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Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Fewuerwehr Bad Wimpfen

Bad Wimpfenvon Jill Hauck Fabian Lobitz

Ein­satz für die Berufs­feu­er­wehr Bad Wimpfen: Zim­mer­brand so schallt es am Samstag den 23.09.12 um 15:13 Uhr durch das Feu­er­wehrgerätehaus im Steinweg.

Sofort lassen die Feu­er­wehr­frauen und -männer alles liegen und rennen zu den Fahr­zeugen.

Auf der Anfahrt zur Ein­satz­stelle bekommen Sie vom Grup­penführer die vor­lie­gende Ein­satz­si­tua­tion genau erklärt.

In der Alten Heil­bronner Straße ist ein Zim­mer­brand aus­ge­bro­chen, eine Person wird ver­misst. Schnellstmöglich rüstet sich der Angriffs­trupp mit Atem­schutzgeräten aus, die anderen Feu­er­wehr­leute gehen im Kopf noch mal alle Hand­griffe durch, die nach dem Ein­treffen am Ein­satzort sitzen müssen.

Zum Glück han­delt es sich nur um eine Übung der Jugend­feu­er­wehr Bad Wimpfen.

Unter der Lei­tung der Jugend­warte Fabian Lobitz und Jonas Teschler hat sich das Betreu­er­team für den diesjährigen Aus­bil­dungstag etwas ganz beson­deres aus­ge­dacht:

Einen Berufs­feu­er­wehrtag. 24 Stunden erleben die Jugend­li­chen einen Tag nach dem Dienst­plan einer Berufs­feu­er­wehr.

Ange­treten wird um 10:00 Uhr zur Fahr­zeugüber­nahme.

Die Flo­ri­ansjünger haben so die Möglich­keit sich die Gerätschaften der ein­zelnen Fahr­zeuge noch einmal ein­zuprägen.

Keiner weiß zu diesem Zeit­punkt, dass es schnell vorbei ist mit der Ruhe.

Denn um 10:54 Uhr klin­gelt das Telefon in der Leit­stelle.

Mit Feu­er­wehr Bad Wimpfen, meldet sich Joris Bon­gers, der die erste Schicht in der Not­ruf­leit­stelle über­nommen hat.

Ein ortsansässiger Land­wirt schil­dert ihm, dass er mit seinem Traktor in der Nähe des Sen­de­mastes auf einem Feldweg unter­wegs war und ihm die Hydrau­lik­lei­tung geplatzt sei.

Nun laufe Öl auf den Weg und drohe im Erd­reich zu ver­si­ckern.

Joris hat alles notiert und drückt den Alarm­knopf.

Blitz­schnell ziehen alle Jugend­feu­er­wehrler ihre Ein­satz­uni­formen an und rücken mit dem Gerätewagen und dem Mann­schaf­trans­port­wagen aus.

Am Ein­satzort ange­kommen ist die Ölspur im Nu besei­tigt.

Nach dem Einrücken ist erstmal Fahr­zeug­putzen ange­sagt.Doch wirk­lich zur Ruhe kommt keiner der Feu­er­wehr­ka­me­raden, denn es naht ein wei­terer Ein­satz.

Die Betreuer Jill Hauck und Patrick Dautel haben im Bereich des Frei­bades einen Wald­brand präpariert.

Rote Bänder aus Krepp­paper zeigen an, welche Bäume in Flammen stehen.

Der Angriffs­trupp bestehend aus Hannes Müller und Hannes Ulrich kann im ersten Angriff ein Überg­reifen der Flammen auf andere Bäume ver­hin­dern.

Zur selben Zeit bringen Jörg Winter und Pas­qual Bär, mit Hilfe der Aktiven Kame­raden Michael Keller, Philipp Dautel und Heiko Wei­gand eine trag­bare Pumpe in Stel­lung, um Neckar­wasser zum Löschen anzu­saugen.

Somit ist auch dieser Ein­satz durch das schnelle Ein­greifen der Jungs und Mädels zügig beendet. Im Magazin wartet bereits der Koch der Berufs­feu­er­wehr, Sascha Kohler, mit dem Essen auf die Kame­raden. Alle haben sich das Geschnet­zelte mit Spätzle und Salat ver­dient. Nach der Mit­tags­pause stand eine Wei­ter­bil­dung im Bereich Tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung auf dem Plan.

Mit Schere und Spreizer wurde ein Auto fachmännisch zer­legt, um eine ein­ge­klemmte Person zu retten.

Nach dieser Übungs­ein­heit stand Sport auf dem Dienst­plan, doch leider machte ein Zim­mer­brand einen Strich durch den Ter­min­plan.

Unter Atem­schutz musste der Angriffs­trupp eine, mit Dis­conebel ver­qualmte, Woh­nung nach einer ver­missten Person abge­sucht werden.

Nach kurzer Zeit kam aber der erlösende Funk­spruch, dass die Person gefunden ist und der Brand unter Kon­trolle.

Somit konnte der Löschzug wieder ins Magazin einrücken und sich bei einem Stück Kuchen erholen.

Jedoch hatte der Nach­mittag noch wei­tere klei­nere Einsätze zu bieten.

