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Das Ressortmodell trägt Früchte

Bad Rappenauvon Falk-Stéphane Dezort, Rhein-Neckar-Zeitung

Die Mit­glie­der­zahlen steigen bei der Jugend­feu­er­wehr in der Kur­stadt wieder an

„Aus sechs mach zwei“ hieß es vor rund einem Jahr bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr in der Kur­stadt. Mit­hilfe eines Res­sort­mo­dels haben die Ver­ant­wort­li­chen auf die Tal­fahrt der Mit­glie­der­zahlen in der Jugend­ab­tei­lung reagiert. Während 2014 noch 109 Kinder und Jugend­liche den Jugend­ab­tei­lungen angehörten, waren es 2018 nur noch 74. Nun zeigt der Trend wieder nach oben. „Wir haben enormen Zuwachs“, zieht der stell­ver­tre­tende Jugend­wart Mathias Borth im Gespräch mit der RNZ ein posi­tives Fazit. „100 sind unser Ziel.“

Im Herbst ver­gan­genen Jahres haben die Abtei­lungs­wehren ihre Kräfte gebündelt und die klas­si­schen Jugend­feu­er­wehren in die Res­sorts „Mitte“, bestehend aus den Abtei­lungen Ober­gim­pern, Grom­bach, Bad Rap­penau, Heins­heim und Wol­len­berg, und „Süd“, bestehend aus den Abtei­lungen Süd und Bab­stadt, unter­glie­dert. „Vor zehn, 15 Jahren hat noch jede Abtei­lung vor sich hin­ge­ar­beitet“, blickt Borth zurück. Beson­ders erfreu­lich ist, dass es seit Jah­res­be­ginn auf­grund des neuen Res­sort­mo­dels erst­mals auch eine Jugend­ab­tei­lung in Wol­len­berg gibt. „Wir drohen, dort zu überal­tern“, sagt Ilja Woita­schek, der bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr für die Pres­se­ar­beit zuständig und stell­ver­tre­tender Abtei­lungs­kom­man­dant in Wol­len­berg ist. „Wir waren immer daran geschei­tert, eine Jugend­ab­tei­lung auf­zu­bauen, da der Alters­ab­stand zwi­schen den Lei­tern und den Kin­dern zu groß ist.“

Man habe ver­gan­genes Jahr in Wol­len­berg ordent­lich die Wer­be­trommel gerührt und letzt­end­lich Erfolg gehabt. Im Zuge der Umstel­lung konnte man auch die Alters­struktur überar­beiten und die Kinder- und Jugend­li­chen in drei Gruppen auf­teilen: Bei den „Fire-Roo­kies“ sind die Zehn- bis Zwölfjährigen aktiv, bei den „Fire-Dra­gons“ sind Jugend­liche zwi­schen 13 und 14 Jahren im Ein­satz, und 15- bis 17-Jährige gehören den „Fire-Figh­ters“ an. Während früher alters­ge­mischt im jewei­ligen Teilort geprobt wurde, können die Nach­wuchs-Brandbekämpfer nun mit gleich­alt­rigen lernen. „Das hat beson­deren Anklang gefunden“, sagt Borth. Zuvor sei es immer schwer gewesen, die Übungen inter­es­sant zu gestalten, da man mit Zwölfjährigen nicht das Gleiche machen könne wie mit 17-Jährigen und man bei der Pla­nung beide berücksich­tigen musste. Nun könne man dem Alter besser gerecht werden. Trotz der Zen­tra­li­sie­rung der Gruppen sollen die Übungen regelmäßig auch in den ver­schie­denen Orts­teilen ange­boten werden.

Doch bisher konnte man nur drei bis vier Übungen im neuen Res­sort­mo­dell anbieten. Dann sorgte die Corona-Pan­demie für einen Rückschlag, und der Übungs­be­trieb musste im Frühjahr und auch jetzt Anfang November ein­ge­stellt werden. Somit mussten die rund 40 ehren­amt­li­chen Ein­satzkräfte, die sich für die Jugend­ab­tei­lung enga­gieren, kreativ werden. Bei­spiels­weise drehte die Ein­satz­ab­tei­lung Lehr­vi­deos für den Nach­wuchs oder es wurde eine Schnit­zel­jagd ange­boten. Zusätzlich wurde unter anderem noch ein Mal­wett­be­werb ins Leben gerufen. Die Kinder waren ange­halten ihre Vor­schläge für ein neues Logo für die Jugend­feu­er­wehr ein­zu­rei­chen. „Wir müssen die Jugend­li­chen bei der Stange halten“, sagt Borth. „Wir dürfen und wollen sie nicht von der Leine lassen.“