden immer mehr.“

Mitt­woch­abend herrscht im Feu­er­wehr­haus in der Raiff­ei­sen­straße Betrieb. Roo­kies, Dra­gons und die Figh­ters, so heißen die Jugend­gruppen im Res­sort­mo­dell, sind vor Ort. Die Roo­kies sind die Jüngsten zwi­schen zehn und zwölf Jahren, Während sie auf­ge­regt auf ihre Prüfung für die Jugend­flamme warten und Fragen über Fragen stellen, sind die Dra­gons im Alter zwi­schen zwölf und 14 Jahren und die Figh­ters, die 15- bis 17-Jährigen, ange­treten, um die Anwe­sen­heit überprüfen zu lassen.

Danach teilen sich die Jugend­li­chen in zwei Gruppen auf, um von zwei Kri­mi­nal­be­amten über Drogen auf­geklärt zu werden. „Solche Ver­an­stal­tungen sind extrem wichtig“, erklärt Söhner, „denn wir wollen den Jugend­li­chen nicht nur die Feu­er­wehr­themen ver­mit­teln.“ Es gehe auch darum, Werte zu ver­mit­teln. Des­halb stünden bei­spiels­weise auch Umwelt­schutz­themen und Sport auf dem Plan. „Wir bilden einen Teil der Gesell­schaft ab, des­halb fließen diese Themen in unsere Arbeit ein. Denn wir sind aktiv bemüht, die Jugend­li­chen bestmöglich auf den aktiven Dienst vor­zu­be­reiten“, betont Söhner.

Ein prak­ti­sches Ziel sei, die Jugend­li­chen auf die so genannte G26-Unter­su­chung vor­zu­be­reiten. „Diese Unter­su­chung ist erfor­der­lich, wenn eine Aus­bil­dung zum Atem­schutzgeräteträger ange­dacht ist“, ergänzt Ilja Woita­schek, Pres­se­spre­cher der Wehr.

Um die Jugend­li­chen bestmöglich auf den Übergang zur Ein­satz­ab­tei­lung vor­zu­be­reiten, wurde vor einigen Jahren das soge­nannte Res­sort­mo­dell ersonnen. „In den Jugend­gruppen der ein­zelnen Abtei­lungen gab und gibt es eine große Alters­spanne“, sagt Söhner, der stolz berichten kann, „dass es zwi­schen­zeit­lich auch in allen Abtei­lungen Jugend­gruppe mit Minimum fünf Mit­glie­dern gibt.“

Die beiden Res­sorts Süd und Mitte fassen die ein­zelnen Jugend­ab­tei­lungen zusammen, ohne deren Eigenständig­keit zu tan­gieren. Dabei gibt es eine klare Alters­tren­nungen. Anhand eines Lern­ziel­ka­ta­logs erfolge die Aus­bil­dung in den Res­sorts, erläutert Söhner. „Das Ziel ist, den Span­nungs­bogen von Anfang bis Ende zu erhalten und gleich­zeitig alle Inter­essen unter einen Hut zu bekommen.“

Das Res­sort­mo­dell ermögliche, dass Freunde, die aus ver­schie­denen Orten kommen, gemeinsam zur Jugend­feu­er­wehr gehen könnten. „Die abtei­lungsüberg­rei­fende Arbeit und die gemein­samen Erfolge binden mehr und stärken das Wir-Gefühl.“

Ein wei­teres Ziel: die Abzei­chen wie Jugend­flamme und Leis­tungs­spange zu erwerben. Jeder Junge solle nach Möglich­keit die Prüfungen absol­vieren. „Im Res­sort Süd haben wir eine Gruppe, die alle Leis­tungs­nach­weise abge­legt hat“, sagt Söhner. „Darauf sind wir stolz.“ Auch die Über­nah­me­quote in die Ein­satz­ab­tei­lung sei hoch. „Wir haben jetzt die erste Gruppe, die das Res­sort­mo­dell von Anfang an durch­laufen hat, in die Ein­satz­ab­tei­lung überg­eben.“

Stärken Wichtig ist dem Jugend­leiter und seinen Mit­strei­tern, dass die Jugend­ar­beit trans­pa­rent ist. Das fördert nach Söhners Einschätzung auch den Zulauf der Mädchen. „Wir setzen auf die indi­vi­du­ellen Stärken der Jugend­li­chen“, betont der Jugend­leiter. Man besinne sich „auf die Werte, die wir in der Feu­er­wehr haben, und die können die Jugend­li­chen nicht auf dem Handy finden.“ Dazu gehören gemein­same Ausflüge, Sport­tage und die Teil­nahme an Ver­an­stal­tungen.

Keinen Hehl macht Söhner daraus, dass die Jugend­ar­beit per­so­nal­in­tensiv ist. „Wir haben 42 Betreuer und Helfer und sind stolz, dass bei 250 Aktiven das so gut funk­tio­niert.“

Keine Kin­der­feu­er­wehr

Kein Thema ist der­zeit bei der Feu­er­wehr Bad Rap­penau eine Kin­der­feu­er­wehr. „Wir haben uns momentan dagegen ent­schieden, wenn­gleich wir wissen, dass Kinder im Alter von zehn Jahren oft schon ihre Hob­bies gefunden haben“, erklärt Woita­schek. Zumal für eine Kin­der­feu­er­wehr pädago­gisch geschulte Kräfte ein­ge­setzt werden müssen und noch wei­tere Betreuer gefunden werden müssten. „Wir haben uns mal 100 Jugend­liche als Grenze gesetzt“, erklärt Söhner, „die momentan aktiven Jugend­li­chen können wir noch gut han­deln und sind auch noch weit von einem Auf­nah­me­stopp ent­fernt. Wir merken ein­fach, dass sich unsere gute Jugend­ar­beit, die durch Mund­pro­pa­ganda wei­ter­ge­tragen wird, aus­zahlt.“ Aller­dings „wollen wir auch nicht ins End­lose wachsen. Uns ist die Qualität und nicht die Quantität wichtig, denn wir wollen einen leis­tungsfähigen Nach­wuchs aus­bilden.„