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Vom Interview bis Instagram: Feuerwehr übt den Umgang mit Medien

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Klaudia Kendi-Prill, HSt

Was darf die Feu­er­wehr schreiben und posten – und was nicht? In Weins­berg haben Ein­satzkräfte den Umgang mit Medien geübt – von Pres­se­be­richt bis Reel.

Keine Fotos mit Bier­glas, keine Kenn­zei­chen, keine Videos mit Musik ohne Lizenz: Feu­er­wehren im Raum Heil­bronn haben am Samstag im Rahmen eines Medi­en­tags gelernt, was sie veröffent­li­chen dürfen – und wo die Grenzen liegen.

In der Feu­er­wehr­wache in Weins­berg ging es nicht nur um Social Media, son­dern vor allem um den Umgang mit klas­si­schen Medien. Denn im Ein­satz­fall zählt oft jede Minute – und die erste Infor­ma­tion prägt, wie ein Ein­satz in der Öffent­lich­keit wahr­ge­nommen wird.

Medi­entag der Feu­er­wehr in Weins­berg: Vom Vor­trag zur Praxis

Der Kreis­feu­er­wehr­ver­band Heil­bronn hatte Ver­treter der Frei­wil­ligen Feu­er­wehren aus dem Land­kreis ein­ge­laden. Zum Auf­takt gab ein Spre­cher der Berufs­feu­er­wehr Frank­furt einen Ein­blick in die Medi­en­ar­beit einer Großstadt­feu­er­wehr – von Abläufen in der Pres­se­stelle bis zum Umgang mit sen­si­blen Ein­satz­in­for­ma­tionen.

Auch recht­liche Fragen spielten eine Rolle. Ein Medi­en­rechts­an­walt zeigte, wann Fotos oder Berichte pro­ble­ma­tisch werden können. Ein Spre­cher des Poli­zei­re­viers Heil­bronn erklärte zudem, worauf bei Auf­nahmen an Ein­satz­stellen zu achten ist – etwa im Hin­blick auf Ermitt­lungen – und wie Feu­er­wehr und Polizei in der Kom­mu­ni­ka­tion zusam­men­ar­beiten. So sollten Kenn­zei­chen nicht veröffent­licht, hilf­lose Per­sonen nicht gefilmt und bei Todesfällen zunächst die Infor­ma­tion der Angehörigen abge­wartet werden.

Medi­entag der Feu­er­wehr: Vom Vor­trag zur Praxis

Am Nach­mittag wurde es prak­tisch. Die Teil­nehmer standen vor der Kamera, gaben Inter­views und schrieben eigene Pres­se­be­richte. Für viele unge­wohnt: „So etwas kommt im Alltag nur selten vor“, sagte ein Teil­nehmer. Gerade des­halb sei es hilf­reich gewesen, solche Situa­tionen einmal zu üben – bevor es im Ernst­fall darauf ankommt.

Das Schreiben von Berichten trai­nierten die Teil­nehmer gemeinsam mit einer Mit­ar­bei­terin der Heil­bronner Stimme. Dabei ging es vor allem darum, worauf Redak­tionen achten: verständliche Sprache ohne Fach­be­griffe oder Abkürzungen, klare Infor­ma­tionen und Ant­worten auf die wich­tigsten W-Fragen.

Die Feu­er­wehr hat Vor­bild­funk­tion

Auch der Umgang mit sozialen Medien spielte eine Rolle. So gelten Fotos von Feu­er­wehr­festen mit Bier­glas in der Hand als pro­ble­ma­tisch – Ein­satzkräfte haben eine Vor­bild­funk­tion und stehen in der Öffent­lich­keit beson­ders im Blick. Hin­ter­grund­musik in Videos ist zudem nur erlaubt, wenn die ent­spre­chenden Nut­zungs­rechte vor­liegen, etwa bei lizenz­freier Musik.

Ent­schei­dend ist für viele Teil­nehmer vor allem eines: Die erste Pres­se­mel­dung bestimmt, wie ein Ein­satz wahr­ge­nommen wird. Gleich­zeitig wurde deut­lich, dass viele Frei­wil­lige Feu­er­wehren keinen eigenen Pres­se­spre­cher haben – häufig über­nimmt des­halb die Polizei vor Ort die Kom­mu­ni­ka­tion.

Der Work­shop wurde durch eine Beleg­schafts­spende der Audi AG ermöglicht.