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Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes und Dienstversammlung des Landkreises

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Marcel Karger, Medienteam KFV Heilbronn

Bei den Ver­samm­lungen des Kreis­feu­er­wehr­ver­bands und des Land­kreises Heil­bronn am Samstag, 28. März 2026 in Zaber­feld, wurde deut­lich, dass sich die Feu­er­wehren in einer Phase inten­siver Wei­ter­ent­wick­lung befinden. Im Mit­tel­punkt standen nicht nur Rückblicke auf das Jahr 2025, son­dern vor allem stra­te­gi­sche Fragen der künftigen Aus­rich­tung von Feu­er­wehr, Kata­stro­phen­schutz und Ver­bands­ar­beit. Der Tenor: Die Anfor­de­rungen an Gefah­ren­ab­wehr und Bevölke­rungs­schutz wachsen – und mit ihnen der Bedarf an verlässli­chen Struk­turen, moderner Technik, belast­barer Aus­bil­dung und poli­ti­scher Rücken­de­ckung.

Ver­bands­vor­sit­zender Frank Pitz spannte in seinem Bericht den Bogen von der veränderten Sicher­heits­lage über die kom­mu­nale Risi­ko­vor­sorge bis hin zur Rolle der Feu­er­wehren als tra­gende Säule der Resi­lienz. Mit Blick auf Kli­ma­folgen, hybride Bedro­hungen, Strom­ausfälle und die wach­sende Bedeu­tung des Zivil­schutzes warb er dafür, Feu­er­wehr nicht allein als klas­si­sche Gefah­ren­ab­wehr zu denken. Viel­mehr brauche es belast­bare Alarm- und Ein­satz­pla­nungen, eine enge Ver­zah­nung von Feu­er­wehren, Ver­wal­tungen und Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen sowie eine klare Ori­en­tie­rung an rea­lis­ti­schen Stan­dards. Zugleich ver­wies Pitz auf eine ins­ge­samt gute Aus­gangs­lage im Ver­bands­ge­biet: auf starke per­so­nelle Struk­turen, gelebte inter­kom­mu­nale Zusam­men­ar­beit, wach­sende Jugend­feu­er­wehren und erheb­liche Inves­ti­tionen des Land­kreises in Son­der­fahr­zeuge, Aus­stat­tung und Aus­bil­dung.

Landrat Nor­bert Heuser griff diesen Gedanken auf und unter­strich, dass der Land­kreis in den ver­gan­genen Jahren Mil­lio­nen­beträge in die rich­tige Technik und die rich­tige Aus­stat­tung inves­tiert habe. Diese Inves­ti­tionen seien not­wendig, um die Feu­er­wehren ange­sichts neuer Risiken leis­tungsfähig zu halten. Kon­kret ver­wies Heuser auf zwei bedeu­tende Pro­jekte, die sich der­zeit in der Umset­zung befinden: Die mobile Wärmegewöhnungs­an­lage steht bau­lich in den letzten Zügen, der Abrollbehälter Atem­schutz und Hygiene befindet sich im End­ausbau. Beides sind Bau­steine, die Aus­bil­dung und Ein­satz­hy­giene nach­haltig stärken sollen. Ergänzend sprach sich der Landrat für eine spürbare Aner­ken­nung des Ehren­amts aus. Mit Blick auf die dis­ku­tierte Ehren­amts­karte gab er den Hin­weis in Rich­tung Stutt­gart, dass eine solche Lösung nur dann Akzep­tanz finden werde, wenn sie ein­fach und vor allem bürokra­tiearm aus­ge­staltet werde.

Zaber­felds Bürger­meis­terin Diana Danner stellte in ihrem Grußwort die kom­mu­nal­po­li­ti­sche Per­spek­tive in den Vor­der­grund. Ange­sichts aktu­eller Krisen und inter­na­tio­naler Kon­flikt­lagen seien innere Sicher­heit und funk­tio­nie­rende Ret­tungs­struk­turen keine abs­trakten Schlag­worte, son­dern zen­trale Vor­aus­set­zungen für gesell­schaft­liche Sta­bilität. Eine leis­tungsfähige Feu­er­wehr, so der Tenor, sei längst weit mehr als nur eine kom­mu­nale Pflicht­auf­gabe – sie sei ein wesent­li­cher Teil der Daseins­vor­sorge.

