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25 Jahre Jugendfeuerwehr in Schwaigern: Jubiläum und zwei erfolgreiche Leistungstests für den Feuerwehrnachwuchs

Schwaigernvon Andreas Rudlof

Seit nun 25 Jahren besteht in Schwai­gern eine Jugend­feu­er­wehr. Mit ihrer bisher erfolg­rei­chen Arbeit trägt sie wesent­lich dazu bei, den Nach­wuchs für die aktiven Abtei­lungen der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Schwai­gern zu sichern.

Das Jubiläum war will­kom­mener Anlass für die Kreis­ju­gend­feu­er­wehr Heil­bronn, um gleich zwei Leis­tungs­tests für die Angehörigen der Jugend­feu­er­wehren durchzuführen.

Posi­tiver Neben­ef­fekt dabei: den jungen Men­schen wurde Gele­gen­heit gegeben, einmal „über den Tel­ler­rand“ hinaus zu bli­cken und mit Angehörigen anderer Jugend­feu­er­wehren Kon­takte zu knüpfen und Erfah­rungen aus­zu­tau­schen.

Ins­ge­samt 11 Gruppen, davon sechs aus benach­barten Land­kreisen, legten in Schwai­gern die Prüfungen zur Leis­tungs­spange der Deut­schen Jugend­feu­er­wehr erfolg­reich ab. Wei­tere 16 Nach­wuchs­teams aus dem Land­kreis Heil­bronn waren beim Erwerb der Jugend­flamme Stufe 2 der Jugend­feu­er­wehr Baden-Württem­berg erfolg­reich.

Pünkt­lich um 8.45 Uhr eröffnete Schwai­gerns Feu­er­wehr­kom­man­dant Albert Decker und Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Knut Stein­bauer die Leis­tungs­wett­be­werbe.

Die Leis­tungs­spange der Deut­schen Jugend­feu­er­wehr stellt hierbei den Höhepunkt zum Ende der Jugend­feu­er­wehr­zeit dar. Teil­nehmer müssen min­des­tens 15 und dürfen höchs­tens 18 Jahre alt sein. Neben den feu­er­wehr­tech­ni­schen Kennt­nissen und Fer­tig­keiten jedes ein­zelnen Team­mit­glieds steht das gemein­same Zusam­men­spiel der Gruppe im Vor­der­grund.

Hierbei muss das Aus­legen einer aus acht C-Druck­schläuchen bestehenden Schlauch­lei­tung in einem Zeit­fenster von maximal 75 Sekunden als Schnel­lig­keitsübung absol­viert werden.
Auch beim Kugelstoßen ist Team­leis­tung gefragt. Alle Grup­pen­mit­glieder müssen die Kugel in der Summe min­des­tens 55 Meter weit werfen, um über­haupt in die Punkt­wer­tung zu bekommen.
Beim fol­genden Staf­fel­lauf dürfen die Jugend­feu­er­wehr­angehörigen höchs­tens 4 Minuten und 10 Sekunden benötigen, um die 1.500 Meter lange Strecke zurück zu legen und das Staf­fel­holz durch das Ziel zu tragen.

In einem gemeinsam durchzuführenden Lösch­an­griff müssen die Gruppen dann ihre Ein­satz- aber auch Teamfähig­keit unter Beweis stellen. Abge­rundet wird die Leis­tungs­span­gen­ab­nahme noch durch eine mündliche Prüfung, bei wel­cher die Jugend­li­chen neben feu­er­wehr­tech­ni­schem Wissen auch Fragen zu All­ge­mein­bil­dung beant­worten haben.

„Bei allen fünf Teilprüfungen wird stets die Gemein­schafts­leis­tung der Gruppe bewertet“, so Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Knut Stein­bauer.

Die ange­tre­tenen Teams Adel­berg 1 und 2, Beuren, Dei­zisau, Neckar­sulm, Regg­lis­weiler, Rei­chen­bach/Fils, Wid­dern 1 und 2, Schwai­gern sowie Schwai­gern-Pfaf­fen­hofen waren nach Aus­wer­tung der Ergeb­nisse durch die Abnah­me­be­rech­tigten der Deut­schen Jugend­feu­er­wehr auf ihre erzielten Grup­pen­er­geb­nisse und die ihnen bei der gemein­samen Abzei­chen­ver­lei­hung am Nach­mittag über­reichten Leis­tungs­spange sicht­lich stolz.

Die Jugend­flamme der Jugend­feu­er­wehr Baden-Württem­berg ermöglicht Jugend­feu­er­wehr­angehörigen ab 13 Jahren sich in ins­ge­samt drei Stufen auf den Höhepunkt in der Lauf­bahn eines jeden Jugend­feu­er­wehr-Mit­glieds, die Leis­tungs­spange, vor­zu­be­reiten.

