QR-Code zur Seite

Einmal üben wie die "Großen": Zimmerbrand und drei vermisste Personen in einem Wohngebäude - Einsatzübung der Jugendfeuerwehr Bad Rappenau

Bad Rappenauvon Andreas Rudlof

Das ist der Traum eines jeden Jugend­feu­er­wehr­angehörigen: Einmal so richtig bei einer Ein­satzübung mit­zu­ma­chen - wie die "Großen". Und damit sich der Jugend­feu­er­wehr­alltag auch einmal vom alltägli­chen Aus­bil­dungs- und Übungs­ge­schehen ein klein wenig abhebt, hatten sich der stell­ver­tre­tende Lan­des­ju­gend­feu­er­wehr­wart Markus Hees zusammen mit Jugend­feu­er­wehr­wart Harald Last sowie den beiden Betreuern Ralf und Klaus Schneider etwas ganz beson­deres ein­fallen lassen: Eine nächt­liche Ein­satzübung an einem ver­las­senen bzw. zum Abbruch vor­ge­se­henen Gebäude in Bad Rap­penau.

Von Ralf Schneider war das "Brand­ob­jekt" pro­fes­sio­nell vor­be­reitet worden: Im Dach­ge­schoss wurde ein Raum mit einem Nebelgerät ordent­lich ver­raucht. Außderdem waren ins­ge­samt drei Per­sonen im Haus "ver­steckt" und mussten aus dem Wohn­haus gerettet werden.

Nach einer regulären "Alar­mie­rung" der Feu­er­wehr rückte die Jugend­feu­er­wehr mit ins­ge­samt drei Fahr­zeugen an, um dem imaginären Feuer zu Leibe zu rücken. Nach der Erkun­dung, Ein­tei­lung der Kräfte und Aus­gabe der Ein­satz­be­fehle an die ein­zelnen Trupps ging dann alles wie am Schnürchen: Die Ein­satz­stelle wurde abge­si­chert. Flugs wurden Schläuche aus­ge­rollt, ein Ver­teiler gesetzt, der Angriffs­trupp sowie sein Ret­tungs­trupp rüsteten sich mit Übungs-Atem­schutzgeräten aus und begaben sich zur Per­so­nen­suche in das ver­qualmte Gebäude. Natürlich legten die Jugend­li­chen dabei zwar die Atem­schutz­masken an. Die Press­luft­atmer waren jedoch nicht mit den sonst übli­chen Atem­luft­fla­schen bestückt, da ein Real- oder Übungs­ein­satz von Jugend­feu­er­wehr­angehörigen unter Atem­schutz aus recht­li­chen und ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Gründen nicht zuge­lassen ist. Inso­fern mussten sich die Jugend­li­chen mit dieser "Hilfs­kon­struk­tion" begnügen, die ihnen aber nicht minder Spaß berei­tete.

Schnell war die erste Person im Trep­pen­raum gefunden und mit­tels Kran­ken­trage in das Freie gebracht. Im Wechsel - damit jeder der Übungs­teil­nehmer in den "Genuss" der Übungs­lage kam - gingen die Trupps unter "Atem­schutz" in das Gebäude vor und "ret­teten" nach und nach ins­ge­samt drei Per­sonen aus der "Flam­menhölle". Alle drei wurden sie fiktiv an den Ret­tungs­dienst zu not­fall­me­di­zi­ni­schen Erst­ver­sor­gung überg­eben.

Schluss­end­lich wurde dann noch ein "mas­siver Lösch­an­griff" in das Gebäude vor­ge­tragen, um dem Feuer zu Leibe zu rücken und ent­spre­chend Paroli zu bieten. Danach war für den Feu­er­wehr­nach­wuchs der Übungs­ein­satz beendet. Abschließend erhielten die Mädchen und Jungs von ihren Aus­bil­dern noch einige wert­volle Tipps zum rich­tigen Vor­gehen in ein bren­nendes Gebäude und zur Durchführung einer effek­tiven Per­so­nen­suche. Alles in allem haben die Jugend­feu­er­wehr­angehörigen bei diesem ?Ein­satz? unter Beweis gestellt, dass sie schon jetzt die Grundzüge des Feu­er­wehr­hand­werks erlernt haben und im Rahmen einer Übung wir­kungs­voll ein­setzen können.

Die Jugend­feu­er­wehr­warte waren vom Ablauf der Übung und von dem an den Tag gelegten Enga­ge­ment der Jugend­feu­er­wehr­angehörigen positiv über­rascht und mussten ihren Schützlingen ver­spre­chen, so einen "Event" bei Gele­gen­heit wieder einmal durchzuführen.