Kreisfeuerwehrverband Heilbronn

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Workshop "Medien im Einsatz der Feuerwehr"

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Alexander Link, Werkfeuerwehr AUDI AG

Am Samstag, den 25. April 2026, trafen sich auf Einladung des Kreisfeuerwehrverbandes Heilbronn Vertreterinnen und Vertreter von 24 Feuerwehren aus dem Landkreis Heilbronn im Feuerwehrhaus Weinsberg. Ziel des Workshops „Medien im Einsatz der Feuerwehr“ war es, den Teilnehmenden praxisnahe Kenntnisse für einen professionellen und rechtssicheren Umgang mit Medien zu vermitteln.

Verbandsvorsitzender Frank Pitz vom Kreisfeuerwehrverband Heilbronn eröffnete die Veranstaltung und verdeutlichte anhand eines Praxisbeispiels aus der Vergangenheit die Notwendigkeit eines solchen Workshops, insbesondere im Hinblick auf Bildrechte und deren mögliche rechtliche Konsequenzen.

Der Vormittag war geprägt von mehreren informativen und praxisnahen Fachvorträgen. Organisiert und begleitet wurde der Workshop durch das Organisationsteam bestehend aus Tom Kistner (Feuerwehr Weinsberg), Kai Vogt (Feuerwehr Bad Friedrichshall) und Alexander Link (Kreisfeuerwehrverband Heilbronn/ Werkfeuerwehr Audi). Den Auftakt machte Florian Erbacher, Abteilungsleiter Information und Kommunikation der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main. In seinem Vortrag gab er einen umfassenden Einblick in die Presse- und Medienarbeit einer Großstadtfeuerwehr. Dabei erläuterte er die Strukturen einer Pressestelle, typische Arbeitsabläufe sowie Vorgehensweisen bei der Veröffentlichung sensibler oder kritischer Einsatzinformationen und veranschaulichte diese anhand zahlreicher Beispiele aus der täglichen Praxis.

Die Pausen zwischen den Vorträgen nutzten die Teilnehmenden intensiv zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung, insbesondere zwischen den Mitgliedern der Social-Media-Teams der Feuerwehren. Im weiteren Verlauf folgte ein Vortrag von Rechtsanwalt Michael Haager aus Tübingen. Er zeigte anhand konkreter Beispiele auf, ab wann Texte und Bildmaterial rechtlich problematisch werden können, und informierte über medien- und persönlichkeitsrechtliche Rahmenbedingungen sowie Handlungsmöglichkeiten für Feuerwehren.

Anschließend stellte Frank Belz, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit der Polizei Heilbronn, die Medienarbeit der Polizei vor. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem sachgerechten Umgang mit Foto- und Videoaufnahmen an Einsatzstellen, insbesondere im Hinblick auf laufende Brand- oder Unfallermittlungen. Zudem wurde die enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Polizei betont und erläutert, wann und wie beide Organisationen miteinander abstimmen.

Nach der gemeinsamen Mittagspause begann der praxisorientierte Teil des Workshops. In mehreren Stationen arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen aktiv mit. So wurden an einer Station Einsatzinterviews analysiert, bewertet und in realitätsnahen Simulationen selbst durchgeführt. An einer weiteren Station erhielten die Teilnehmenden fachliche Unterstützung durch Frau Kendi-Prill, Redakteurin der Heilbronner Stimme, beim Verfassen von Presseberichten und erfuhren, welche Informationen aus redaktioneller Sicht besonders relevant sind.

Darüber hinaus wurden KI-gestützte Werkzeuge zur Unterstützung bei der Text- und Bildbearbeitung vorgestellt. Ergänzend erarbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam Leitlinien für die Veröffentlichung von Inhalten in sozialen Medien. Eine weitere Station widmete sich der Erstellung von Fahrzeugvorstellungen per Video, wofür der Rüstwagen der Feuerwehr Weinsberg sowie der Kommandowagen der Werkfeuerwehr Audi zur Verfügung standen. Zum Abschluss erklärte Herr Billik von L-TV, die Arbeitsweise von Medienvertretern, insbesondere im Umgang mit von Feuerwehren bereitgestelltem Videomaterial.

In einem abschließenden Plenum wurden die Ergebnisse der einzelnen Stationen vorgestellt und reflektiert. Damit fand ein rundum gelungener Workshop seinen Abschluss. Das durchweg positive Feedback der Teilnehmenden unterstrich die Bedeutung solcher Veranstaltungen auf Landkreisebene. Besonders hervorgehoben wurden der intensive fachliche Austausch, die Vernetzung untereinander sowie der große Praxisbezug. Der Wunsch nach einer regelmäßigen Wiederholung vergleichbarer Workshops und einer vertieften Behandlung weiterer Themen der Medienarbeit wurde mehrfach geäußert.

Auf Grundlage der Vorträge von Feuerwehr, Polizei und Rechtsberatung wurden zudem kompakte Handlungsempfehlungen mit klaren Spielregeln für die Social-Media-Arbeit erarbeitet. Durch dieses strukturierte Vorgehen sowie das vertiefte Verständnis von Abstimmungswegen – etwa mit der Polizei – konnten die Teilnehmenden wertvolle und qualitativ hochwertige Erkenntnisse für ihre Arbeit in den Feuerwehren mitnehmen.

Einzelne Textbausteine dieses Berichts wurden von Teilnehmenden des Workshops erstellt und für die Öffentlichkeitsarbeit aufbereitet.

Ergänzend ein Bericht der Stimme: Von Interview bis Instagram: Feuerwehr übt den Umgang mit Medien - STIMME.de