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Berufsfeuerwehrtag bei der Jugendfeuerwehr Schwaigern

Schwaigernvon Volker Lang, Feuerwehr Schwaigern

Nach einer dreijährigen Pause wollten die Mit­glieder der Jugend­feu­er­wehr Schwai­gern wieder einmal erleben, wie eine 24 Stunden Schicht bei der Berufs­feu­er­wehr aus­sieht.

Schicht­be­ginn war am Freitag Abend um 18 Uhr, und wie bei der Berufs­feu­er­wehr üblich wurde zunächst die Ein­tei­lung auf die ein­zelnen Fahr­zeuge vor­ge­nommen sowie die Regu­la­a­rien für die Schicht bespro­chen. Danach gingen die Jugend­li­chen zu den Fahr­zeugen, auf denen sie ein­ge­teilt waren und überprüften die Ausrüstung auf Vollständig­keit und Funk­ti­onsfähig­keit.

Man war gerade so recht fertig, da kam auch schon der erste Alarm. Die Brand­mel­de­an­lage bei der Fa. Söhner Kunst­stoff­technik hatte ausgelöst. Mit zwei Löschfahr­zeugen ging es Rich­tung Indus­trie­ge­biet. Beim überprüfen der Brand­mel­de­an­lage stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehl­alarm han­delte. Man nutzte aber die Gele­gen­heit und ließ sich von einem Mit­ar­beiter der Fa. Söhner, der auch Mit­glied der Feu­er­wehr Schwai­gern ist, die Funk­tion der Brand­mel­de­an­lage erklären.

Kaum auf der Wache blieb nur wenig Zeit zum Ver­schnaufen bis der nächste Alarm ein­lief. Es ging zu einem Scheu­nen­brand im Gebiet beim Was­ser­turm. Schon von weitem waren die Flammen in der Dämme­rung zu sehen. Die Besat­zung des Tanklöschfahr­zeugs begann sofort mit dem Löschein­satz, während die Besat­zung des Löschfahr­zeugs die Men­schen­ret­tung über­nahm. Der Land­wirt und ein Helfer wurden noch in dem Gebäude ver­misst. Beide wurden aber von den Such­trupps schnell gefunden und in Sicher­heit gebraucht. Par­allel wurde mit dem Schlauch­wagen eine Lei­tung zum nächsten, etwa 300 Meter ent­fernten Hydranten gelegt. Jetzt konnte auch das Feuer inner­halb kurzer Zeit gelöscht werden.

Die rest­liche Glut des Feuers wurde genutzt, um Würste für ein zünftiges Vesper zu grillen. Danach ging es gestärkt zurück zur Wache. Schließlich mussten die Fahr­zeuge wieder ein­satzfähig gemacht werden.

Am anderen Morgen gegen 5 Uhr war's mit der Nach­ruhe vorbei. Aus dem Indus­trie­ge­biet wurde ein Gefahr­gut­un­fall gemeldet. Zum Glück stellte sich heraus, dass es sich bei dem „Gefahr­stoff" um flüssige Seife han­delte. Somit konnte sich die Tätig­keit darauf beschränken, die Fahr­bahn mit viel Wasser zu rei­nigen.

Noch vor dem Frühstück kam der nächste Ein­satz. Ein Dach­stock­brand im Stadt­teil Nie­der­hofen musste gelöscht werden. Rou­ti­niert wurde auch diese Auf­gabe gelöst. Während die Jugend­li­chen noch mit Löschar­beiten beschäftig waren, hatten die Betreuer das Frühstück kur­zer­hand ins Nie­der­ho­fener Feu­er­wehr­ma­gazin ver­legt. So konnte man sich direkt nach Been­di­gung der Löschar­beiten stärken.

Zurück auf der Wache in Schwai­gern blieb nur wenig Zeit, bis man zu einem Ver­kehrs­un­fall auf der Zufahr­straße zu den Römerhöfen gerufen wurde. Ein PKW war von der Fahr­bahn abge­kommen und in einen Graben gestürzt. Die Insassen waren ein­ge­klemmt und mussten mit Hilfe von Ret­tungs­schere und Spreizer befreit werden.

Die Mit­tags­pause ver­lief dann ohne irgend­eine Störung. Erst kurz nach 14 Uhr musste man noch einmal ausrücken. Jugend­liche waren auf das Dach der Lein­tal­schule geklet­tert und kamen nicht mehr her­unter. Schnell waren eine Schiebe- und eine Steck­leiter auf­ge­baut, über die Klet­terer wieder auf sicheren Boden gebracht wurden.

Der Rest der Schicht ver­lief Ein­satz­frei, so dass die Zeit Betriebs­sport und eine Stunde prak­ti­sche Aus­bil­dung genutzt werden konnten. Das gemein­same Abend­essen run­dete die 24 Stunden Schicht ab, bevor um 18 Uhr die Ein­satz­be­reit­schaft wieder an die Kame­ra­dinnen und Kame­raden der aktiven Abtei­lung überg­eben wurde.

Das Betreu­er­team um Jugend­feu­er­wehr­wart Gun­ther Lang und den Chef­or­ga­ni­sator Michael Wagen­plast zog ein posi­tives Resümee. Auch wenn das lau­nige Wetter mit ständigen Regengüssen immer wieder zu Ände­rungen des geplanten Pro­gramms zwang.