Eine mit Wasser voll gelau­fene Repa­ra­tur­grube einer Werk­statt musst mit Tauch­pumpe und Was­ser­sauger leer gepumpt werden und im SRH-Gesund­heits­zen­trum hatte ein Rauch­melder ausgelöst, sodass dieser mit Hilfe von Lauf­karten gesucht werden musste. Zum Glück stellte sich dieser Ein­satz als Fehl­alarm heraus.

Nach dem Abend­essen beginnt in der Berufs­feu­er­wehr­wache die so genannte Bereit­schafts­zeit, dass heißt die Feu­er­wehr­leute haben Frei­zeit, müssen aber auf der Wache bleiben, falls es zu Einsätzen kommt.

So auch an diesem Abend, kurz nach 19:00 Uhr verlor ein Fahranfänger die Kon­trolle über sein Fahr­zeug und schleu­derte, in der Nähe des See­gar­ten­park­platz, frontal gegen einen Baum. Inner­halb von drei Minuten traf das erste Fahr­zeug am Ein­satzort ein.

An dem ver­un­fallten PKW musste die Tür mit Schere und Spreizer ent­fernt werden.

Das Wissen der nach­mit­tags durchgeführten Übung konnte hierbei direkt ange­wendet werden. Mit Unterstützung der aktiven Kame­raden Michael Keller und Jörg Winter konnten die Jugend­feu­er­wehr­ka­me­raden auch diese Auf­gabe meis­tern und die Person konnte aus dem Fahr­zeug befreit werden.

Nun kehrte langsam Ruhe in der Feu­er­weh­wache ein.

Die Jugend­li­chen beschäftigten sich mit Tisch­kli­ckern und Kar­ten­spielen und auch die Betreuer waren froh ein paar ruhige Minuten zu bekommen.

Doch bevor die Feu­er­wehr­ka­me­raden die Schlafräume auf­su­chen konnten, klin­gelte in der Leit­stelle das Telefon.

Eine auf­ge­regte Frau schil­derte dem Dis­po­nent Lorenzo Hutz­mann, dass ihr Mann auf einem Vor­dach, beim aus­wech­seln eines Zie­gels, aus­ge­rutscht sei und nun dort oben liege.

Wieder war Eile geboten. Mit Gerätewagen und Dreh­leiter rückten die Feu­er­wehrmänner und -frauen aus.

Über eine Steck­leiter konnten Alisa Spei­cher und Andrè Tomse zu dem Ver­un­fallten gelangen um ihn zu beru­higen und zu betreuen.

Die anderen Kame­raden berei­teten in dieser Zeit die Dreh­leiter vor, um den Ver­letzten möglichst scho­nend vom Dach zu retten, ebenso wurden Licht­masten und Strahler in Posi­tion gebracht, um die Ein­satz­stelle tag­hell zu beleuchten.

Nach gelun­gener Ret­tung konnte sich die ganze Mann­schaft Schlafen legen.

Nur in der Leit­stelle brannte noch Licht.

Um 01:30 war es vorbei mit der Nacht­ruhe.

Am Natur­bil­dungs­haus der Pfad­finder hatten Jugend­liche ein ille­gales Lager­feuer gemacht.

Mit ver­schla­fenen Gesich­tern machte sich die Mann­schaft auf dem Weg und konnte auch dieses, von Jürgen Schutt und Philipp Haspel vor­be­rei­tete Ein­satz­sze­nario meis­tern.

Die rest­liche Nacht blieb es ruhig und um 07:30 Uhr traf sich die kom­plette Wach­mann­schaft beim Frühstück.

Alle sehnten sich schon nach dem ver­dienten Fei­er­abend, als um 08:17 Uhr der Alarm­gong ertönte und die Durch­sage einen LKW-Brand in der Brühlstraße ankündigte.

Zum letzten Mal an diesem Tag rückte der Löschzug aus, um mit Wasser und Schaum den LKW zu löschen.

Daniel Dewald und die Betreuerin Jasmin Herold wachten am Telefon, falls irgendwo Hilfe benötigt würde.

Nach span­nenden, aber sehr anstren­genden 24 Stunden wurde die Berufs­feu­er­wehr Bad Wimpfen wieder aufgelöst.

Die Jugend­feu­er­wehr­ka­me­raden und -kame­ra­dinnen haben an diesem Tag gezeigt, dass sie die unter­schied­lichsten Ein­satz­si­tua­tionen meis­tern können und das in den Übungen gelernte Wissen sehr gut umsetzen können.

Die Jugend­feu­er­wehr bedankt sich bei allen aktiven Kame­raden, die bei der Vor­be­rei­tung und Durchführung tatkräftig mit­ge­holfen haben, ohne sie wäre dieser auf­wen­dige Tag nicht möglich gewesen.

Die Jugend­feu­er­wehr Bad Wimpfen hat zur Zeit 11 Mit­glieder und trifft sich immer abwech­selnd im 14-tägigen Rhythmus diens­tags und mitt­wochs von 18- 20 Uhr.

Inter­es­sierte Jungs und vor allem Mädels ab 12 Jahren sind herz­lich ein­ge­laden am Dienst der Jugend­feu­er­wehr teil­zu­nehmen.

Der nächste Dienst ist am 17.10.2012 um 18 Uhr im Feu­er­wehrgerätehaus im Steinweg.

Wei­tere Infor­ma­tionen und Ter­mine: www.feuerwehr.badwimpfen.de

Jill Hauck, Fabian Lobitz