QR-Code zur Seite

Wo Kameradschaft großgeschrieben wird

Bad Rappenauvon Ralf Schick, HSt

Zum Kel­t­erfest der Feu­er­wehr in Wol­len­berg kommen mehr Besu­cher, als der Ort Bewohner hat

Bereits zum 48. Mal hat die Frei­wil­lige Feu­er­wehr aus Wol­len­berg ihr Kel­t­erfest ver­an­staltet. Am Sams­tag­abend kamen über 500 Besu­cher – und damit mehr Gäste, als der Teilort von Bad Rap­penau an Ein­woh­nern hat. Und alle wurden verwöhnt mit leckeren Speisen, es gab auch einige vege­ta­ri­sche Neue­rungen.

Kurz nach 18 Uhr sitzen Maria und Bern­hart Stoll aus dem Nach­barort Bargen an einem der 50 Tische und warten aufs Abend­essen. „Wir kommen schon seit vielen Jahren hierher, früher noch zu Fuß, jetzt mit dem Auto“, sagt die 83-jährige Maria Stoll. „Das ist hier ein­fach schön und gemütlich“, ergänzt der 86-jährige Gatte Bern­hart: „Außerdem braucht der Verein auch Geld.“ Am Nach­bar­tisch haben der­weil Sula­mith Haaß und zwei Freunde aus Scheff­lenz Platz genommen. „Wir sind zum ersten Mal hier und kennen jemanden von der Feu­er­wehr, der uns ein­ge­laden hat“, sagt die 29-jährige Haaß. „Das ist ein schönes Dorf­fest, ein gemütli­ches Bei­sam­men­sein“, betont sie.

Das Wol­len­berger Kel­t­erfest hat nicht nur Tra­di­tion, es ist mitt­ler­weile ein Event, das sich in der Region her­um­ge­spro­chen hat. „Unser Anzie­hungs­ma­gnet ist das super Ambi­ente“, sagt der ehe­ma­lige Abtei­lungs­kom­man­dant Harald Scholz, der nach 25 Jahren zu Beginn des Jahres die Lei­tung abge­geben hat.

„Wir haben dieses Mal ein paar Neue­rungen bei dem Fest“, sagt sein Nach­folger Patrick Wagner. Dazu zählen selbst­ge­machte vege­ta­ri­sche Maul­ta­schen, gefüllt mit Spinat und Frischkäse. Außerdem spielt erst­mals die Haßmers­heimer Band Random X in der Kelter vier Stunden lang bis weit nach Mit­ter­nacht.

„Unsere Wehr hat 17 Aktive, und die sind alle hier im Ein­satz“, sagt Wagner. Wie man das 50. Fest in zwei Jahren feiern will, ist noch nicht spruch­reif, „aber viel­leicht weiten wir das dann auf zwei Tage aus“, sagt Wagner. Im Vor­der­grund stehe momentan viel­mehr das 130-jährige Bestehen der Wehr, das im kom­menden Jahr ansteht. Erste Erwähnungen der Wehr stammen aus dem Jahr 1896 und sind in Sins­heim hin­ter­legt, zu dem Wol­len­berg vor der Gebiets­re­form 1972 gehörte.

Enge Ver­bin­dungen gibt es zu meh­reren Wehren in der Region, etwa zu Ober­gim­pern oder Kälberts­hausen, die am Sams­tag­abend auch zahl­reich ver­treten sind. Und vor allem mit der Feu­er­wehr aus Hüffen­hardt, mit der man eng koope­riert und die im Ernst­fall tatkräftig zur Seite steht. „Wir üben öfters zusammen und sind hier, um die Kame­rad­schaft zu stärken“, sagt die 24-jährige Feu­er­wehr­frau Laura Weber aus Kälberts­hausen.

Viele junge Leute kommen am späten Abend, als kurz nach 21 Uhr die Band­mit­glieder der Cover­band Random X zum Mit­singen und Tanzen in der Kelter auf­spielen. „Wir spielen eigent­lich alles, von Abba bis Sport­freunde Stiller oder den Ärzten“, sagt Gitar­rist Sebas­tian Duba. Und es dauert nur wenige Minuten, bis die Kelter voll ist und Front­frau Celine Schückle so richtig ein­heizt.