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Auch der Feuerwehrnachwuchs zeigt Leistung

Roigheimvon Oliver Färber HSt

Das Feuer lodert aus dem Dach des kleinen Modell­hauses vor dem Roig­heimer Feu­er­wehr­ma­gazin. Doch die Flammen züngeln nicht lange: Die Jugend­feu­er­wehr zeigt bei der Löschvorführung des Feu­er­wehr­fests ihr Können.

Das alte Löschgrup­pen­fahr­zeug der Roig­heimer rauscht mit Blau­licht und Mar­tins­horn heran. Doch aus den Türen springen keine aktiven Feu­er­wehr­leute, son­dern die Feu­er­wehr­ju­gend. Die Gruppe stellt sich hinter dem Ein­satz­fahr­zeug auf und erhält ihre Befehle.

Gleich darauf rollen die ersten Schläuche. Zwei Mädchen haben sich als Angriffs­trupp ausgerüstet. Mit den Attrappen, die aus­sehen wie zwei Atem­luft­fla­schen auf ihrem Rücken, sieht das ziem­lich echt aus. „Wasser marsch!“, tönt es über das Übungsgelände. Doch da fällt neben den beiden ein Junge um. „Ein Ver­letzter hier“, ruft das Mädchen ihrem Grup­penführer zu. Wenig später eilen vier Jugend­feu­er­wehr­leute mit einer Trage heran. „Also Jungs, der hat eine Platz­wunde“, gibt das Mädchen Infor­ma­tionen an ihre Kame­raden weiter. Die kümmern sich um den „Ver­letzten“, tragen ihn aus dem Gefah­ren­be­reich weg. Das Wasser spritzt der­weil aus drei Strahl­rohren auf das bren­nende Häuschen. Die Flammen sind schnell gelöscht. Die vielen Zuschauer applau­dieren.

Zehn Jahre gibt es die Jugend­ab­tei­lung bei der Roig­heimer Feu­er­wehr. Kom­man­dant Nico Saur und Bürger­meister Michael Grimm erin­nern sich an die Anfangs­zeiten. „Nachdem 1995 der Neubau der Feu­er­wehr fertig war, gab es die besten Vor­aus­set­zungen für eine Jugend­wehr“, so Grimm. Saur stimmt dem zu: „Und da sind wir der Auf­for­de­rung des Kreis­ver­bands nach­ge­kommen, eine Jugend­ab­tei­lung zu gründen.“

Unter Jugend­leiter Andreas Burk kam 1996 die erste Gruppe zusammen. Ins­ge­samt 17 Mit­glieder, dar­unter zwei Mädchen, hat die Jugend­wehr heute. Das Inter­esse ist relativ groß, wenn man bedenkt, dass die aktive Mann­schaft in Roig­heim gerade einmal eine Frau und 30 Männer zählt. Und die Jugend­wehr nimmt einen hohen Stel­len­wert ein. „Wir wollen möglichst viel Feu­er­wehr­nach­wuchs“, erklärt Bürger­meister Grimm. Denn ein Pro­blem sei - wie andern­orts auch - die Tagespräsenz auf­recht zu erhalten. „Es gibt eben viele Pendler“, fügt er hinzu. Schließlich müsse die Ein­satz­be­reit­schaft der Wehr rund um die Uhr gewährleistet sein. Der Firma Pucaro sei es zu ver­danken, dass ein Grundgerüst an Feu­er­wehr­leuten ihren Arbeits­platz vor Ort habe und schnell ausrücken könne.

Foto: Bei der Löschübung im Rahmen des Roig­heimer Feu­er­wehr­festes bewahren die jungen Flo­ri­ansjünger Ruhe. Gezielt gehen sie gegen den „Brand­herd“ vor. (Foto: Oliver Färber)