Kreis­brand­meister Bernd Halter belegte die hohe Leis­tungsfähig­keit der Feu­er­wehren mit den Zahlen des Jah­res­be­richts 2025. Dem­nach wurden im Land­kreis Heil­bronn 4.984 Einsätze bewältigt – der höchste Stand der ver­gan­genen fünf Jahre. Schwer­punkte bil­deten 2.495 tech­ni­sche Hil­fe­leis­tungen und 581 Brand­einsätze. Hinzu kamen 824 Einsätze im Bereich Tiere und Sons­tiges sowie 1.084 Fehl­alarme, davon 815 durch Brand­mel­de­an­lagen. Auffällig ist auch die Ent­wick­lung bei den Per­so­nen­ret­tungen, deren Zahl seit Jahren steigt und 2025 bei 585 lag. 1.095 Feu­er­wehr­angehörige konnten 2025 auf Kreis­ebene aus­ge­bildet werden. Die Ein­satz­ab­tei­lungen zählten zum Jah­res­ende 4.368 Angehörige, die Jugend­feu­er­wehren 1.697 Mit­glieder.

Große Bedeu­tung komme der künftigen gemein­samen Leit­stelle mit dem Neckar-Oden­wald-Kreis zu. Diese wird der­zeit für die Stadt Heil­bronn sowie die zwei Land­kreise in der bestehenden Infra­struktur der Inte­grierten Leit­stelle Heil­bronn auf­ge­baut – und zwar im lau­fenden Betrieb. Das Vor­haben steht exem­pla­risch für eine stärkere Regio­na­li­sie­rung, die Syn­er­gien schaffen und die Zusam­men­ar­beit weiter ver­tiefen soll.

Bezirks­brand­meister Adrian Wibel rich­tete seinen Blick auf lan­des­weite Ent­wick­lungen und ver­band dies mit einem klaren Appell an die Feu­er­wehren: Bei Fahr­zeug­be­schaf­fungen müsse wieder stärker nach Maß und Ziel gehan­delt werden. Nicht jede tech­ni­sche Möglich­keit sei auto­ma­tisch not­wendig. Vor dem Hin­ter­grund ange­spannter Haus­halte und wach­sender Anfor­de­rungen warb er für eine bedarfs­ge­rechte, wirt­schaft­lich tragfähige Beschaf­fungs­po­litik. Zugleich kündigte Wibel für 2027 einen Aus­blick auf eine Sam­mel­be­schaf­fung von LF 10 an. Darüber hinaus ver­wies er auf die lau­fenden Vor­be­rei­tungen zur Ände­rung des Feu­er­wehr­ge­setzes.

Auch die Ver­bands­ar­beit selbst nahm breiten Raum ein. Pitz machte deut­lich, dass der Kreis­feu­er­wehr­ver­band seine Rolle als Inter­es­sen­ver­treter und Unterstützer der Feu­er­wehren weiter aus­bauen will. Als Bei­spiele nannte er das neu geschaf­fene Fach­ge­biet Brand­schutz­er­zie­hung und -aufklärung sowie zusätzliche Inves­ti­tionen in ent­spre­chendes Mate­rial. Ziel ist es, Brand­schutz­er­zie­hung nicht nur in Kin­dergärten und Schulen, son­dern stärker auch im Erwach­senen- und Senio­ren­be­reich zu ver­an­kern. Darüber hinaus ver­wies er auf den Work­shop „Medi­en­recht und Öffent­lich­keits­ar­beit“, mit dem die Feu­er­wehren prak­ti­sche und rechts­si­chere Unterstützung für ihre Kom­mu­ni­ka­tion erhalten sollen. Ebenso wurde die Unterstützung der Jugend­feu­er­wehren als zen­trales Zukunfts­thema her­vor­ge­hoben.

Abge­rundet wurden die Ver­samm­lungen durch die Grußworte von Armin Klin­gen­beck, Vizepräsident des Lan­des­feu­er­wehr­ver­bands Baden-Württem­berg. Seine Teil­nahme unter­strich die enge Ver­bin­dung zwi­schen Kreis- und Lan­des­ebene. Ins­ge­samt ver­mit­telten die Ver­samm­lungen ein klares Bild: Die Feu­er­wehren im Land­kreis und der Stadt Heil­bronn sind fach­lich stark auf­ge­stellt, stehen aber vor kom­plexen Zukunfts­auf­gaben. Ent­schei­dend wird sein, die begon­nenen Inves­ti­tionen, Struk­tur­re­formen und Aus­bil­dungsmaßnahmen kon­se­quent fortzuführen – mit Augenmaß, aber ohne Nach­lassen.