Spaß bei der Vor­be­rei­tung und der Abnahme - unter diesem Gesichts­punkt steht die Kon­zep­tion des Stu­fen­pro­gramms der Jugend­feu­er­wehr Baden-Württem­berg für die Jugend­flamme in den Stufen 1 bis 3. Dabei sollen die Jungen und Mädchen vor­dergründig Gemein­schafts­sinn erfahren und Team­work lernen, ohne dabei durch sturen „Drill auf Leis­tung“ Druck auf sie auszuüben.

Immer fünf Jugend­liche bilden eine Gruppe, die im Teil „Feu­er­wehr­wissen“ mit Hilfe eines Buch­sta­ben­spiels die in einem Feu­er­wehr­fahr­zeug befind­li­chen Bela­dungs­teile erkennen und dessen Funk­tion erklären müssen. Zuvor ist ein Buch­sta­benkärtchen zu ziehen und die dazu pas­sende Armatur oder das betref­fende Gerät aus dem Fahr­zeug zu ent­nehmen.

In Form eines verkürzten Lösch­an­griffes wird von den Teams dann ent­weder ein Was­ser­trans­port „über Graben“ durchgeführt, eine „kleine Was­ser­ka­none“ auf­ge­baut oder ein „Schau­m­an­griff“ - aller­dings nur mit Wasser - vor­ge­nommen.

Körper­liche Fit­ness und sport­li­cher Ehr­geiz sind dann beim Weit­sprung und Staf­fel­lauf gefragt.

Außerdem müssen dann vier Jugend­liche einen Hin­der­nis­lauf „im dun­keln“ absol­vieren. Dabei muss ein abge­steckter Par­cours möglichst feh­ler­frei bewältigt werden. Ein­ziges Han­dicap: Die Augen der vier Läufer sind ver­bunden, sodass sich alle bei abso­luter „Null-Sicht“ auf das Aus­drucks- und Navi­ga­ti­ons­vermögen ihres fünften Team­mit­glieds ver­lassen müssen, da er als einzig Sehender „sein“ Team mit klaren, präzisen Hin­weisen und Kom­mandos durch den Hin­dernis-Par­cours lotsen muss.

Am Schluss zählte neben dem erlebten Team­geist gleich­falls der gemein­same Erfolg als Gruppe. Die Jugend­feu­er­wehr­mann­schaften aus Bad Fried­richs­hall, Bra­cken­heim, Gem­mingen, Neckar­sulm, Neu­en­stadt, Zaber­feld (jeweils 2 Gruppen) sowie Eppingen-Mühlbach, Ils­feld, Schwai­gern und Tal­heim bekamen vom stell­ver­tre­tenden Vor­sit­zenden des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Heil­bronn, Her­mann Jochim, Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Knut Stein­bauer und Bürger­meister Johannes Hauser den Lohn für ihre gemein­samen Anstren­gungen über­reicht: Die Jugend­flamme Stufe 2.

Bei der Ver­lei­hung der Abzei­chen an alle teil­neh­menden Gruppen beider Leis­tungs­wett­be­werbe wer­tete Her­mann Jochim die Leis­tungs­spange und die Jugend­flamme als wich­tige Ele­mente der Jugend­feu­er­wehr­ar­beit, um die Jugend­li­chen spie­le­risch auf den späteren aktiven Dienst in der Feu­er­wehr vor­zu­be­reiten. „Gleich­zeitig werden den Mädchen und Jungen durch die inten­sive Vor­be­rei­tungs­ar­beit Werte wie Kame­rad­schaft, Zusam­mengehörig­keitsgefühl und Team­work ver­mit­telt, die wich­tige Ele­mente für ihre wei­tere persönliche Ent­wick­lung dar­stellen“, stellte Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart Knut Stein­bauer abschließend fest.

Fotos: Kreis­ju­gend­feu­er­wehr Heil­bronn

Bild 1:
Eine Gruppe beim Aufbau des Lösch­an­griffs während der Leis­tungs­span­gen­ab­nahme.

Bild 2:
Geschafft! Der Angriffs­trupp hat das 1. Rohr vor­ge­nommen und hat seinen Teil zum Erwerb der Leis­tungs­spange abge­schlossen.

Bild 3:
Ein Jugend­feu­er­wehr­angehöriger beim Weit­sprung zum Erwerb der Jugend­flamme Stufe 2.

Bild 4:
Eine Mann­schaft beim Buch­sta­ben­spiel an einem Feu­er­wehr­fahr­zeug.

Bild 5:
Ein Team beginnt mit der Bewälti­gung des Hin­dernis-Par­cours.