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Die Plüschkatze verirrt sich im Baum, und das Speiseöl läuft aus

Kirchardtvon Gabriele Schneider, HSt

Wovon träumen Mit­glieder der Jugend­feu­er­wehr? In Kirchardt war es eine 24-Stunden-Übung, und der Traum ging für die Jugend­li­chen zwi­schen zwölf und 17 Jahren in Erfüllung. Am Samstag um 7 Uhr begann die kleine Großübung mit einem Frühstück für die acht Teil­nehmer.

Ereig­nis­reich Der fol­gende Ablauf war klar. Ein biss­chen Gerätekunde und Erste-Hilfe-Ein­wei­sung, gemein­sames Essen und am Abend ein Film. Mit Brandbekämpfung hatte der nicht viel zu tun: Ottos Sieben-Zwerge-Streifen sorgte für Ent­span­nung nach der ersten Hälfte der ereig­nis­rei­chen Ver­an­stal­tung.

Die Jungen wussten zwar, dass ein paar Einsätze auf sie zukommen, doch wann und was, das wurde vorab nicht ver­raten. Gleich nach dem Frühstück schreckte der Alarm die Jugend­wehr zum ersten Mal auf: Plüsch-Katze Gerry war auf einen Baum in der Ber­wanger Tan­nen­straße geklet­tert und saß fest. Zu einer Speise-Ölspur wurden die Jugend­li­chen nur kurz darauf eben­falls nach Ber­wangen gerufen.

Nach­mit­tags hatten die Jungs einen tech­ni­schen Ein­satz beim Auto­haus Grimm: Sie lernten, wie man ein Auto fach­ge­recht öffnet, um ein­ge­klemmte Per­sonen zu retten. Da wurden Auto­scheiben mit dem Federkörner zertrümmert, Blech­teile aus­ein­an­der­ge­bogen oder auf­ge­schnitten. Alles unter der Prämisse, die Men­schen im Auto nicht mehr als unbe­dingt nötig zu beun­ru­higen oder erschre­cken, erklärte Jugend­leiter Hen­ning Frank. Noch vor dem Abend­essen war ein Brand auf dem Park­platz der Firma Beh­ringer zu löschen, und gegen Mit­ter­nacht machten sich die Jugend­feu­er­wehr­leute auf in den Haf­ten­wald, um eine ver­misste Person zu suchen. Doch damit nicht genug: Nachts um drei stand eine Atmen­schutz-Übung auf dem Pro­gramm­zettel der vier Jugend­leiter. Dann durften die Jungen erst einmal aus­schlafen, aller­dings nur bis zum Dienst­be­ginn um sieben Uhr.

Zufrieden Patrick Rathke ist ganz neu bei der Jugend­wehr. Er hatte sich im Sep­tember darüber infor­miert, was die jungen Brandschützer alles tun, und blieb. Seine ersten Übungs­abende hatte er hinter sich und nahm an der 24-Stunden-Übung mit Spaß und viel Eifer teil. Bei der Jugend­wehr sei es, so sagte er strah­lend, genauso, wie er es sich vor­ge­stellt hatte. Das liege wohl auch am Kon­zept, ver­mu­tete Kom­man­dant Markus Bucher. Es werde nämlich nicht nur stramm geübt, auch der Spaß dürfe nicht fehlen. Dass diese Bot­schaft ankommt, war an den durchweg zufrie­denen Gesich­tern der enga­giert mit­ar­bei­tenden Jungen zu sehen.

Bild: Jugend­leiter Hen­ning Frank hilft: Die jungen Feu­er­wehr­leute lernen, die Scheibe eines Autos mit einem Federkörner zu öffnen. Foto: Gabriele Schneider